juckplotz

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Verhalten gestört?

In Allgemein on 13. Oktober 2014 at 10:22
Bahnanzeige

Bild: Quelle unbekannt

Oktober 2014. Die Volksfeststimmung auf dem Cannstatter Wasen erreicht den Höhepunkt. Torschlusspanik, es sind nur noch wenige Stunden, dann ist wieder für ein Jahr Schluss, wenn man das Frühlingsfest etc. nicht mitzählt. Ausgelassenheit und Alkohol führen manchmal dazu, dass Menschen nicht mehr so funktionieren, wie es nötig ist, um ein reibungsloses Miteinander zu gewährleisten. Zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, zu denen auch die S-Bahnen und Nahverkehrszüge gehören. Ballons in den Oberleitungen, die für Störungen sorgen, mögen noch einem „Versehen“ zuzuordnen sein, die Dinger fliegen halt mal hoch, wenn man sie loslässt. Menschen, die quer über die Bahnhofsgleise latschen, oder sogar sich unter der stehenden S-Bahn durchrobben, um auf den Wasen zu kommen, kann man schwerlich unter „normaler Funktion des Denkapparates“ einordnen. Pöbelnde Wasenbesucher im Zug gehören auch nicht zum normalen Verhalten der Spezies Mensch – zumindest bis jetzt noch nicht.
„Verhaltensgestört“ wird in der Medizin eine Krankheit bezeichnet, in der Umgangssprache einfach ein Mensch, der – zumindest temporär – ein Verhalten an den Tag legt, welches nicht erklärbar ist.
Jetzt hat ein Bahnmitarbeiter, der entweder ob der vielen Störungsmeldungen genervt war, oder der eben einen Scherz in der Wasenzeit machen wollte, einen Satz in Lauftext der Bahnsteiginformation eingegeben, der auf der einen Seite für Empörung und auf der anderen Seite für Zustimmung bzw. Belustigung sorgt.
„Es ist mit überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen“ stand auf den Anzeigen. Die Bahn hat sich schon entschuldigtund wahrscheinlich bekommt der Mitarebeiter zumindest eine „auf’s Dach“, wenn nicht Schlimmeres.
Was ist so schlimm an diesem Vorfall? Wer fühlte sich da angegriffen? Lasst doch die Kirche im Dorf und bauscht so eine Sache nicht unnötig auf.
Ich weiss, es werden jetzt wieder Kommentare kommen, dass es eine offizielle Information der Deutschen Bahn war und man da auch „korrekt“ sein müsse, etc.
Lasst uns einfach ein wenig lockerer sein, denn die Anzeige hat mit Sicherheit auf die Gesichter einiger Bahnreisenden in der Stuttgarter Gegend ein Lächeln gezaubert. Und das ist viel Wert.

Artikel der Stuttgarter Zeitung

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Dünnschichtbelag und Kaltmischgut

In Allgemein on 10. Januar 2013 at 21:13

Haben Sie gewusst, dass bei beschädigtem Dünnschichtbelag momentan nur Kaltmischgut hilft?
Ich bis heute morgen auch nicht. Bis heute morgen habe ich mich über kaputte Strassen aufgeregt, nicht wissend, dass die Straße nicht kaputt ist, sondern eben nur der Dünnschichtbelag. Und der hält eigentlich nur sechs bis acht Jahre. Und dann muss ein anderer Dünnschichtbelag aufgebracht werden. Und wenn kein Geld da ist, oder das Geld noch nicht freigegeben ist, dann werden die Dünnschichtbelaglöcher mit Kaltmischgut aufgefüllt. Kostet auch was, hält nicht lange, muss aber nicht aus dem Haushalt des Landes beantragt werden.
Wir lernen: Kraftfahrzeugsteuern werden bargeldlos abgebucht, danach der Betrag dem Gesamthaushalt zugerechnet. Dort ruht der Betrag dann, während Frost und andere der Dünnschichtdecke nicht zuträgliche Witterungsverhältnisse Löcher in dieselbige fressen. Diese Löcher werden mit Kaltmischgut gestopft , während die Löcher in unserem Geldbeutel nicht gestopft werden können. Im Gegenteil, die Löcher im Geldbeutel werden grösser, da die mit Kaltmischgut gefüllten Dünnschichtbelagslöcher und natürlich auch die nicht gestopften Löcher die fahrbaren Untersätze stärker belasten als eine Dünnschichtdecke.
So was lernt man, wenn man in die Tageszeitung schaut.
Und ab morgen rege ich mich über kaputte Dünnschichtdecken auf…

Anonyme Aggressivität und einseitige Bildung dank Internet

In Allgemein on 26. März 2012 at 17:27

Bundestagspräsident Lammert hat gegenüber dem Magazin „Spiegel“ die Aggresivität in Onlineforen angesprochen. Er ist besorgt über die „Art der Auseinandersetzung, die in Aggressivität, Wortwahl und Tonlage die Grenzen überschreitet“.
Dies sei vor allem der Anonymität geschuldet, die bei Internetforen gegeben ist.
Auch die Wirkung der Massenmedien auf das Bewusstsein ändert sich laut Lammert, dass sich die Nutzer von Onlinemedien die Informationen selbst zusammenstellten, bewusst nach etwas suchten und nicht, wie bei den klassischen Medien die Informationen aufnehmen, die andere wichtig fänden.

Beide Thesen sind sehr interessant und haben mich zum Nachdenken gebracht.
Bin ich im Netz anders als im Umfeld, in welchem man mich kennt?
Informiere ich mich wirklich einseitig, wenn ich nur noch „Internet“ und keine Zeitung mehr lese? Den Rest des Beitrags lesen »

(Schwäbische) Spiessigkeit

In Allgemein on 1. Oktober 2010 at 16:30

Lese ich doch heute einen Bericht über einen Menschen, der viel im Leben bewegt hat, es zu etwas gebracht hat. Der Artikel war in Interviewform und unter anderem wurde auch gefragt, was der Befragte nicht mag. Seine Antwort im Artikel lautete: „Rückwärts gerichtetes Denken und Spießertum“. Ok, klang ja ganz logisch, denn wer etwas Neues anfangen möchte und etwas bewegen möchte, muss nach vorne schauen, Risiken eingehen und ausgetretene Pfade verlassen.

Was mich aber stutzig machte: Bei der Bildunsterschrift, die diesen Herrn im Porträtfoto zeigt, stand: „Hasst (schwäbisches) Spießertum…“
Ich frage mich jetzt (als Schwabe): Warum kam zum Spießertum im Artikel das in Klammer gesetzte Wort „schwäbisch“? Sind Schwaben generell Spießer, ist schwäbisches Spießertum ein besonderes Spießertum? Und wenn ja, angenehmer oder unangenehmer als z.B. Sächsisches oder Pfälzer Spießertum?