juckplotz

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Wegwerfmentalität

In Allgemein on 19. November 2013 at 23:13

Sind die Deutschen Verbraucher wirklich die Hauptschuldigen der „Wegwerfmentalität“?
Oder ist es schwierig, Produkte zu bekommen, die man reparieren lässt, statt sie wegzuwerfen?
Der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbart, hat am 15. November die „Wegwerfmentalität“ der deutschen Verbraucher kritisiert.
Diese führe zu immer grösseren Müllbergen.

Ist es denn wirklich so, dass wir gleich alles wegwerfen, wenn es etwas Neues, Schöneres gibt? Oder wenn etwas kaputt ist?
Rechnen wir schon damit, dass ein heute neu gekauftes Teil kurz nach der Gewährleistungszeit oder Garantiezeit ein Fall für den Müll ist?

Ich denke da etwas anders darüber
Klar, sind neue Dinge immer schöner und besser, aber sie kosten auch Geld und somit überlegen wir Normalverdiener bei vielen Dingen schon, ob es etwas Neus sein muss, oder ob das Bisherige noch genügt.
Leider wird uns Verbrauchern zum Thema „Nachhaltigkeit“ nicht unbedingt Unterstützung von seitens der Industrie entgegen gebracht.
Reparaturen sind meist nicht möglich oder werden gleich so teuer angesetzt, dass es einfach nicht lohnt, das Teil reparieren zu lassen.
Staubsaugerbeutel für einen zehn Jahre alten Staubsauger? Fehlanzeige.
Waschmaschine reparieren? Nein, aber wir haben ein gutes Angebot für eine neue.
Schuhe neu besohlen? Dabei kosten ganz neue Schuhe neu auch nicht viel mehr.
Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.
Es wird immer wieder gesagt, dass der Verbraucher den Markt diktiere. Ich glaube, so einfach ist es längst nicht mehr.

Natürlich ist der Verbraucher selbst nicht absolut unschuldig, da er meist dann einen Neukauf der Reparatur vorzieht. Aber gerade die Regierung ist auch am Zug, Nachhaltigkeit der Produkte einzufordern.

Wie so oft liegt die Wahrheit in der Mitte.

Welt-Er-Schöpfungstag

In Allgemein on 27. September 2011 at 17:25

Heute haben wir, wenn es nach dem „Global Footprint Network“ geht, einen ganz besonderen Tag:
Den „Global Overshoot Day“, oder eben den „Globalen Erschöpfungstag“. Kein Grund zu feiern, oder sich zu freuen.

„Global Footprint Network“, ein globaler Zusammenschluss nationaler Umweltschutzgruppen, ermittelt den Tag auf Grund der verbrauchten und bis zum Jahresende nachwachsenden Ressourcen bzw. des Kohlendioxids, welches bis Jahresende von der Natur absorbiert werden kann.

Über die Rechnung kann man im Einzelnen bestimmt trefflich diskutieren, und man kann alles „schönrechnen“ oder auch „schlechtrechnen“, deshalb möchte ich hier auch nicht festlegen, ob der „Global Overshoot Day“ heute, morgen oder in zwei Wochen erreicht wird. Nachdenkenswert ist es auf jeden Fall, denn es ist unbestritten, dass wir mehr Ressourcen verbrauchen als die Natur in der gleichen Zeit zur Verfügung stellen kann.  Und dies zu einer Zeit, in der Länder wie China, Indien und Brasilien gerade erst das „Boot“ besteigen.

Auch wenn Länder wie das niedrig besiedelte Kanada und auch Simbabwe zum Beispiel noch „im Plus“ liegen, leben wir ab heute „auf Pump“. Wir machen quasi Schulden bei der Natur, die wir nie zurückzahlen können. Um das ausgestossene Kohlendioxid abzubauen wären 9 Millionen globale Hektar Nutzungsfläche notwendig. Insgesamt haben wir aber nur 12 Millionen globale Hektar zur Verfügung. In diesen Nutzungsflächen sind zum Beispiel auch Fischgründe beinhaltet, die nicht zum CO2 Abbau gerechnet werden können.

Egal, wie fundiert die Rechnung des „Global Footprint Network“ ist;  sie sollte uns zumindest zum Nachdenken einladen. Und nicht nur auf der Ebene des „kleinen Mannes“, sondern auch in den Etagen der Wirtschaftsunternehmen, die mehr denn je die Erde sich „untertan“ machen.

Der „Global Overshoot Day“ zeigt, dass wir die Kuh, die wir melken, nicht ausreichend pflegen. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn sie „leergemolken“ ist.
Die Erde wird nicht untergehen, wir Menschen werden Probleme bekommen.