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Posts Tagged ‘Trauer’

Hilflos – Traurig – Wütend – Aufrecht

In Allgemein on 24. Mai 2017 at 16:35

Im Angesicht der Gräueltat in Manchester, stehe ich wieder da – hilflos und traurig, aber auch wütend. Ich stehe so da, wie damals bei den Anschlägen in Paris, Nizza, London, Berlin… – und in Afghanistan, Syrien, Thailand, Afrika…

Ich stehe da, fühle Trauer. Trauer, weil Menschen einfach so ermordet wurden. Menschen, die der Mörder nicht kannte, Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Trauer, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun können.

Ich stehe da und bin wütend. Wütend über die, die schon wieder alles besser wissen. Über die, die (vielleicht zu Recht?) beklagen, dass das alles nur auf die kapitalistische Ausrichtung unserer westlichen Welt zurückzuführen ist. Über die, die wieder in den ewig gleichen Sätzen ihr Mitgefühl ausdrücken, aber im nächsten Moment sich wieder von den politischen Mächten missbrauchen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

„Salmei, Dalmei, Adomei“ – Zum Tod von Geoffrey Bayldon

In Allgemein on 13. Mai 2017 at 10:31

„Vorsicht! Menschen, die sich heute noch mit den Stars ihrer Kindheit beschäftigen, leben genauso gefährlich wie die, die sich immer nur um den Augenblick kümmern.“
Geoffrey Bayldon

Ein  ziegenbärtiger Hexenmeister versucht im Jahre 1066, durch Einnahme eines Zaubertranks zu fliegen.
Statt zu fliegen, muss er jedoch auf der Flucht vor den Normannen in einen Fluss springen. Und als richtiger Hexenmeister spricht er dabei einen Zauberspruch, der sich jedoch anders auswirkt, als gedacht. Hexenmeister Catweazle findet sich in einem morastigen Sumpfloch wieder – und im Jahre 1970.
Aus dieser Zeitreise in die Zukunft haben sich in den 1970er Jahren zwei Staffeln mit je 13 Folgen entwickelt, in denen der Schauspieler Geoffrey Bayldon den kauzigen Hexenmeister spielte, der verständliche Angst vor Traktoren und dem „Elektrik-Trick“ hatte. Den Rest des Beitrags lesen »

Vor 75 Jahren: … Abgeholt

In Allgemein on 19. Oktober 2016 at 12:02

Wird je ein Mensch der Nachwelt sagen können, wie wir hier gelebt und gelitten haben, wie wir gehungert, und wie wir gestorben sind?
Oskar Singer

Am 18. Oktober 1941, also vor 75 Jahren, begannen die Deportationen von Juden aus Berlin. Die „Osttransporte“ begannen. Transporte die in den Ghettos und Vernichtungslagern im Osten endeten.

Die Deportation der jüdischen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus war, zumindest in Berlin, keine geheime Sache. In einem langen Zug mussten die Berliner Juden durch die Stadt zum Bahnhof Grunewald laufen. Dies konnte nicht unbemerkt bleiben, denn es geschah dazu noch am helllichten Tag.
Der erste Zug verließ am 18. Oktober 1941 den Bahnhof Grunewald. Es folgten bis Anfang 1945 noch 183 dieser „Osttransporte“. Über 56000 Juden wurden aus Berlin deportiert.
Am Anfang gingen die Transporte in die Ghettos, danach fast ausschliesslich nach Theresienstadt und Auschwitz. Den Rest des Beitrags lesen »

Du bist nicht schuldig – Du hast nur Verantwortung für die Zukunft

In Allgemein on 24. September 2016 at 19:48

Max Mannheimer ist heute gestorben. Der Mahner und Versöhner, einer der letzten Überlebenden des Holocaust, ist heute im Alter von 96 Jahren gestorben.

Wie immer kann man die Fakten und das Leben Max Mannheimers auf Wikipedia nachlesen. Deshalb hier auch keine Aufzählung seiner Verdienste.

Viel wichtiger ist für mich eine der vielen Aussagen dieses Mannes. Eines Menschen, der nicht auf Vergeltung pochte, sondern der gegen das Vergessen anging und auf Versöhnung setzte.

Zu den Jugendlichen, die sich bei Max Mannheimer entschuldigten, was Ihre Vorfahren ihm und seinen Leidensgenossen angetan hatten, sagte er „Du bist nicht schuldig, Du hast Verantwortung für die Zukunft“

Ich frage mich, was einfacher ist: Sich für Dinge zu entschuldigen, die ich selbst nicht direkt verschuldet habe, oder die Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Mir ist dieser Satz sehr wichtig geworden. Verantwortung haben. Nicht sich hinter der Vergangenheit und der damaligen Schuld zu verstecken, sondern dazu beizutragen, dass es in meiner Gegenwart und in der Zukunft, die ich mitgestalten kann, so was nicht mal mehr ansatzweise passiert.

Ich wünsche mit, dass der Satz von Max Mannheimer in unsere Welt hinausgetragen wird, dass er Früchte trägt, dass er Menschen findet, die ihn für sich und ihr Leben annehmen und die Verantwortung übernehmen.

Ich bin mir sicher, dass dies Max Mannheimer mehr beeindrucken und gefallen würde als jede Hommage und jedes „RIP“ Posting

Mit zunehmender Nähe wächst die Betroffenheit

In Allgemein on 16. November 2015 at 14:02

Um gleich vorab etwas klar zu stellen:
Die Anschläge in Paris am Freitagabend verurteile ich aufs Schärfste und ich bin auch schockiert und sehr betroffen.
Nicht ohne Grund hat es bis heute gedauert, bis ich mich in meinem Blog zu Wort melde.

Aber:
Ich bin nicht Paris, und ich werde auch mein Facebook Profilbild nicht mit der französischen Flagge ausstatten.
Ich werde den Eifelturm nicht in ein Friedenszeichen umwandeln.
Und trotzdem bin ich traurig. Ich trauere. Über den Verlust von Menschen, den Verlust von Menschlichkeit.
Ich trauere, dass im Namen einer Religion Leid über Menschen kommt, dass unter dem Deckmantel des Glaubens sogenannte „Ungläubige“ hingerichtet werden.

Paris hat den Terror des „Islamischen Staates“ uns Europäern nahe gebracht, das Entsetzen, den Tod, die Machtlosigkeit.
Genau der Terror, vor dem die Menschen aus Syrien und anderen Staaten fliehen, ist jetzt in der Stadt der Liebe angekommen.
Es hätte jede andere Stadt sein können. Den Rest des Beitrags lesen »

Henning Mankell – der „Vater“ von Walander ist gestorben

In Allgemein on 5. Oktober 2015 at 15:59

Die „Bekanntschaft“ mit Henning Mankell machte ich erst durch die verfilmten Krimis, die ich einfach gut finde. Danach mussten diese natürlich auch gelesen werden.
Heute erfahre ich, dass Henning Mankell mit 67 Jahren an seinem Krebsleiden gestorben ist. Sein Krimiheld Wallander bekam Alzheimer.

Wie es so ist, erst wenn man erfährt, dass ein Schriftsteller tot ist, schaut man nach, was er alles geschrieben hat, ewas sein Leben so ausgemacht hat, was er sonst so gedacht hat, wofür er sich eingesetzt hat.

Und da ist Mankell eine sehr interessante Person, eine Person, die weit mehr konnte, als Krimis schreiben.

Vieles Interessantes habe ich mal wieder bei Wikipedia gefunden. Aber es gibt natürlich genügend andere Quellen über Mankell.
Ich für meine Wenigkeit habe wieder ein paar Bücher mehr im Schrank, deren Autor nicht mehr lebt. Zumindest nicht leiblich oder wie das heisst. Aber in seinen Werken lebt er weiter.

Und da ich diesen Sommer in Schweden war, gibt es jetzt auch noch Bilder in meinem Kopf zu seinen Krimis

 

„Ich habe in zwei Diktaturen gelebt…“

In Allgemein on 30. September 2015 at 20:00

„… die erste habe ich gemocht und erst später gemerkt, dass das ein Schweineregime war. Die zweite habe ich von Anfang an gehasst.“

Das sagte Hellmuth Karasek  in der Deutschen Welle am 3. Januar 2014.
Gestern ist Hellmuth Karasek gestorben. Schriftsteller, Literaturkritiker und Mitglied des „Literarischen Quartetts“. Die Wiederauflage dieser Sendereihe kann Karasek nicht mehr mitbekommen. Sie startet am 2. Oktober wieder im ZDF.

Wie immer verweise ich auch andere Artikel im „Web“, welche Karaseks Werdegang weit besser beschreiben, als ich es kann. So sein hier der Einfachheit halber der Wikipedia Artikel genannt.

Es ist irgendwie erstaunlich, dass man erst nach dem Tod eines Künstlers wieder mehr auf ihn aufmerksam wird. Das passiert mir regelmässig, wenn Sänger, Schauspieler, oder wie jetzt, Schriftsteller sterben.

Ich habe das Buch „Soll das ein Witz  sein“ von Karasek „angelesen“. Ich werde es nochmals mir vornehmen und es zu Ende lesen.

„Wer sich erinnert, erfindet sich noch einmal“, beginnt Karasek seine Memoiren in „Auf der Flucht“.

In diesem Buch beschreibt er seine Kindheit in Brünn (Brno), auch seine Flucht in den Osten Deutschlands und von da dann in die Bundesrepublik.
Ich denke, ich werde mir dieses Buch auch noch zulegen.

Walter Seidensticker gestorben

In Allgemein on 13. April 2015 at 13:33

Am Montag, den 6. April 2015, ist Walter Seidensticker im Alter von 85 Jahren gestorben. Walter Seidensticker war nicht nur ein leidenschaftlicher Unternehmer, der den Ausspruch seines Vaters, Walter Seidensticker sen. „Alles, was ich anfasste, wurde zu Hemden“ aus tiefster Überzeugung weitertrug, sondern er engagierte sich auch in zahlreichen kulturellen und ehrenamtlichen Projekten. Auch pflegte er fast ein halbes Jahrhundert lang Mitgliedschaften in Landes- und Fachverbänden der Bekleidungsindustrie. Den Rest des Beitrags lesen »

Zum Tode von Joe Cocker

In Allgemein on 22. Dezember 2014 at 21:29

Heute Abend habe ich im Radio vom Tode Joe Cockers gehört.  Im Gegensatz zum Tod von Udo Jürgens hat mich diese Nachricht geschockt und traurig gemacht.  Joe Cocker hat mich seit meiner Jugend begleitet. Udo Jürgens war immer für mich der Schlagersänger,  wenn auch mit ein wenig anspruchsvolleren Texten als die Masse der deutschsprachigen Schlagersänger.

Joe Cocker war Woodstock, Freiheit, eben Feeling. Mitte der 1970er Jahre bannte ich ihn vom Radio auf Compact Cassette, danach hatte ich ein wenig mehr Geld und konnte mir schon die eine oder andere CD leisten.  Und heute ist Joe Cocker neben den anderen Grossen wie Eric Clapton, Tina Turner etc. auf meinemMP 3 Player.

Ein Trost ist es, dass seine Interpretationen der Lieder dank der Technik für uns weiter bleiben, Joe Cocker in den Liedern weiter lebt. Ich werde weiterhin die Augen schliessen w0enn „You can leave your hat on“ läuft und bei „You are so beautiful“ seine Stimme geniessen. Die nächste Zeit mit dem Kloß der Traurigkeit im Hals.

Danke, Joe Cocker, für deine Songs, für deine Stimme.

Weitere Infos über Joe Cocker:

http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Cocker

 

 

 

Lord Richard Attenborough gestorben

In Allgemein on 25. August 2014 at 16:42

Der Schauspieler und Regisseur Lord Richard Attenborough ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
Der Guardian beschreibt sein Schaffen und Werden in eindrucksvollen Worten, so dass ich dies nicht einfach duplizieren möchte. Warum ich diesem Mann posthum hier ein paar Zeilen widme ist die Tatsache, dass Richard Attenborogh immer ein bescheidener Mann geblieben ist, trotz seiner Erfolge als Schauspieler und Regisseur. Er hatte es nicht nötig, mit „Regenbogen-Schlagzeilen“ auf sich aufmerksam zu machen, sondern hielt sich immer im Hintergrund.
„Ich bin kein grosser Regisseur, ich bin nur ein guter Regisseur“ hat er einmal gesagt.

Dieser Mann hat Regie geführt bei so bekannten Filmen wie „Die Brücke von Arnheim“, „A Chorus Line“ oder „Ghandi“
Er war als Schauspieler bei den „Jurassic Park“ Filmen aktiv, aber auch bei „Hamlet“, „Doktor Dollittle“, „Elisabeth“ oder „Das Kanonenboot am Yangtse-Kiang“, „Der Flug des Phoenix“. Diese kurze Filmauswahl soll als Beweis seiner Flexibilität genügen.

Neben seinem Beruf als Regisseur und Schauspieler, oder sollte ich lieber Berufung sagen, war Richard Attenborough als Stimme für die Schwachen und Benachteiligten der Welt bekannt. Neben dem Martin-Luther-King Friedenspreis erhielt er zahlreiche Ehrentitel für sein soziales Engagement. So war er UNICEF Ehrenbotschafter und seit 1967 Commander of the Order of the British Empire. Nachdem er 1976 zum Ritter geschlagen wurde (Sir Richard Attenborough), wurde er 1993 zu seinem siebzigsten Geburtstag zum Lord Attenborough of Richmond upon Thames ernannt. Somit hatte er als Labour Mitglied einen Sitz im House of Lords.

Mit dem Tod Lord Richard Attenboroughs verlässt wieder ein Mensch die Bühne des Lebens, von denen es gerne mehr geben könnte.