juckplotz

Posts Tagged ‘Schriftsteller’

Werden wir Gleichgültig?

In Allgemein, Lyrik on 13. Februar 2017 at 06:00

»Ich habe immer daran geglaubt, daß das Gegenteil von Liebe nicht Haß ist, sondern Gleichgültigkeit.

Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit.

Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit.

Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.«

Elie Wiesel
Erinnerung als Gegenwart

Advertisements

Robert Allen Zimmerman bekommt den Literaturnobelpreis 2016

In Allgemein on 13. Oktober 2016 at 21:01

320px-joan_baez_bob_dylan

Civil Rights March on Washington, D.C. Entertainment: closeup view of vocalists Joan Baez and Bob Dylan, 08/28/1963 Source: [http://www.archives.gov NARA] – ARC Identifier: 542021 {{PD-USGov}}

Kennen Sie Robert Allen Zimmerman? Sicher kennen Sie ihn. Nur eben als Bob Dylan. Und dieser hat heute den Nobelpreis für Literatur erhalten. Was, ein Sänger und Liedtextschreiber, sorry entschuldigung, ein „Songwriter“ bekommt einen Literaturnobelpreis? Ja jetzt aber. Teile der heiligen schreibende Zunft, wahrscheinlich vertreten durch solche, die noch nie versucht haben einen Liedtext zu schreiben, empört sich darüber, dass der Nobelpreis an einen Sänger verliehen wurde. Apropos verliehen: Ich hab noch nie gesehen, wie sie ihn zurück gegeben haben.

Liebe „Juckplotz“ Verfolgerinnen und Verfolger, liebe Literaturbloggerinnen und -blogger, wie ist Ihre Meinung? Sollen die Musicpeople jetzt auch noch die Literaturpreise absahnen, oder sollen sie gefälligst in ihrem Bereich bleiben?

Sind Texte wie „Blowing in the Wind“ nicht Literatur ? Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen: 8. August 1944 – Zugfahrt nach Westerbork

In Allgemein on 9. August 2016 at 13:40

Endlich an der Luft, die frische Luft, die ich so sehr vermisst habe.
Befehle, Schreie, Menschen, die Menschen irgendwohin treiben
Menschen, die andere Menschen verraten, belügen
Menschen, die anderen Menschen Leid zufügen
Zwei Klassen von Menschen. Menschen mit und ohne Stern.
Trotzdem Menschen
Wir wurden verraten.
Warum mussten wir uns verstecken?
Jetzt kommen wir in ein Straflager
Weil wir uns nicht freiwillig gemeldet haben
Warum sollten wir uns melden?
Weil wir Juden sind?
Weil wir eine Gefahr sind?
Für wen?
Für die Menschen?
Für die Deutschen?
Für die Niederländer?
Wir kommen in die Waggons
Ganz normale Waggons
Mit Fenstern
Die Türen werden von aussen geschlossen
Aber die Fenster sind nicht verdunkelt
Ich sehe die Landschaft
Felder, Wiesen
Ich sehe den Himmel und die Wolken
Es ist Sommer
August
Und ich bin tagsüber endlich wieder „draussen“
Das Versteckspiel hat ein Ende
Ich bin erleichtert
Glaube, dass doch alles gut wird
Ich will nicht nachdenken
Nicht jetzt
Habe so viel nachgedacht
Habe so viel geschrieben
Ich will einfach das Licht geniessen
Die Sonne
Den Sommer
Durch die Glasscheiben
Des Zuges, der uns ins Straflager bringt
Wir werden bestraft, weil wir anders sind
Und Menschen brauchen Menschen, die anders sind
Menschen, die an allem schuld sind
Menschen, die man bestrafen kann
©Jörg Wagner Den Rest des Beitrags lesen »

Henning Mankell – der „Vater“ von Walander ist gestorben

In Allgemein on 5. Oktober 2015 at 15:59

Die „Bekanntschaft“ mit Henning Mankell machte ich erst durch die verfilmten Krimis, die ich einfach gut finde. Danach mussten diese natürlich auch gelesen werden.
Heute erfahre ich, dass Henning Mankell mit 67 Jahren an seinem Krebsleiden gestorben ist. Sein Krimiheld Wallander bekam Alzheimer.

Wie es so ist, erst wenn man erfährt, dass ein Schriftsteller tot ist, schaut man nach, was er alles geschrieben hat, ewas sein Leben so ausgemacht hat, was er sonst so gedacht hat, wofür er sich eingesetzt hat.

Und da ist Mankell eine sehr interessante Person, eine Person, die weit mehr konnte, als Krimis schreiben.

Vieles Interessantes habe ich mal wieder bei Wikipedia gefunden. Aber es gibt natürlich genügend andere Quellen über Mankell.
Ich für meine Wenigkeit habe wieder ein paar Bücher mehr im Schrank, deren Autor nicht mehr lebt. Zumindest nicht leiblich oder wie das heisst. Aber in seinen Werken lebt er weiter.

Und da ich diesen Sommer in Schweden war, gibt es jetzt auch noch Bilder in meinem Kopf zu seinen Krimis

 

„Ich habe in zwei Diktaturen gelebt…“

In Allgemein on 30. September 2015 at 20:00

„… die erste habe ich gemocht und erst später gemerkt, dass das ein Schweineregime war. Die zweite habe ich von Anfang an gehasst.“

Das sagte Hellmuth Karasek  in der Deutschen Welle am 3. Januar 2014.
Gestern ist Hellmuth Karasek gestorben. Schriftsteller, Literaturkritiker und Mitglied des „Literarischen Quartetts“. Die Wiederauflage dieser Sendereihe kann Karasek nicht mehr mitbekommen. Sie startet am 2. Oktober wieder im ZDF.

Wie immer verweise ich auch andere Artikel im „Web“, welche Karaseks Werdegang weit besser beschreiben, als ich es kann. So sein hier der Einfachheit halber der Wikipedia Artikel genannt.

Es ist irgendwie erstaunlich, dass man erst nach dem Tod eines Künstlers wieder mehr auf ihn aufmerksam wird. Das passiert mir regelmässig, wenn Sänger, Schauspieler, oder wie jetzt, Schriftsteller sterben.

Ich habe das Buch „Soll das ein Witz  sein“ von Karasek „angelesen“. Ich werde es nochmals mir vornehmen und es zu Ende lesen.

„Wer sich erinnert, erfindet sich noch einmal“, beginnt Karasek seine Memoiren in „Auf der Flucht“.

In diesem Buch beschreibt er seine Kindheit in Brünn (Brno), auch seine Flucht in den Osten Deutschlands und von da dann in die Bundesrepublik.
Ich denke, ich werde mir dieses Buch auch noch zulegen.

Zum Tode von Siegfried Lenz

In Allgemein on 7. Oktober 2014 at 16:00
Siegfried Lenz 1969

Siegfried Lenz 1969

Mit 88 Jahren ist heute der Schriftsteller Siegfried Lenz im Kreis seiner Familie verstorben.
Siegfried Lenz wurde vor allem mit seinem Roman „Deutschstunde“ aus dem Jahr 1968 bekannt. Der Roman, der mittels eines Vater – Sohn Konfliktes die Kriegsgeneration und die rebellierende Nachkriegsgeneration darstellt, und damit auch zur Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus beitrug, ist in mehrere Sprachen übersetzt worden.
Aber nicht nur die Aufarbeitung der Vergangenheit war ein Anliegen von Siegfried Lenz. Er setzte sich auch für die Aussöhnung mit Polen ein und begleitete den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt im Jahre 1970 zur Unterzeichnung der Warschauer Verträge.

Lenz war aber auch ein Meister der Erzählung. Der 1955 erschienene Band „So zärtlich war Suleyken“ mit Geschichten aus Ostpreussen oder „Lehmanns Erzählungen“ (1964), welches die Erlebnisse eines Schwarzhändlers nach dem Zweiten Weltkrieg amüsant beschreiben, zeigen dies eindrücklich.
Im Jahre 2011 erschien der Erzählband „Die Maske“, sein letztes Werk.

1988 erhielt Lenz den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Mehrere seiner Werke sind auch für das Fernsehen verfilmt worden. „Der Mann im Strom“, „Das Feuerschiff“ und „Die Auflehnung“ wurden  jeweils mit Jan Fedder in der Hauptrolle verfilmt.

Siegfried Lenz, ein Schriftsteller der Nachkriegszeit, ist gestorben. Seine Werke verdienen es aber, auch von Menschen der heutigen Zeit gelesen zu werden. Sie beschreiben ein Stück Geschichte Deutschlands.

 

Otfried Preußler gestorben

In Allgemein on 20. Februar 2013 at 21:57

Heute ist einer meiner Lieblingsautoren aus der Kinder- und Jugendzeit gestorben. Der Vater der „kleinen Hexe“, von „Hörbe mit dem Grossen Hut“ und natürlich von „Räuber Hotzenplotz“ hat uns seine unnachahmlichen Bücher als Vermächtnis hier gelassen. „Der kleine Wassermann“ und „Das kleine Gespenst“ werden jetzt wahrscheinlich genau so wie „der starke Wanja“ von vielen, nicht unbedingt jungen Leserinnen und Lesern wieder hervor geholt, um nochmals gelesen zu werden.
Otfried Preußler hat in den letzten Jahren an Berichten aus seiner russischen Gefangenschaft gearbeitet, die auf seinen Wunsch hin nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten. Diese Berichte werden bestimmt einen Teil in seinem Leben beleuchten, der in keinem seiner Bücher je ansatzweise aufgetaucht ist. Otfried Preußler, der nach seiner Gefangenschaft sich in Bayern niedergelassen hat, dort seine vertriebene Familie und Verlobte wiedergefunden hat, hat sich seinen Wunsch erfüllt,und war Lehrer und Rektor an der jetzt nach ihm benannten Schule.
Auch mich hat er unterrichtet und unterhalten. Nicht direkt in seiner Schule, sondern durch seine Bücher, die fester Bestandteil meiner Kinderbibliothek waren.
Danke, lieber Otfried Preußler für dieses Lesevergnügen. Mögen Ihre Bücher auch die Kinder der zukünftigen Generationen unterhalten und erfreuen.
Mehr über Otfried Preußler in Wikipedia