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Posts Tagged ‘Politik’

Robert Allen Zimmerman bekommt den Literaturnobelpreis 2016

In Allgemein on 13. Oktober 2016 at 21:01

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Civil Rights March on Washington, D.C. Entertainment: closeup view of vocalists Joan Baez and Bob Dylan, 08/28/1963 Source: [http://www.archives.gov NARA] – ARC Identifier: 542021 {{PD-USGov}}

Kennen Sie Robert Allen Zimmerman? Sicher kennen Sie ihn. Nur eben als Bob Dylan. Und dieser hat heute den Nobelpreis für Literatur erhalten. Was, ein Sänger und Liedtextschreiber, sorry entschuldigung, ein „Songwriter“ bekommt einen Literaturnobelpreis? Ja jetzt aber. Teile der heiligen schreibende Zunft, wahrscheinlich vertreten durch solche, die noch nie versucht haben einen Liedtext zu schreiben, empört sich darüber, dass der Nobelpreis an einen Sänger verliehen wurde. Apropos verliehen: Ich hab noch nie gesehen, wie sie ihn zurück gegeben haben.

Liebe „Juckplotz“ Verfolgerinnen und Verfolger, liebe Literaturbloggerinnen und -blogger, wie ist Ihre Meinung? Sollen die Musicpeople jetzt auch noch die Literaturpreise absahnen, oder sollen sie gefälligst in ihrem Bereich bleiben?

Sind Texte wie „Blowing in the Wind“ nicht Literatur ? Den Rest des Beitrags lesen »

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Tag der Deutschen Einheit

In Allgemein on 4. Oktober 2016 at 18:09

deutschlandfahnenWelch Name für einen Feiertag… „Tag der Deutschen Einheit“….
Welche Einheit, fragte ich mich gestern…
Wo sind wir in Deutschland uns noch einig? Wo haben wir eine Einheit? Ein Feiertag, der dazu da ist, sich zu besinnen, was dazu geführt hat, eine Einheit eines Landes zu feiern.
Deutschland wurde nach dem unseligen Krieg, angezettelt durch das Nazi Regime im Deutschen Reich, von den Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Niemand in Deutschland wurde damals gefragt, wo er denn gerne leben möchte. Die Siegermächte nannten sich „Die Alliierten“, es waren Frankreich, Grossbritannien, die USA und als vierte Besatzungsmacht Russland. Leider waren die Ideologien der „West-Alliierten“ anders als die Ideologie Russlands. Machtkämpfe mündeten im Kalten Krieg, der nur nach aussen kalt war, zu manchen Zeiten jedoch sehr kritisch. Wir sind, wenn man Experten glaubt, damals knapp an einem Atomkrieg vorbei geschrammt. In dessen Zentrum wäre das (geteilte) Deutschland gewesen. Über Jahrzehnte gab es Versuche, die Spannung, die sich auch zwischen den beiden deutschen Staaten aufgebaut hatte (nicht ohne das Zutun der „grossen Brüder“ USA und UdSSR), abzubauen. Es gelang mal mehr, mal weniger. Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen: 8. August 1944 – Zugfahrt nach Westerbork

In Allgemein on 9. August 2016 at 13:40

Endlich an der Luft, die frische Luft, die ich so sehr vermisst habe.
Befehle, Schreie, Menschen, die Menschen irgendwohin treiben
Menschen, die andere Menschen verraten, belügen
Menschen, die anderen Menschen Leid zufügen
Zwei Klassen von Menschen. Menschen mit und ohne Stern.
Trotzdem Menschen
Wir wurden verraten.
Warum mussten wir uns verstecken?
Jetzt kommen wir in ein Straflager
Weil wir uns nicht freiwillig gemeldet haben
Warum sollten wir uns melden?
Weil wir Juden sind?
Weil wir eine Gefahr sind?
Für wen?
Für die Menschen?
Für die Deutschen?
Für die Niederländer?
Wir kommen in die Waggons
Ganz normale Waggons
Mit Fenstern
Die Türen werden von aussen geschlossen
Aber die Fenster sind nicht verdunkelt
Ich sehe die Landschaft
Felder, Wiesen
Ich sehe den Himmel und die Wolken
Es ist Sommer
August
Und ich bin tagsüber endlich wieder „draussen“
Das Versteckspiel hat ein Ende
Ich bin erleichtert
Glaube, dass doch alles gut wird
Ich will nicht nachdenken
Nicht jetzt
Habe so viel nachgedacht
Habe so viel geschrieben
Ich will einfach das Licht geniessen
Die Sonne
Den Sommer
Durch die Glasscheiben
Des Zuges, der uns ins Straflager bringt
Wir werden bestraft, weil wir anders sind
Und Menschen brauchen Menschen, die anders sind
Menschen, die an allem schuld sind
Menschen, die man bestrafen kann
©Jörg Wagner Den Rest des Beitrags lesen »

Nachhilfe in Demokratie – Danke Ankara

In Allgemein on 1. August 2016 at 16:04

Eigentlich sollte ich darüber lachen. Da findet in Deutschland eine Demo für den Despoten Erdogan statt, bei dem sogar der Spottminister  Sportminister aus dem demokratischen Vorzeigeland Türkei einreisen und mitspielen darf. Nur der Gründer der neuen Demokratie, Herr Erdogan, darf nicht mal auf der Videoleinwand zu seinem Volk sprechen, welches in einem Land sein Dasein fristen muss, in dem laut Erdogan das Bundesverfassungsgericht nicht unabhängig von der Regierung ist.
Wie gesagt, ich sollte darüber lachen.
Kann ich nicht. Bin da total ohne Humor.
Nochmal ganz klar: Ich rede von Erdogan und seiner Partei, seinen Aktionen und seinem Despotismus. Ich rede von der Unterdrückung der Freiheit in der Türkei. Unterdrückung von Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit. Und ich rede davon, dass diese Bewegungen keinen Platz auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland haben dürfen. Und dass die Verantwortlichen der bundesdeutschen Politik Rückgrat zeigen und für unsere Demokratie einstehen.

Schwäbisch würde ich sagen: Vom Erdogan lasse mir ons ned an kara fahra (An Karra fahre =  Angreifen, kritisieren … an den Karren fahren)

 

Freilandhühner demonstrieren für Käfighaltung

In Allgemein on 31. Juli 2016 at 20:14

F08A4670Diesen Satz habe ich gerade auf Twitter gelesen. Im Zusammenhang mit der (zum Glück friedlichen) Demo der Erdogan Befürworter in Köln.
Ich fand den Satz sehr gut, abwohl ich mir nicht anmassen möchte, ein Türkei Kenner zu sein. Aber ein paar Gedanken darf ich mir schon machen. Und wenn jemand aus dem Kreis dazu beitragen kann, meine Meinung zu korrigieren (dabei meine ich ein anständiges und konstruktives Kritisieren – Beleidungen werden gelöscht bzw. nicht genehmigt… die Freiheit nehme ich mir hier) Den Rest des Beitrags lesen »

Die Sache mit der Deutschlandfahne

In Allgemein on 14. Juni 2016 at 00:04

deutschlandfahnenEin unsäglicher Krieg, massenhafte Ermordung von Menschen, Hassparolen und unendliches Leid, ausgehend von einem Land, welches Deutschland hiess, hat den Bewohnern dieses Landes für einige Jahrzehnte den Stolz auf dieses Land genommen. Den meisten wenigstens. Manchen nicht. Aber dieses Deutschland hat sich nach diesem unsäglichen Krieg, nach der Diktatur der Vernichtung gewandelt. Es entstand ein Grundgesetz, auf dem Demokratie gebaut wurde ( und hoffentlich noch wird), in dem die Menschenwürde und die Religionsfreiheit verbrieft wurden. Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen

In Allgemein on 20. Februar 2016 at 23:18

TodFünfzehn Jahre nach dem Ende des unsäglichen Krieges, der in der Geschichte „Der Zweite Weltkrieg“ genannt wurde, und doch so anders war als alle Kriege davor, weil es eben nicht „nur“ ein Krieg war, wurde irgendwo im südlichen Deutschland, genauer gesagt, auf der schwäbischen Alb, ein Kind geboren. Es war ein Sonntag ziemlich am Ende des Oktobers, und wenn es nicht Sonntag gewesen wäre, sondern Freitag, dann wäre Weltspartag gewesen. Das nur so nebenbei.
Der Junge war das Kind von Eltern, die den zweiten Weltkrieg als Kinder und Jugendliche erlebt haben. Die Mutter war bei Kriegsende knapp fünfzehn Jahre alt, der Vater siebzehn.
Jungmädelbund und Hitler Jugend waren Bestandteil der damaligen Jugend im „Dritten Reich“. Der Vater des Kindes war als Flakhelfer am Westwall und hat Dinge gesehen, von denen er nie im Detail erzählt hat, auch später nicht. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Eltern hatten Angst vor mir, dachten, ich sei Kommunistin

In Allgemein on 9. Januar 2016 at 06:00

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Joan Baez Juli 2008 in Dresden Foto: Ralf Schulze, Koblenz CC BY2.0


Ich bin im Geburtstagsmodus. Dies gleich mal als Entschuldigung vorab. Aber heute hat jemand Geburtstag, der noch lebt, und die letztes Jahr ein tolles Interview gegeben hat. Ein lesenswertes Interview, in welchem ich viele Parallelen zu unserer jetzigen gesellschaftlichen Situation sehe

All the best and many happy returns of this day, dear Joan Baez

 

http://www.welt.de/kultur/pop/article140800816/Hashtags-erleichtern-nur-unser-Gewissen.html

Donald J. Trump – Nur Medienkasper oder gefährlich?

In Allgemein on 15. Dezember 2015 at 10:50

Noch lachen wir oder schütteln verwundert den Kopf über den milliardenschweren, sich in Szene setzenden „Republikaner“ Donald J. Trump.
Die Medien stürzen sich auf ihn und nur wenige nehmen ihn und seine verbalen Auswüchse ernst. Ein paar wenige Journalisten sehen diesem Treiben mit gemischten Gefühlen zu, die meisten sehen in Donald J. Trumps Äusserungen nicht mehr als flegelhaftes Auftreten.
Seine Beleidigungen gegen Frauen, behinderte Mitmenschen, Ausländer garantieren ihm das Interesse der Medien.
Er ist in den Schlagzeilen und die Masse schüttelt den Kopf, maximal, mehr aber auch nicht.
In Deutschland gibt es tagelange Diskussionen, wenn eine Person des politischen Lebens nicht 100% korrekt agiert.
Bewerber auf ein politisches Amt würden sich mit Aussagen Trump’schen Stils hierzulande mindestens aufs Abstellgleis manövrieren.
Interessanterweise sehen aber auch unsere Medien in Trump eher einen Medienkasper als einen zumindest latent gefährlichen Gegner der Demokratie und der Freiheit.
Dass jede pauschale Aussage gegen eine Bevölkerungsgruppe immer irgendwo bei irgendwelchen Gestalten kleben bleibt, um dort im feuchten Sumpf der Vorurteile vor sich hin zu wuchern, ist scheinbar noch nicht bei allen angekommen. Den Rest des Beitrags lesen »

Mit zunehmender Nähe wächst die Betroffenheit

In Allgemein on 16. November 2015 at 14:02

Um gleich vorab etwas klar zu stellen:
Die Anschläge in Paris am Freitagabend verurteile ich aufs Schärfste und ich bin auch schockiert und sehr betroffen.
Nicht ohne Grund hat es bis heute gedauert, bis ich mich in meinem Blog zu Wort melde.

Aber:
Ich bin nicht Paris, und ich werde auch mein Facebook Profilbild nicht mit der französischen Flagge ausstatten.
Ich werde den Eifelturm nicht in ein Friedenszeichen umwandeln.
Und trotzdem bin ich traurig. Ich trauere. Über den Verlust von Menschen, den Verlust von Menschlichkeit.
Ich trauere, dass im Namen einer Religion Leid über Menschen kommt, dass unter dem Deckmantel des Glaubens sogenannte „Ungläubige“ hingerichtet werden.

Paris hat den Terror des „Islamischen Staates“ uns Europäern nahe gebracht, das Entsetzen, den Tod, die Machtlosigkeit.
Genau der Terror, vor dem die Menschen aus Syrien und anderen Staaten fliehen, ist jetzt in der Stadt der Liebe angekommen.
Es hätte jede andere Stadt sein können. Den Rest des Beitrags lesen »