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Posts Tagged ‘Nationalsozialismus’

Auch wenn es Manche stört…

In Gegen das Vergessen, juckplotz.de on 9. November 2020 at 17:39

Es ist mal wieder der 9. November. Ein Datum, das zu Deutschland gehört. Untrennbar mit diesem Datum sind einige Ereignisse verbunden

1918 – Novemberrevolution in Berlin und Ausrufung der Republik

1923 – Adolf Hitler unternimmt einen Putschversuch gegen die demokratische Regierung. Es finden 16 Menschen den Tod und Adolf Hitler wird zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Wegen guter Führung allerdings nach neun Monaten entlassen.

1933 – Der neunte November wird zum Gedenk- und Feiertag in der NS-Diktatur, an welchem den sogannten „Blutzeugen der Bewegung“ gedacht wird

1938 – Vom 7. bis 13. November inszenieren die Nationalsozialisten die Novemberpogrome, bei denen die Ausschreitungen als „Volkszorn“ dargestellt werden. Synagogen brennen und hunderte von Juden werden ermordet. Der 9. November 1938 gilt als Kulminationsdatum dieser Pogrome, die den Übergang von der Ausgrenzung und Diskriminierung der Juden zur offenen Verfolgung markieren. In den folgenden Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs werden etwa sechs Millionen Juden systematisch ermordet.

1967 „Unter den Talaren – Muff von 100 Jahren“ – Studenten entrollen ein Transparent mit diesem Spruch bei der Amtseinführung des Rektors der Hamburger Universität. Dieser Spruch wird zum Symbol der 68er-Bewegung

1969 Die linksextremistische Terrororganisation „Tupamaros West-Berlin“ legt eine Bombe in das Jüdische Gemeindehaus in Berlin. Zum Glück zündet die Bombe jedoch nicht

1989 Öffnung der deutsch-deutschen Grenze (Unter Berücksichtigung der Vorfälle am 9. November 1938 wird der Tag der Deutschen Einheit später jedoch am 3. Oktober als Nationalfeiertag festgelegt)

Von diesen Daten möchte ich das Augenmerk auf 1923 und 1933 legen. Damit auch zeigen, dass das „Nie wieder“ stark gefährdet ist in der heutigen Zeit, in der es Menschen gibt, die zum Sturm auf den Reichstag auffordern, die zum Sturz der demokratisch gewählten Regierung aufrufen und die wieder gegen Juden hetzen, die angeblich im Hintergrund die Strippen ziehen, um die neue Weltordnung zu definieren.

Leute, lacht nicht darüber
Sagt auch nicht: „In manchen Dingen haben sie ja Recht“
Öffnet Eure Augen, schaut, mit wem ihr Euch verbündet
Schützt die Demokratie
Schützt die Menschen
Schützt die Schwachen
Steht auf gegen Verallgemeinerungen
Habt keine Angst

Und vergesst nie, was unseren Mitmenschen angetan wurde

Der Artikel erschien ursprünglich auf juckplotz.de

Babyn Jar

In Gegen das Vergessen on 30. September 2018 at 12:18

Dieser Artikel steht auf
https://juckplotz.de/2018/09/30/babyn-jar/

Die Erinnerung darf nicht enden…

In Allgemein on 27. Januar 2018 at 17:43

…sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.Roman Herzog, 3. Januar 1996 (Proklamation zur Festlegung des 27. Januars als Holocaust Gedenktag)

Wieder einmal versuchen verschiedene Strömungen, den 27. Januar zu verwässern. Es wird angeführt, dass es mindestens so schlimme Verbrechen gegeben hat und noch gibt. Es wird diskutiert, ob die Bürger der damaligen Deutschland bewusst oder unbewusst das Hitler Regime unterstützt hat. Es wird von der Ungerechtigkeit des heutigen Staates Israel gegen Palästinenser geredet etc.

Auch jüdische Verbände und Gruppierungen versuchen, den 27. Januar für sich zu vereinnahmen, indem sie alles, was als Kritik gegen Israel angeführt wird, als „antisemitisch“ bezeichnet wird.

Bitte lest alle nochmals die Proklamation von Roman Herzog. Den Rest des Beitrags lesen »

Mein Gewissen schmerzt mich noch immer, dass ich nicht mehr tun konnte

In Allgemein on 12. August 2017 at 19:04

Diesen Satz sagte vor zehn Jahren eine Frau, die ihr Leben einsetzte, um andere Leben zu retten. Von einer Frau, die rund 2500 Kinder aus dem Warschauer Ghetto vor dem sicheren Tod rettete.
Diese Frau wurde 2007 für den Friedensnobelpreis nominiert, den dann am Ende Al Gore für einen Film erhalten hat, der die Welt bezüglich der Klimaerwärmung aufrütteln sollte.

Al Gore war Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, deren heutige Regierung aus dem Klimaschutzabkommen aussteigt und die mit „America First“ zeigt, dass wirtschaftliche Interessen (heute) wichtiger sind als alles andere.

Irena Sendler, von der ich hier ein wenig berichten möchte, hat also nicht den Friedensnobelpreis bekommen. Bescheiden, wie sie war, hätte sie bestimmt gemeint, dass sie ihn nicht verdient hätte.
Kurz vor ihrem Tod wurde sie vom Parlament in Warschau zur nationalen Heldin ernannt. Der damalige Präsident Lech Kacynski bezeichnete sie als “ Symbol für alle Polen, die während der Besatzung durch die Nazis ihr eigenes Leben riskiert hätten, um das vieler Juden zu retten“. Und:“Sie verdient großen Respekt von der gesamten Nation.“ Den Rest des Beitrags lesen »

Vor 75 Jahren: … Abgeholt

In Allgemein on 19. Oktober 2016 at 12:02

Wird je ein Mensch der Nachwelt sagen können, wie wir hier gelebt und gelitten haben, wie wir gehungert, und wie wir gestorben sind?
Oskar Singer

Am 18. Oktober 1941, also vor 75 Jahren, begannen die Deportationen von Juden aus Berlin. Die „Osttransporte“ begannen. Transporte die in den Ghettos und Vernichtungslagern im Osten endeten.

Die Deportation der jüdischen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus war, zumindest in Berlin, keine geheime Sache. In einem langen Zug mussten die Berliner Juden durch die Stadt zum Bahnhof Grunewald laufen. Dies konnte nicht unbemerkt bleiben, denn es geschah dazu noch am helllichten Tag.
Der erste Zug verließ am 18. Oktober 1941 den Bahnhof Grunewald. Es folgten bis Anfang 1945 noch 183 dieser „Osttransporte“. Über 56000 Juden wurden aus Berlin deportiert.
Am Anfang gingen die Transporte in die Ghettos, danach fast ausschliesslich nach Theresienstadt und Auschwitz. Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen: 8. August 1944 – Zugfahrt nach Westerbork

In Allgemein on 9. August 2016 at 13:40

Endlich an der Luft, die frische Luft, die ich so sehr vermisst habe.
Befehle, Schreie, Menschen, die Menschen irgendwohin treiben
Menschen, die andere Menschen verraten, belügen
Menschen, die anderen Menschen Leid zufügen
Zwei Klassen von Menschen. Menschen mit und ohne Stern.
Trotzdem Menschen
Wir wurden verraten.
Warum mussten wir uns verstecken?
Jetzt kommen wir in ein Straflager
Weil wir uns nicht freiwillig gemeldet haben
Warum sollten wir uns melden?
Weil wir Juden sind?
Weil wir eine Gefahr sind?
Für wen?
Für die Menschen?
Für die Deutschen?
Für die Niederländer?
Wir kommen in die Waggons
Ganz normale Waggons
Mit Fenstern
Die Türen werden von aussen geschlossen
Aber die Fenster sind nicht verdunkelt
Ich sehe die Landschaft
Felder, Wiesen
Ich sehe den Himmel und die Wolken
Es ist Sommer
August
Und ich bin tagsüber endlich wieder „draussen“
Das Versteckspiel hat ein Ende
Ich bin erleichtert
Glaube, dass doch alles gut wird
Ich will nicht nachdenken
Nicht jetzt
Habe so viel nachgedacht
Habe so viel geschrieben
Ich will einfach das Licht geniessen
Die Sonne
Den Sommer
Durch die Glasscheiben
Des Zuges, der uns ins Straflager bringt
Wir werden bestraft, weil wir anders sind
Und Menschen brauchen Menschen, die anders sind
Menschen, die an allem schuld sind
Menschen, die man bestrafen kann
©Jörg Wagner Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen

In Allgemein on 20. Februar 2016 at 23:18

TodFünfzehn Jahre nach dem Ende des unsäglichen Krieges, der in der Geschichte „Der Zweite Weltkrieg“ genannt wurde, und doch so anders war als alle Kriege davor, weil es eben nicht „nur“ ein Krieg war, wurde irgendwo im südlichen Deutschland, genauer gesagt, auf der schwäbischen Alb, ein Kind geboren. Es war ein Sonntag ziemlich am Ende des Oktobers, und wenn es nicht Sonntag gewesen wäre, sondern Freitag, dann wäre Weltspartag gewesen. Das nur so nebenbei.
Der Junge war das Kind von Eltern, die den zweiten Weltkrieg als Kinder und Jugendliche erlebt haben. Die Mutter war bei Kriegsende knapp fünfzehn Jahre alt, der Vater siebzehn.
Jungmädelbund und Hitler Jugend waren Bestandteil der damaligen Jugend im „Dritten Reich“. Der Vater des Kindes war als Flakhelfer am Westwall und hat Dinge gesehen, von denen er nie im Detail erzählt hat, auch später nicht. Den Rest des Beitrags lesen »

„Ich habe in zwei Diktaturen gelebt…“

In Allgemein on 30. September 2015 at 20:00

„… die erste habe ich gemocht und erst später gemerkt, dass das ein Schweineregime war. Die zweite habe ich von Anfang an gehasst.“

Das sagte Hellmuth Karasek  in der Deutschen Welle am 3. Januar 2014.
Gestern ist Hellmuth Karasek gestorben. Schriftsteller, Literaturkritiker und Mitglied des „Literarischen Quartetts“. Die Wiederauflage dieser Sendereihe kann Karasek nicht mehr mitbekommen. Sie startet am 2. Oktober wieder im ZDF.

Wie immer verweise ich auch andere Artikel im „Web“, welche Karaseks Werdegang weit besser beschreiben, als ich es kann. So sein hier der Einfachheit halber der Wikipedia Artikel genannt.

Es ist irgendwie erstaunlich, dass man erst nach dem Tod eines Künstlers wieder mehr auf ihn aufmerksam wird. Das passiert mir regelmässig, wenn Sänger, Schauspieler, oder wie jetzt, Schriftsteller sterben.

Ich habe das Buch „Soll das ein Witz  sein“ von Karasek „angelesen“. Ich werde es nochmals mir vornehmen und es zu Ende lesen.

„Wer sich erinnert, erfindet sich noch einmal“, beginnt Karasek seine Memoiren in „Auf der Flucht“.

In diesem Buch beschreibt er seine Kindheit in Brünn (Brno), auch seine Flucht in den Osten Deutschlands und von da dann in die Bundesrepublik.
Ich denke, ich werde mir dieses Buch auch noch zulegen.

Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

In Allgemein on 10. Mai 2013 at 17:06

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”
Heinrich Heine  1821 (aus „Almansor“)

Heute gedenken wir der „Bücherverbrennung“ in Deutschland vor achtzig Jahren; einem Vorfall, der zumindest uns Deutsche immer in mahnender Erinnerung bleiben muss.

Bücherhinrichtungen sind seit Menschengedenken ein Zeichen dafür, dass sich Menschen mit dem Gedankengut anderer Menschen nicht argumentatorisch auseinandersetzen können, beziehungsweise, anderes Denken als das Eigene nicht zulassen können.

So schlimm die Bücherverbrennung vor 80 Jahren in Deutschland war, so war sie nur ein kleines Steinchen in der Lawine, die über Europa hereinbrach, als der Nationalsozialismus bestimmen wollte, wie gedacht werden soll, und wer überhaupt leben darf.

Leider sind Bücherverbrennungen seitdem nicht Geschichte, sondern finden auf der Welt immer wieder statt. Manchmal als Tat eines Einzelnen, oft aber auch als Tat von Gruppen, die meinen, sie müssten sich als Wächter von Ordnung, Erziehung und anderen allgemein gehaltenen Begriffen, aufspielen.

In Heinrich Heines „Almansor“  wurde der Koran auf den Scheiterhaufen geworfen; ein US amerikanischer Prediger hat dies vor ein paar Jahren wiederholt. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben Mitglieder des Bundes entschiedener Christen „Bravo“ Hefte und Sex Magazine verbrannt, 2001 wurden in Amerika Harry Potter Bücher verbrannt.

Die Liste liesse sich schier endlos fortsetzen und zeigt nur eines: Diejenigen, die Bücher hinrichten, würden am liebsten auch die Menschen „verbieten“, die diese Bücher geschrieben haben.

Auch ich bin nicht mit jedem „Erguss“ einig, der Einzug in die Literatur gehalten hat, aber ich kann mich entscheiden, ein Buch zu kaufen, es zu lesen, oder es eben auch ungelesen liegen zu lassen. Aber ich darf mir nie anmassen, ein Buch „hinzurichten“, am allerwenigsten als öffentliche Aktion.

Bücherverbrennung ist nicht Geschichte, sondern Gegenwart. Und wir sollten alles daran setzen, dass in Zukunft diese Aktionen Geschichte sein werden.

Heute vor 70 Jahren: Hinrichtung der Mitglieder der „Weissen Rose“

In Allgemein on 22. Februar 2013 at 21:37

Eines Morgens im Jahr 1939 hat die Justitia vor dem Gerichtsgebäude in Ulm die Augen verbunden – mit einer Hakenkreuzbinde. Der Urheber dieser Tat blieb lange Zeit unbekannt, aber er kam aus dem Hause Scholl. Es war jedoch nicht Sophie oder Hans, sondern Werner Scholl, der damals seinen Protest gegen die Abiturssperre seines Freundes zum Ausdruck bringen wollte. Werners Freund wollte nicht in die Hitlerjugend und wurde deshalb vom Abitur ausgeschlossen.
Die „Geschwister Scholl“ waren nicht nur Hans und Sophie, die die „Weisse Rose“, die Widerstandsgruppe gegen das Naziregime gründeten, sondern sechs Geschwister: Inge, Hans, Elisabeth, Sophie, Werner und Thilde .
Die Eltern, der Vater Robert ist Pazifist und Mutter Magdalena religiös geprägt, leben ihnen vor, dass man für Überzeugungen einstehen muss.
Robert Scholl hat im Ersten Weltkrieg sein Leben riskiert, als er den Kriegsdienst an der Waffe verweigerte.
Auch Hans und Sophie übernehmen nach ihrer Verhaftung nach dem 18. Februar 1943 die ganze Verantwortung für alle Aktionen der Weissen Rose. Trotzdem können sie nicht verhindern, dass Christoph Probst, ein weiteres Mitglied der Weissen Rose, kurz nach den Beiden verhaftet wird und dann auch zum Tode verurteilt.

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