juckplotz

Posts Tagged ‘Mut’

Hilflos – Traurig – Wütend – Aufrecht

In Allgemein on 24. Mai 2017 at 16:35

Im Angesicht der Gräueltat in Manchester, stehe ich wieder da – hilflos und traurig, aber auch wütend. Ich stehe so da, wie damals bei den Anschlägen in Paris, Nizza, London, Berlin… – und in Afghanistan, Syrien, Thailand, Afrika…

Ich stehe da, fühle Trauer. Trauer, weil Menschen einfach so ermordet wurden. Menschen, die der Mörder nicht kannte, Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Trauer, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun können.

Ich stehe da und bin wütend. Wütend über die, die schon wieder alles besser wissen. Über die, die (vielleicht zu Recht?) beklagen, dass das alles nur auf die kapitalistische Ausrichtung unserer westlichen Welt zurückzuführen ist. Über die, die wieder in den ewig gleichen Sätzen ihr Mitgefühl ausdrücken, aber im nächsten Moment sich wieder von den politischen Mächten missbrauchen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

Und er macht, was er gesagt hat

In Allgemein on 1. Februar 2017 at 12:21

Da isser nun im Amt, Amerikas „Mr President“. Und was macht er? Er erdreistet sich, genau das zu tun, was er im Wahlkampf angekündigt hat.
Wenn man es mal objektiv betrachtet, kommt er seinen Wahlversprechen besser nach, als jeder Präsident der Vereinigten Staaten vorher.
Und so schnell. Es geht Schlag auf Schlag.
Und es passiert genau das, was er und sein „Inner Circle“ vor haben:

Der Bogen wird überspannt, die Allgemeinheit regt sich über die Massnahmen auf, geht auf die Strasse, protestiert. Die Medien stürzen sich auf die überzogenen Massnahmen, manche Bürger lassen sich dazu hinreissen, über die demokratischen Stränge zu schlagen und ebnen damit unbewusst den Weg, den dieser Präsident mit seinen Lakaien gehen will.
Die Medien, die Allgemeinheit sind zum Beispiel momentan beschäftigt, sich über das Einreiseverbot aufzuregen, das sogar „Green Card“ Besitzer aus den Staaten betrifft. Dieses Einreiseverbot ist jetzt auf jeden Fall mal das Thema für zumindest ein paar Tage. Dann wird Trump und sein Stab mit irgendeinem anderen Thema nachlegen. Das sind die Themen für die Allgemeinheit. Im Prinzip das grosse Stück Fleisch, das den Löwen ablenken soll, um nebenher ein Gitter um ihn herum zu bauen.
Alle stürzen sich auf das grosse Stück Fleisch und konzentrieren sich darauf, und nebenbei höhlt Trump das „Check and Balance“ System aus. Genau das System, auf das nach seiner Wahl die Amerikaner vertraut haben, die keine Hillary Clinton haben wollten und einen Trump wählten. Darunter auch viele Republikaner, die gegen Trump waren und sind und glaubten, sie können den Präsidenten in einem demokratischen Staat durch die Genehmigungsverfahren im Griff halten.
Es sieht so aus, als ob Trump sukzessive das „Check and Balance“ aushebelt, in dem er die für ihn richtigen Leute da einsetzt, wo er andere feuert oder zum Rücktritt zwingt. Den Rest des Beitrags lesen »

Tag der Deutschen Einheit

In Allgemein on 4. Oktober 2016 at 18:09

deutschlandfahnenWelch Name für einen Feiertag… „Tag der Deutschen Einheit“….
Welche Einheit, fragte ich mich gestern…
Wo sind wir in Deutschland uns noch einig? Wo haben wir eine Einheit? Ein Feiertag, der dazu da ist, sich zu besinnen, was dazu geführt hat, eine Einheit eines Landes zu feiern.
Deutschland wurde nach dem unseligen Krieg, angezettelt durch das Nazi Regime im Deutschen Reich, von den Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Niemand in Deutschland wurde damals gefragt, wo er denn gerne leben möchte. Die Siegermächte nannten sich „Die Alliierten“, es waren Frankreich, Grossbritannien, die USA und als vierte Besatzungsmacht Russland. Leider waren die Ideologien der „West-Alliierten“ anders als die Ideologie Russlands. Machtkämpfe mündeten im Kalten Krieg, der nur nach aussen kalt war, zu manchen Zeiten jedoch sehr kritisch. Wir sind, wenn man Experten glaubt, damals knapp an einem Atomkrieg vorbei geschrammt. In dessen Zentrum wäre das (geteilte) Deutschland gewesen. Über Jahrzehnte gab es Versuche, die Spannung, die sich auch zwischen den beiden deutschen Staaten aufgebaut hatte (nicht ohne das Zutun der „grossen Brüder“ USA und UdSSR), abzubauen. Es gelang mal mehr, mal weniger. Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen

In Allgemein on 20. Februar 2016 at 23:18

TodFünfzehn Jahre nach dem Ende des unsäglichen Krieges, der in der Geschichte „Der Zweite Weltkrieg“ genannt wurde, und doch so anders war als alle Kriege davor, weil es eben nicht „nur“ ein Krieg war, wurde irgendwo im südlichen Deutschland, genauer gesagt, auf der schwäbischen Alb, ein Kind geboren. Es war ein Sonntag ziemlich am Ende des Oktobers, und wenn es nicht Sonntag gewesen wäre, sondern Freitag, dann wäre Weltspartag gewesen. Das nur so nebenbei.
Der Junge war das Kind von Eltern, die den zweiten Weltkrieg als Kinder und Jugendliche erlebt haben. Die Mutter war bei Kriegsende knapp fünfzehn Jahre alt, der Vater siebzehn.
Jungmädelbund und Hitler Jugend waren Bestandteil der damaligen Jugend im „Dritten Reich“. Der Vater des Kindes war als Flakhelfer am Westwall und hat Dinge gesehen, von denen er nie im Detail erzählt hat, auch später nicht. Den Rest des Beitrags lesen »

Mit zunehmender Nähe wächst die Betroffenheit

In Allgemein on 16. November 2015 at 14:02

Um gleich vorab etwas klar zu stellen:
Die Anschläge in Paris am Freitagabend verurteile ich aufs Schärfste und ich bin auch schockiert und sehr betroffen.
Nicht ohne Grund hat es bis heute gedauert, bis ich mich in meinem Blog zu Wort melde.

Aber:
Ich bin nicht Paris, und ich werde auch mein Facebook Profilbild nicht mit der französischen Flagge ausstatten.
Ich werde den Eifelturm nicht in ein Friedenszeichen umwandeln.
Und trotzdem bin ich traurig. Ich trauere. Über den Verlust von Menschen, den Verlust von Menschlichkeit.
Ich trauere, dass im Namen einer Religion Leid über Menschen kommt, dass unter dem Deckmantel des Glaubens sogenannte „Ungläubige“ hingerichtet werden.

Paris hat den Terror des „Islamischen Staates“ uns Europäern nahe gebracht, das Entsetzen, den Tod, die Machtlosigkeit.
Genau der Terror, vor dem die Menschen aus Syrien und anderen Staaten fliehen, ist jetzt in der Stadt der Liebe angekommen.
Es hätte jede andere Stadt sein können. Den Rest des Beitrags lesen »

Verantwortung übernehmen durch Rücktritt ?

In Allgemein on 23. September 2015 at 19:20
VW Käfer

VW Käfer Foto: © J.Wagner

Die Vorgänge im Volkswagen Konzern haben den Ausschlag gegeben zu diesem Artikel. Wobei die Gedanken jetzt nicht ausschliesslich auf den aktuellen Anlass beschränkt sind.
Herr Winterkorn zieht die Konsequenz aus dem Skandal, übernimmt die volle Verantwortung, ohne dass er etwas von den Manipulationen gewusst hat – und tritt zurück.
Ich frage mich, ob ich volle Verantwortung für Vorgänge übernehmen kann, von denen ich keine Kenntnis hatte. Und ob dann ein Rücktritt wirklich „Verantwortung übernehmen“ heisst… Den Rest des Beitrags lesen »

Die neue Angst vor Konfrontation

In Allgemein on 8. November 2012 at 22:55

Es war mal wieder was im Busch. Man konnte es spüren. Die Verantwortlichen der Personalabteilung und sogar der Abteilungsleiter glänzten die letzte Zeit durch Abwesenheit oder zeigten durch das Schliessen ihrer Bürotür, dass sie nicht gestört werden wollten.

Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma kam Unruhe auf, die sich in immer ausgedehnteren Diskussionen in den Kaffee- und Raucherecken zeigte. Aus verschiedenen „zuverlässigen“ Quellen kamen die Gerüchte, dass wieder einmal eine Änderung, eine Umstrukturierung im Gange sei.

Endlich, die Einladung zu einer Betriebsversammlung. Und die Enttäuschung nach der Versammlung. Klar wurde von Einschnitten, Einsparungen und notwendigen Änderungen gesprochen, aber auf Anfrage, was es nun konkret für die Belegschaft heisse, wurde mitgeteilt, es gebe noch keine konkreten Pläne und man werde dann zur gegebenen Zeit informiert.

Ein paar Tage später war klar, dass einige die Firma verlassen müssen. Aber man sei noch nicht ganz sicher, welche Abteilungen es treffen würde.

Komischerweise hatten dann einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am nächsten Morgen die Kündigung im Briefkasten…
Kommt Ihnen so was auch bekannt vor? Viele Bekannte berichten mir unabhängig voneinander ähnliche Begebenheiten. Und interessanterweise ausnahmslos von Unternehmen, die modern geführt werden, bei denen „Teamwork“ und „Gemeinsam sind wir stark“ Parolen unter die Belegschaft gestreut werden, wie Trockenfutter im Streichelzoo.

Und genau diese Führungskräfte, die das „wir sind ein Team“ zum Evangelium hochstilisieren, trauen sich dann nicht, den Mitgliedern dieses Teams reinen Wein einzuschenken, sich konkreten Fragen zu stellen, eine Kündigung persönlich auszusprechen, sich vielleicht auch mal böse Blicke einzuhandeln oder sehen zu müssen, wie Menschen ob der Kündigung mit Tränen kämpfen.

Ich frage mich, ob die früheren „Chefs“ nicht mehr Mut hatten, als alle die neuen Führungskräfte, die sich hinter wohlklingenden Abkürzungen und einem vollen Terminkalender verstecken. Und ich bin traurig, dass das Wort „Human“ in „Human Ressources“ immer mehr vergessen wird.

Liebe CEOs, HR-Chefs und wie Sie immer sich nennen mögen: Wir wollen ehrliche Aussagen, wollen die Möglichkeit, Ihnen in die Augen zu sehen, wenn Sie uns Maßnahmen erklären. Wir sind auch fähig, zu begreifen und zu akzeptieren. Ich denke, Ihnen allen würde eine Wertschätzung zu Gute kommen die etwa so lauten würde: „Ok, es ist schon Mist, dass ich jetzt auf der Strasse sitze, aber mein Chef hat sich wenigstens die Zeit genommen, mit mir zu reden, mir versucht es zu erklären, und ist nicht vor der schwierigen Aufgabe geflohen.“

Sapere Aude

In Allgemein on 5. Oktober 2010 at 11:11

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ – Dies ist die Übersetzung von „Sapere Aude“ in der Interpretation Kants.
Ich wünsche uns allen, dass wir uns bei allem, was auf uns einwirkt, auf dieses Motto besinnen.
Viel zu oft werden wir Mitläufer von Trends, Meinungen und vorgefassten Positionen.
Es reicht nicht, die Zeitung zu lesen, die Nachrichten zu hören – Bei allem muss unser Verstand dabei sein.
Diesen zu benutzen und auch mit dem Ergebnis nicht hinter dem Berg zu halten, erfordert Mut.
Wenn wir uns unseres eigenen Verstandes bedienen, dann kann es sein, dass unsere Einstellung zu Dingen sich ändert und dass wir nicht alles so hinnehmen, wie es uns „vorgekaut“ wird.
Aber wir werden auch ernster genommen, vielleicht nicht sofort, aber auf jeden Fall im Laufe der Zeit.
In diesem Sinne wünsche ich allen Mut und Verstand.