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Babyn Jar

In Gegen das Vergessen on 30. September 2018 at 12:18

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Vor 75 Jahren: … Abgeholt

In Allgemein on 19. Oktober 2016 at 12:02

Wird je ein Mensch der Nachwelt sagen können, wie wir hier gelebt und gelitten haben, wie wir gehungert, und wie wir gestorben sind?
Oskar Singer

Am 18. Oktober 1941, also vor 75 Jahren, begannen die Deportationen von Juden aus Berlin. Die „Osttransporte“ begannen. Transporte die in den Ghettos und Vernichtungslagern im Osten endeten.

Die Deportation der jüdischen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus war, zumindest in Berlin, keine geheime Sache. In einem langen Zug mussten die Berliner Juden durch die Stadt zum Bahnhof Grunewald laufen. Dies konnte nicht unbemerkt bleiben, denn es geschah dazu noch am helllichten Tag.
Der erste Zug verließ am 18. Oktober 1941 den Bahnhof Grunewald. Es folgten bis Anfang 1945 noch 183 dieser „Osttransporte“. Über 56000 Juden wurden aus Berlin deportiert.
Am Anfang gingen die Transporte in die Ghettos, danach fast ausschliesslich nach Theresienstadt und Auschwitz. Den Rest des Beitrags lesen »

Tag der Deutschen Einheit

In Allgemein on 4. Oktober 2016 at 18:09

deutschlandfahnenWelch Name für einen Feiertag… „Tag der Deutschen Einheit“….
Welche Einheit, fragte ich mich gestern…
Wo sind wir in Deutschland uns noch einig? Wo haben wir eine Einheit? Ein Feiertag, der dazu da ist, sich zu besinnen, was dazu geführt hat, eine Einheit eines Landes zu feiern.
Deutschland wurde nach dem unseligen Krieg, angezettelt durch das Nazi Regime im Deutschen Reich, von den Siegermächten in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Niemand in Deutschland wurde damals gefragt, wo er denn gerne leben möchte. Die Siegermächte nannten sich „Die Alliierten“, es waren Frankreich, Grossbritannien, die USA und als vierte Besatzungsmacht Russland. Leider waren die Ideologien der „West-Alliierten“ anders als die Ideologie Russlands. Machtkämpfe mündeten im Kalten Krieg, der nur nach aussen kalt war, zu manchen Zeiten jedoch sehr kritisch. Wir sind, wenn man Experten glaubt, damals knapp an einem Atomkrieg vorbei geschrammt. In dessen Zentrum wäre das (geteilte) Deutschland gewesen. Über Jahrzehnte gab es Versuche, die Spannung, die sich auch zwischen den beiden deutschen Staaten aufgebaut hatte (nicht ohne das Zutun der „grossen Brüder“ USA und UdSSR), abzubauen. Es gelang mal mehr, mal weniger. Den Rest des Beitrags lesen »

Gegen das Vergessen: 8. August 1944 – Zugfahrt nach Westerbork

In Allgemein on 9. August 2016 at 13:40

Endlich an der Luft, die frische Luft, die ich so sehr vermisst habe.
Befehle, Schreie, Menschen, die Menschen irgendwohin treiben
Menschen, die andere Menschen verraten, belügen
Menschen, die anderen Menschen Leid zufügen
Zwei Klassen von Menschen. Menschen mit und ohne Stern.
Trotzdem Menschen
Wir wurden verraten.
Warum mussten wir uns verstecken?
Jetzt kommen wir in ein Straflager
Weil wir uns nicht freiwillig gemeldet haben
Warum sollten wir uns melden?
Weil wir Juden sind?
Weil wir eine Gefahr sind?
Für wen?
Für die Menschen?
Für die Deutschen?
Für die Niederländer?
Wir kommen in die Waggons
Ganz normale Waggons
Mit Fenstern
Die Türen werden von aussen geschlossen
Aber die Fenster sind nicht verdunkelt
Ich sehe die Landschaft
Felder, Wiesen
Ich sehe den Himmel und die Wolken
Es ist Sommer
August
Und ich bin tagsüber endlich wieder „draussen“
Das Versteckspiel hat ein Ende
Ich bin erleichtert
Glaube, dass doch alles gut wird
Ich will nicht nachdenken
Nicht jetzt
Habe so viel nachgedacht
Habe so viel geschrieben
Ich will einfach das Licht geniessen
Die Sonne
Den Sommer
Durch die Glasscheiben
Des Zuges, der uns ins Straflager bringt
Wir werden bestraft, weil wir anders sind
Und Menschen brauchen Menschen, die anders sind
Menschen, die an allem schuld sind
Menschen, die man bestrafen kann
©Jörg Wagner Den Rest des Beitrags lesen »

Nipkow und das mechanische Fernsehen

In Allgemein on 26. Januar 2016 at 18:41

„Dass Fernseh bled macht?“ hat Kabarettist Matthias Richling schon 1983 als Thema seines Bühnenprogramms gefragt. Viele Sendungen bewegen sich heute in einem Aggregatszustand, der in der Chemie gar nicht vorhanden ist: Überflüssig.
Nichtsdestotrotz hat die „Glotze“ uns Menschen auch viel gebracht. Informationen sind schneller verfügbar geworden, Bilder kamen in Wohnzimmer, deren Bewohner sich keine Reisen leisten konnten.

Und heute wird das mechanische Fernsehen neunzig Jahre alt. Das muss man sich mal einfach auf der Zunge zegrhen lassen. Neunzig Jahre. Viele unserer Mitmenschen sind also noch zu einer Zeit auf die Welt gekommen, als es noch kein Fernsehen gab. Die haben die „Sendung mit der Maus“ noch sich vorlesen lassen müssen, „Löwenzahn“ selber pflücken und die „Voice of Germany“ hiess damals auch noch anders.

Um wieder auf die Basis zurück zu kommen. Heute vor – siehe oben – Jahren hat der Schotte John Logie Baird den „mechanischen Fernseher“ vorgestellt. Er strahlte zum ersten Mal ein mechanisches Fernsehbild aus. Ein Bild, das sich aus hellen und dunklen Punkten zusammensetzte, besser gesagt, vorher auseinandersetzte (über eine Lochscheibe) und nachher wieder über eine rotierende Lochscheibe zusammengesetzt wurde.

Das war am 26. Januar 1926. Den Rest des Beitrags lesen »

17. Juni – war da was?

In Allgemein on 17. Juni 2015 at 20:38

Heute ist der 17. Juni. Irgendwas war doch an diesem Datum…. nur was?
Am 17. Juni 1953 protestierten 40000 Arbeiter in Berlin gegen die Maßnahmen der Sowjetunion.
Fabriken der Deutschen Demokratischen Republik wurden bestreikt.
Was war passiert?
Ein Jahr zuvor verfügte Josef Stalin, der Staatschef der Sowjetunion,  dass bei gleicher Entlohnung die Arbeitsleistung um 10% erhöht werden muss. Dazu wurden höhere Steuerabgaben eingeführt.  Die Reparationsleistungen der DDR betrugen 20% des Bruttosozialproduktes. Die DDR war im Begriff zu kollabieren.
Am 16. Juni protestierten mehr als eine Million Arbeiter in der DDR landesweit. Sie riskierten damit ihre Arbeit und auch ihr Leben.
Am 17. Juni standen dann 40000 Arbeiter in Berlin 28000 Sowjetsoldaten und DDR Polizisten gegenüber. Die blutigen Zwischenfälle leiteten das Ende der Stalinherrschaft ein.
513 Menschen wurden getötet
106 wurden hingerichtet oder zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde auch vollzogen.
Mindestens 18 Soldaten der Sowjetarmee wurden hingerichtet,  weil sie sich geweigert hatten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.
Es gab 1838 Verletzte und 5100 Inhaftierte, von denen viele in Arbeitslager verbracht wurden.

Das ist also am 17. Juni 1953 in unserem Land passiert.
Es wäre schön,  wenn wir eine Minute unserer Zeit opfern könnten und den Mut derer würdigen,  die sich der Willkür und der Diktatur widersetzt haben.

„…um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise möglich geworden ist.“

In Allgemein on 30. September 2014 at 14:13

Wer erinnert sich an diesen historischen Satz des damaligen Aussenministers der Bundesrepulblik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher vor 25 Jahren?
Ja, es ist schon 25 Jahre her, dass die in der Deutschen Botschaft in Prag untergekommenen Bürger der damaligen „DDR“ die Möglichkeit zur legalen Ausreise bekamen. Fast viertausend Menschen waren in den Tagen und Wochen vor dem 30. September 1989 auf das Gelände der Botschaft in Prag gekommen, um die Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland zu erreichen.
Die Bilder der Flüchtlinge gehen um die Welt, und als der sowjetische Aussenminister Eduard Schewardnadse die Ausreisebemühungen auch unterstützt, gibt die DDR Führung nach. Das Ergebnis einige Zeit später: Das zweigeteilte Deutschland ist achtundzwanzig Jahre nach dem Bau der Mauer Geschichte.
Fünfundzwanzig Jahre ist es her, und für mich ist es einer der bewegendsten Momente in meinem Leben gewesen. Mitzubekommen, dass die Grenze, die Ost und West in Deutschland getrennt hat, Risse bekommen hat und am Ende verschwunden war.
Man kann viel über unsere Politik und unseren Staat schimpfen, aber wir sollten uns immer wieder vor Augen halten, dass wir heute in Deutschland und auch in Europa in einer Freiheit leben, die vor nicht all zu langer Zeit in vielen Teilen sehr eingeschränkt war.

Ich hoffe, dass dieser Teil der Geschichte Deutschlands auch nicht vergessen wird.

Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

In Allgemein on 10. Mai 2013 at 17:06

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”
Heinrich Heine  1821 (aus „Almansor“)

Heute gedenken wir der „Bücherverbrennung“ in Deutschland vor achtzig Jahren; einem Vorfall, der zumindest uns Deutsche immer in mahnender Erinnerung bleiben muss.

Bücherhinrichtungen sind seit Menschengedenken ein Zeichen dafür, dass sich Menschen mit dem Gedankengut anderer Menschen nicht argumentatorisch auseinandersetzen können, beziehungsweise, anderes Denken als das Eigene nicht zulassen können.

So schlimm die Bücherverbrennung vor 80 Jahren in Deutschland war, so war sie nur ein kleines Steinchen in der Lawine, die über Europa hereinbrach, als der Nationalsozialismus bestimmen wollte, wie gedacht werden soll, und wer überhaupt leben darf.

Leider sind Bücherverbrennungen seitdem nicht Geschichte, sondern finden auf der Welt immer wieder statt. Manchmal als Tat eines Einzelnen, oft aber auch als Tat von Gruppen, die meinen, sie müssten sich als Wächter von Ordnung, Erziehung und anderen allgemein gehaltenen Begriffen, aufspielen.

In Heinrich Heines „Almansor“  wurde der Koran auf den Scheiterhaufen geworfen; ein US amerikanischer Prediger hat dies vor ein paar Jahren wiederholt. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben Mitglieder des Bundes entschiedener Christen „Bravo“ Hefte und Sex Magazine verbrannt, 2001 wurden in Amerika Harry Potter Bücher verbrannt.

Die Liste liesse sich schier endlos fortsetzen und zeigt nur eines: Diejenigen, die Bücher hinrichten, würden am liebsten auch die Menschen „verbieten“, die diese Bücher geschrieben haben.

Auch ich bin nicht mit jedem „Erguss“ einig, der Einzug in die Literatur gehalten hat, aber ich kann mich entscheiden, ein Buch zu kaufen, es zu lesen, oder es eben auch ungelesen liegen zu lassen. Aber ich darf mir nie anmassen, ein Buch „hinzurichten“, am allerwenigsten als öffentliche Aktion.

Bücherverbrennung ist nicht Geschichte, sondern Gegenwart. Und wir sollten alles daran setzen, dass in Zukunft diese Aktionen Geschichte sein werden.

Onkel Alfred stirbt in drei Jahren

In Allgemein on 17. Dezember 2012 at 17:40

Es ist jetzt sieben Jahre her, dass Claudia ihre Geburtstagsliste von „Papier“ ins „Digitale“ übertragen hat. Eine feine Sache. Alle Namen mit Geburtsdatum und Adressen, inklusive Erinnerungsmail oder -SMS.

Nur einen Haken hat das Ganze:
Im Kästchen „wiederholen“ war damals nur die Auswahl „Jeden Tag oder Jeden Monat oder Jedes Jahr“, möglich. Ok, da hat sie „Jedes Jahr“ angewählt, was bei Geburtstagen ja auch irgendwie logisch ist. Danach kam dann die Anfrage „Jedes Jahr für – 1 Jahr, 2Jahre, 3 Jahre“ und so weiter. Das maximale waren 10 Jahre. Hat Claudia auch so angewählt, denn mehr ging eben nicht.

Und jetzt ist das Chaos perfekt:
Claudias Verwandschaft stirbt in drei Jahren aus, weil danach einfach keine Geburtstage mehr im Kalender sind.

Aber ist ja egal:
Da der Maya Kalender nur bis 2012 ging, ist die Welt ja dann sowieso schon drei Jahre vor dem Aussteben von Claudias Verwandschaft untergegangen.

Reichspogromnacht – es fängt in den Köpfen an

In Allgemein on 10. November 2012 at 13:47

Die Reichspogromnacht, die Nacht, in der jüdische Geschäfte und Einrichtungen  zerstört und in Brand gesetzt wurden, wird uns jedes Jahr am 9. November in Erinnerung gerufen. Dies ist auch gut so, wenn ich auch immer öfter erlebe, dass die Menschen bei Dokumentarfilmen über dieses Thema lieber zu seichterer Unterhaltung wechseln.
Die Erinnerung tut Not, nicht, um uns noch nach vielen Generationen eine Mitschuld der damaligen Ereignisse zu geben, sondern um immer wieder zu sehen, wie Hass und Wut gesteuert werden kann. Und wie Menschen solchem Treiben zusehen, es dulden, weil sie systematisch dazu geführt wurden, das, was da geschieht als „Recht“ anzusehen.
Ich denke, es geht in Deutschland nicht mehr um die Aufarbeitung der Vergangenheit, nicht mehr darum, dass jede kritische Stimme gegen Israel oder das Judentum mit dem Hinweis auf das „Dritte Reich“ mundtot gemacht wird. Es geht darum, das „Niemals wieder“ am Leben zu erhalten, mit neuem Leben zu füllen. Es geht darum, immer wieder zu begreifen, was unsere Demokratie ausmacht, und aus welchen Gründen zum Beispiel Politik und Rechtssprechung getrennt wurden.
Der erhobene Zeigefinger gilt somit nicht nur dem Vergangenen, sondern vielmehr dem heutigen und der Zukunft… “ Nie wieder soll so etwas geschehen“