juckplotz

Posts Tagged ‘Individualität’

Valentinstag oder: Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.

In Allgemein on 14. Februar 2017 at 20:34

Der Herr Valentin ist nicht der Herr Walentin, sondern der Herr Falentin, denn es heißt ja auch nicht, man hat einen Wogel, sondern einen Vogel.
Mit diesem Satz, der so oder so ähnlich von einem gesagt wurde, der zum Nachnamen Valentin hieß, und am 9. Februar 1948 gestorben ist, beginnt hiermit mein „alternativer Valentinstagartikel“.

Vor vielen Hunderten von Jahren gab es  christliche Märtyrer namens Valentinus, entweder einer aus Terni oder der andere aus Viterbo. Diese wurden enthauptet und dadurch zu Märtyrern. Im Jahre 469 wurde der Gedenktag von Papst Gelasius I. für die Kirche eingeführt und 1969 aus dem römischen Generalkalender gestrichen.
Das weiss aber kaum einer, und irgendwann wurde der Valentinstag der „Sanierungstag der Blumenhändler“, was er heute auch nicht mehr ist, da man am Valentinstag sich gegenseitig alles Mögliche schenkt.
Ich schenke meiner Leserschaft heute einen anderen Valentin – zumindest ein Gedenken an ihn.
Karl Valentin, der mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt auch Jahrzehnte nach seinem Tod in manchen Köpfen noch „rumgeistert“. So auch in meinem….
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Soft Skills

In Allgemein on 2. März 2016 at 06:34
Good Place

Foto: J.Wagner

Firmen entdecken immer mehr, dass der Mensch aus verschiedenen Ressourcen besteht, die man wie kleine Bausteine individuell programmieren kann. Aus diesem Grund wurden auch in den deutschen Firmen die „Personalabteilungen“ zu „HR“ Departments. „HR“ heisst nicht etwa „Hoher Rat“, nein, es ist die Abkürzung von „Headhunter’s Rescue“, also die Rettung für Die sogenannten Kopfjäger. Wobei man ja das Englische nicht immer eins zu eins übersetzen sollte. Wer würde sich als Künstler bei uns schon „Katzen-Stephan“, „Neugierde hat die Katze getötet“, „Johannes Bargeld“ oder so nennen?

Aber zurück zu „HR“. Heisst natürlich nicht das mit den Kopf(geld)jägern. Sondern ganz schlicht und wenig ergreifend „Human Ressources“, also „menschliche Quellen“, wobei damit eben die Arbeitskraft gemeint ist.
Wir sind eine ganze oder eine halbe oder eine 60 FTE (Full Time Equivalent, also „wie viel wären wir, wenn wir immer da wären“)
Bevor mich jetzt wieder welche aufklären wollen, dass man das alles zur Berechnung eines Unternehmens braucht….. ja, das weiss ich. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn mit diesen Zahlen kalkuliert wird.

Aber jetzt komme ich zu den „programmierbaren Modulen“, die dann in Skill Level eingeteilt werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Löwenzahn und Pusteblume

In Allgemein on 29. Februar 2016 at 20:33

Peter Lustig in Mainz, Pressekonferenz 25 Jahre Löwenzahn
Foto: Jano Rohlederde.wikipedia.org, CC BY-SA 2.0

 

Peter Lustig ist gestorben. Schon vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass „Herr Löwenzahn“ von uns gegangen ist. Ich schaue mich im Spiegel an, und ich merke, dass aus dem Kind, aus dem Jugendlichen ein Typ geworden ist, der auch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat.
Und trotzdem, Peter Lustig gestorben?  Der Mann, der für mich immer noch in einem Bauwagen lebte  und seinen Nachbarn Paschulke immer mal wieder mit anderen Dingen überraschte. Was macht jetzt Paschulke ohne Peter?
In Wirklichkeit gibt es die Sendung „Löwenzahn“  mit Peter Lustig schon einige Zeit nicht mehr.  Sie wurde genau zu der Zeit eingestellt,  als meine Kinder sich von „Löwenzahn“ und der „Sendung mit der Maus“ verabschiedeten.
Trotzdem bleibt mir der freundliche Mann in der blauen Latzhose immer in Erinnerung.  Er ist für mich auch ein wenig Sinnbild der Kindersendungen in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts…. wie sich das anhört…..

Lieber Peter Lustig, ich werde dich bestimmt nicht vergessen.  Du hast mir gezeigt, was es alles Interessantes gibt, dass man mit wenig leben kann und dass eine fröhliche Natur mehr vom Leben hat.
Ich will auch gar nicht wissen, wie du außerhalb deines Bauwagens gelebt hast und wie du sonst warst. Ich will auch gar nicht wissen, ob du wirklich Peter Lustig geheißen hast. Und entschuldige bitte, dass ich dich duze, aber du warst öfter bei mir zu Hause als viele meiner Freunde.

Machs gut, wo immer du bist. Ich hoffe, es gibt auch dort einen Bauwagen und einen Herrn Paschulke.
Und blaue Latzhosen

Des muas raus…

In Allgemein on 19. August 2015 at 17:01

…sonschd platz i
(Für Nichtschwaben: „Das muss raus, sonst platze ich“ – Eine präventive Entschuldigung für eventuelle nachfolgende verbale Entgleisungen, die aufgrund angestauter,  zumeist als negativ  zu bezeichnender Emotionen,  nicht immer zu vermeiden sind)

image

Wir befinden uns am Sonntagmittag,  den 16. August 2015 um 12:20 Uhr  auf der Rastanlage Harz Ost, Richtung Hannover. Eine kurze Rast ist angesagt, die Laune blendend. Es geht ja schließlich in den Sommerurlaub.
Der Parkplatz ist recht belebt, Wochenende, Ferien, alles ganz normal.
Neben unserem Auto sind noch zwei Parkplätze frei und links daneben ist der Gehweg und auch eine große Abfalltonne.

Dann lassen wir das Geschehen mal starten. Den Rest des Beitrags lesen »

Authentisch leben oder Leben inszenieren?

In Allgemein on 18. Juli 2011 at 21:45

Erich Fromm, Psychoanalytiker und Sozialphilosoph, schrieb in seinem Buch „Authentisch leben“, … dass wir nur dann zu einem glücklichen und erfüllten Leben finden, wenn wir authentisch leben.

Was ist eigentlich authentisch?
Fromm bezeichnet authentisches Leben als ein Leben, das aus eigenen Entscheidungen besteht und nicht nur aus erfüllten Erwartungen von aussen. Authentizität ist auch das Synonym für Wirklichkeit, Wahrhaftigkeit oder Echtheit.

Und Wirklichkeit ist eigentlich das Gegenteil von „Inszenierung“. Und schon sind wir mitten im Dilemma. Wo sind wir noch authentisch und wo inszenieren wir uns?
Und die Inszenierung findet nicht nur bei Politikern, Sängern und Managern statt, also bei Leuten, die im sogenannten „Rampenlicht“ stehen. Auch wir inszenieren uns täglich, vor Fremden, Kollegen und sogar Freunden.

Unser Umgang miteinander, sei er noch so korrekt, wird mehr und mehr inszeniert. Die eigentliche Wertschätzung untereinander weicht der Selbstinszenierung, einer ausgetüftelten Choreografie, wie man weiter kommen möchte.

Aber: was heisst das – weiter kommen, Karriere machen? Ist dies Teil meiner Authentizität oder schon Teil der Erwartungen, die an mich gestellt werden?
Wird das Wort Karriere zum Wort „Erfüllung“ umgemünzt, dann geht die Gleichung der Gesellschaft auf: „Glück kann man doch kaufen“. Authentizität ist nicht kaufbar, manipulierbar, und doch macht sie glücklich. Man kann in den berühmten Spiegel schauen, auch wenn man nicht wie ein Klon aus der „Wirtschaftswoche“ aussieht.
Dieses Gefühl, authentisch zu sein, kommt aus dem Inneren und macht einen selbstbewusst. Selbstbewusst ist nicht das Gleiche wie Kaltschnäuzigkeit und Überheblichkeit.
Meine Werte und meine „Be-Wert-ung“ sind ausschlaggebend. Dies konsequent durchdacht heisst: Im Grunde entscheide ich darüber, welche Ziele ich erreichen möchte, welche für mich erstrebenswert sind und meinem Leben Sinn geben.
Ich weiss, dass diese Aussage sehr mutig ist und sich nicht 100% leben lässt. Aber schon das Bewusstsein, dass meine Entscheidungen dazu beitragen, mein Leben zu gestalten, ist spannend und kann zu einem Schritt in die richtige Richtung werden.