juckplotz

Posts Tagged ‘Gefühl’

Afghanistan ist sicher – Sicher?

In Allgemein on 1. September 2017 at 19:35

Da sind Kinder und Jugendliche aus Afghanistan geflohen. Das Wort geflohen ist wichtig. Nicht ausgewandert. Oder für ein FSJ mal ein Jahr weggegangen. Oder ein Jahr Australien, NewYork oder was auch immer. Geflohen aus einem Land, vor dem das Auswärtige Amt warnt, weil es zu unsicher ist. Zu unsicher für Deutsche, aber scheinbar sicher genug für Menschen, die vor einiger Zeit aus Angst aus ihrem Heimatland geflohen sind. In ein Land, in dem sie erst mal Sprache und Gepflogenheiten zumindest ansatzweise lernen mussten. Junge Menschen, die nichts anderes als Terror und Gewalt in ihrem Leben erfahren und gesehen haben. Den Rest des Beitrags lesen »

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Hilflos – Traurig – Wütend – Aufrecht

In Allgemein on 24. Mai 2017 at 16:35

Im Angesicht der Gräueltat in Manchester, stehe ich wieder da – hilflos und traurig, aber auch wütend. Ich stehe so da, wie damals bei den Anschlägen in Paris, Nizza, London, Berlin… – und in Afghanistan, Syrien, Thailand, Afrika…

Ich stehe da, fühle Trauer. Trauer, weil Menschen einfach so ermordet wurden. Menschen, die der Mörder nicht kannte, Menschen, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Trauer, dass Menschen anderen Menschen so etwas antun können.

Ich stehe da und bin wütend. Wütend über die, die schon wieder alles besser wissen. Über die, die (vielleicht zu Recht?) beklagen, dass das alles nur auf die kapitalistische Ausrichtung unserer westlichen Welt zurückzuführen ist. Über die, die wieder in den ewig gleichen Sätzen ihr Mitgefühl ausdrücken, aber im nächsten Moment sich wieder von den politischen Mächten missbrauchen lassen. Den Rest des Beitrags lesen »

Auf der richtigen Seite

In Allgemein, Uncategorized on 21. November 2016 at 11:43

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Eine „Stop-stelle“ mal von der anderen Seite gesehen. Von dort, wo die stehen, die die Schranke aufmachen können. Aus der Perspektive derer, die sagen können, wer Zutritt bekommt, wer herein darf.
Trotzdem sieht das Bild auch nicht friedlicher, trostvoller aus, als wenn man es von der anderen Seite her aufgenommen hätte.
Es zeigt, dass auf beiden Seiten der Blick durch eine Barriere verbaut ist. Vielleicht ist dieses Bild sogar ein Synonym unserer Perspektive. Wir schauen angstvoll, wachend auf das, was da kommt, während derjenige, der auf die Stoppstelle zugeht, die Zukunft im Blick hat, den weiten Horizont, auf den er sich zubewegt. Nur durch diese Barriere blockiert, die sich aber öffnen lässt. Öffnen von dem, der hinter der Barriere steht und dahin schaut, wo derjenige her kommt, der um Einlass bittet.
Lässt der Pförtner den Reisenden ein, wird er ihm vielleicht kurz nachschauen. Er wird kurz in die Richtung schauen, die der Reisende geht, der sich nicht umdrehen wird, der nicht sein Ziel aus den Augen verliert.
Unser Wachmann wird jedoch wieder sich dahin drehen müssen, wo etwas herkommen könnte.

 

 

Ihr tut mir leid

In Allgemein, Lyrik on 17. Oktober 2016 at 15:56

Das LebenIhr tut mir leid
Ihr, die Ihr Freundschaft nur seht, wenn es Vorteile bringt
Ihr, die Ihr nur die anderen grüsst, wenn sie Euch vorwärts bringen

Ihr tut mir leid
Ihr, die Ihr Euch zwei Mal überlegt, ob Ihr den Mund zum Gruße öffnet
Oder nur mit leerem Blick durch uns hindurch schaut

Ihr tut mir leid
Ihr, die Ihr Euch besser wähnt als die, die Eure Papierkörbe leeren
Ihr die Ihr denkt, Ihr seid besser als der Postbote oder der Installateur

Ihr tut mir leid
Ihr, die Ihr durch Eure Hochnäsigkeit und Eure Ignoranz
An denen vorbei geht
Die Euer Leben reicher machen können als es
Euer Gehalt
Euer Bonus
Eures Gleichen
Je vermögen werden

Sumsi mit Po

In Allgemein on 25. September 2016 at 22:31

Es ist genug. Es muss sich was ändern. Immer das Gleiche. Negative Schlagzeilen.  Negative Gefühle.  Angst, das alles schiefgehen wird, was schiefgehen kann. Wenn wir was Schönes hören oder lesen, wie lange ist es in unseren Köpfen?  Wir denken, wir sind von Idioten umgeben, wenn einem am Tag einer von den Flachspülern wie eine Laus über die Leber läuft. Da kann uns den ganzen Tag fünfzehn Mal jemand anlächeln,  zehnmal jemand etwas Positives sagen. Da lässt uns jemand an der Supermarktkasse vor, winkt einen freundlich über die Strasse, hält einem die Tür auf, bietet einem im überfüllten Bus den Platz an. All das hilft uns nicht, wenn danach irgendein Vollhorst uns bei der Arbeit mit einer blöden Bemerkung die Motivation gegen die Wand fährt.  War dann der Tag schlecht, oder nur die fünf Minuten?  Wir sehen schwarz für die Zukunft, weil für jedes „Pro“ generieren wir mindestens zwei „Kontra“. War das Lächeln wirklich natürlich,  nicht gekünstelt?  War das Kompliment über die neue Frisur nicht mit Neid unterlegt? Bin ich schon so alt, dass mir jemand im Bus einen Platz anbietet? An der Supermarktkasse bin ich sicher nur vorgelassen worden, weil derdiedas ihren Geldbeutel gesucht hat oder weil der Einkaufszettel abgeglichen werden musste. 

Ja, die Welt ist schlecht, böse und korrupt. Es gibt nichts Gutes. Oder doch? Ich habe in der letzten Zeit mal versucht, die Dinge auch von der anderen Seite zu betrachten. Von hinten quasi. Und da hat mir einfach Sumsi mit Po total gut gefallen und ich hab beschlossen, mehr Zeit mit „ihr“ zu verbringen. 

Aber immer nur von hinten was zu sehen, macht auch nicht immer Sinn, und Sumsi mit Po war auch von vorne nicht zu verachten, auch wenn aus „ihr“ rein grammatikalisch ein „er“ wurde.

Seitdem lerne ich, dem Optimismus wieder mehr Raum zu geben, nicht alles bierernst zu nehmen und damit auch mein Umfeld eher aufzumuntern als noch weiter runter zu ziehen.

Und ausserdem gefällt mir Optimismus von vorne und von hinten besser als Pessimismus.  Was kann “ Sumsi mis Sep“ schon gegen „Sumsi mit Po“ in die Waagschale werfen? Mal ganz realistisch betrachtet.

Flying Away

In Allgemein, Lyrik on 11. August 2016 at 22:32

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Sonnenstrahlen
Kalte, reine Luft
Wind, wie er nur an der Küste vorkommt
Gedanken werden klarer
Wichtiges bleibt
Unwichtiges wird weggeweht
Wind rauscht in meinen Ohren
Das Meer auch
Die Möwen machen ein Geschrei
welches hier am Meer zur Musik wird
Eine Symphonie der Freiheit
Der wilden Natur
Zumindest in meinem Kopf
Wegfliegen
So, wie die Möwe über meinem Kopf
Alles mal von oben zu sehen
Sich das Gefieder zerzausen zu lassen
Und trotzdem nicht abstürzen
© J.Wagner 2016

Gegen das Vergessen: 8. August 1944 – Zugfahrt nach Westerbork

In Allgemein on 9. August 2016 at 13:40

Endlich an der Luft, die frische Luft, die ich so sehr vermisst habe.
Befehle, Schreie, Menschen, die Menschen irgendwohin treiben
Menschen, die andere Menschen verraten, belügen
Menschen, die anderen Menschen Leid zufügen
Zwei Klassen von Menschen. Menschen mit und ohne Stern.
Trotzdem Menschen
Wir wurden verraten.
Warum mussten wir uns verstecken?
Jetzt kommen wir in ein Straflager
Weil wir uns nicht freiwillig gemeldet haben
Warum sollten wir uns melden?
Weil wir Juden sind?
Weil wir eine Gefahr sind?
Für wen?
Für die Menschen?
Für die Deutschen?
Für die Niederländer?
Wir kommen in die Waggons
Ganz normale Waggons
Mit Fenstern
Die Türen werden von aussen geschlossen
Aber die Fenster sind nicht verdunkelt
Ich sehe die Landschaft
Felder, Wiesen
Ich sehe den Himmel und die Wolken
Es ist Sommer
August
Und ich bin tagsüber endlich wieder „draussen“
Das Versteckspiel hat ein Ende
Ich bin erleichtert
Glaube, dass doch alles gut wird
Ich will nicht nachdenken
Nicht jetzt
Habe so viel nachgedacht
Habe so viel geschrieben
Ich will einfach das Licht geniessen
Die Sonne
Den Sommer
Durch die Glasscheiben
Des Zuges, der uns ins Straflager bringt
Wir werden bestraft, weil wir anders sind
Und Menschen brauchen Menschen, die anders sind
Menschen, die an allem schuld sind
Menschen, die man bestrafen kann
©Jörg Wagner Den Rest des Beitrags lesen »

Alles Gute Marie – und Vielen Dank

In Allgemein on 18. April 2016 at 21:04
Von Lala Lugo - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6625187

Roxette in Concert 2001   Von Lala Lugo – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6625187

„An erster Stelle danke ich jedoch der mächtigen Marie, der Amazonin der heiligen Stimme, der Göttin der außergewöhnlichen Rock-Performance, der befreiten und großartigen Interpretin meiner bescheidenen Worte und Musik.“ Diese Worte richtete heute Per Gessle an seine Bandkollegin und Roxette-Mitbegründerin Marie Fredriksson.
Nach über dreissig Jahren scheint es endgültig zu sein: Marie Fredriksson, die Stimme der schwedischen Rockband „Roxette“ muss sich aus dem Showgeschäft, zumindest auf der Bühne, verabschieden. Die starke Frau, die vor 15 Jahren einen Hirntumor besiegte, sagte die Tournee heute ab. Ihre Worte klingen nach Abschied: „Es waren unglaubliche 30 Jahre! Ich fühle nur Freude und Glück beim Rückblick auf die Live-Geschichte von Roxette.“ Den Rest des Beitrags lesen »

Ein Image und ein Mensch sind zweierlei

In Allgemein on 8. Januar 2016 at 14:41
Elvis Strassenkünstler in Las Vegas

Elvis Strassenkünstler in Las Vegas

»Ein Image und ein Mensch sind zweierlei.
Es ist verdammt schwer, einem Image gerecht zu werden.«

– Elvis Presley auf einer Pressekonferenz im Jahr 1972

Elvis Aaron Presley würde heute 81 Jahre alt. Ok, es gibt viele, die heute einundachzig werden, oder werden würden, wären sie nicht schon tot. In manchen Blogs habe ich auch schon gelesen, dass es den Menschen auf die Nerven geht, wenn man über Geburtstage oder das Ableben von „Promis“ berichtet. Es stimmt, jeden Tag wird jemand geboren, hat jemand Geburtstag oder stirbt jemand. Und nur einige wenige werden dann in Blogs, Sondersendungen etc. bedacht. Trotzdem finde ich es interessant, sich hin und wieder mit solchen Menschen zu beschäftigen. Den Rest des Beitrags lesen »

Kreisverkehr

In Allgemein on 7. Januar 2016 at 15:22

Leave The CircleVor einiger Zeit habe ich dieses Bild bei einem „Photowalk“ aufgenommen. Ein „Photowalk“ ist im Grunde nichts anderes als ein Spaziergang mit dem Ziel, Bilder zu machen. Und da ich mich meistens schwer aufraffe, die feste Burg meines Heimes zu verlassen (nicht weil ich Angst hätte, sondern weil die innere Schwerkraft meistens gewinnt), ist so ein Aufruf über das Netz zu einem Photowalk ein willkommener „Anschub“.

Verlasse den Kreis – Leave the Circle; diese drei Worte können so viel bedeuten, wenn man darüber nachdenkt. Ich denke, jeder hat Kreise, in denen er sich bewegt, mal gern, mal eher aus Zwang. Welche Kreise brauche ich, um „rund“ zu laufen, welche lassen mich immer wieder in den gleichen Trott zurück fallen. Um was kreisen meine Gedanken, mein Leben? Was passiert, wenn ich den Kreis verlasse?

Spannende Fragen, die einem zu diesem Graffiti einfallen. Ob einem dann auch Antworten einfallen?
Bin auf die Kommentare gespannt…