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Die Mauer

In Allgemein, Lyrik on 13. August 2016 at 21:13

Sie  machen es wirklich
Unter der Bewachung von Polizei und Militär
Angeordnet von ganz oben
Zum Schutz vor dem Kapitalismus
Die Mauer

Unabsichtlich wird sie gebaut
Über einhundert Kilometer lang

Niemand hatte die Absicht, eine Mauer zu bauen

Und jetzt setzen die Bauleute Stein auf Stein

Steine, die Familien trennen
Steine, die Ideologien trennen
Steine, die eine Stadt trennen
Steine, die ein Land trennen

Jahre gehen durch dieses Land
Menschen müssen sterben
Weil sie auf die andere Seite der Mauer wollen
Dorthin, wo sie meinen, dass sie frei sind

Die Mauer beginnt auch in unseren Köpfen zu wachsen

Im Osten ist der Kapitalismus böse
Und der Ami
Im Westen der Kommunismus
Und der Russe

Die Erziehung prägt
Auf jeder Seite anders

Die Mauer ist Vergangenheit

Lasst uns keine neue aufbauen

J.Wagner

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Löwenzahn und Pusteblume

In Allgemein on 29. Februar 2016 at 20:33

Peter Lustig in Mainz, Pressekonferenz 25 Jahre Löwenzahn
Foto: Jano Rohlederde.wikipedia.org, CC BY-SA 2.0

 

Peter Lustig ist gestorben. Schon vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass „Herr Löwenzahn“ von uns gegangen ist. Ich schaue mich im Spiegel an, und ich merke, dass aus dem Kind, aus dem Jugendlichen ein Typ geworden ist, der auch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat.
Und trotzdem, Peter Lustig gestorben?  Der Mann, der für mich immer noch in einem Bauwagen lebte  und seinen Nachbarn Paschulke immer mal wieder mit anderen Dingen überraschte. Was macht jetzt Paschulke ohne Peter?
In Wirklichkeit gibt es die Sendung „Löwenzahn“  mit Peter Lustig schon einige Zeit nicht mehr.  Sie wurde genau zu der Zeit eingestellt,  als meine Kinder sich von „Löwenzahn“ und der „Sendung mit der Maus“ verabschiedeten.
Trotzdem bleibt mir der freundliche Mann in der blauen Latzhose immer in Erinnerung.  Er ist für mich auch ein wenig Sinnbild der Kindersendungen in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts…. wie sich das anhört…..

Lieber Peter Lustig, ich werde dich bestimmt nicht vergessen.  Du hast mir gezeigt, was es alles Interessantes gibt, dass man mit wenig leben kann und dass eine fröhliche Natur mehr vom Leben hat.
Ich will auch gar nicht wissen, wie du außerhalb deines Bauwagens gelebt hast und wie du sonst warst. Ich will auch gar nicht wissen, ob du wirklich Peter Lustig geheißen hast. Und entschuldige bitte, dass ich dich duze, aber du warst öfter bei mir zu Hause als viele meiner Freunde.

Machs gut, wo immer du bist. Ich hoffe, es gibt auch dort einen Bauwagen und einen Herrn Paschulke.
Und blaue Latzhosen

17. Juni – war da was?

In Allgemein on 17. Juni 2015 at 20:38

Heute ist der 17. Juni. Irgendwas war doch an diesem Datum…. nur was?
Am 17. Juni 1953 protestierten 40000 Arbeiter in Berlin gegen die Maßnahmen der Sowjetunion.
Fabriken der Deutschen Demokratischen Republik wurden bestreikt.
Was war passiert?
Ein Jahr zuvor verfügte Josef Stalin, der Staatschef der Sowjetunion,  dass bei gleicher Entlohnung die Arbeitsleistung um 10% erhöht werden muss. Dazu wurden höhere Steuerabgaben eingeführt.  Die Reparationsleistungen der DDR betrugen 20% des Bruttosozialproduktes. Die DDR war im Begriff zu kollabieren.
Am 16. Juni protestierten mehr als eine Million Arbeiter in der DDR landesweit. Sie riskierten damit ihre Arbeit und auch ihr Leben.
Am 17. Juni standen dann 40000 Arbeiter in Berlin 28000 Sowjetsoldaten und DDR Polizisten gegenüber. Die blutigen Zwischenfälle leiteten das Ende der Stalinherrschaft ein.
513 Menschen wurden getötet
106 wurden hingerichtet oder zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde auch vollzogen.
Mindestens 18 Soldaten der Sowjetarmee wurden hingerichtet,  weil sie sich geweigert hatten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.
Es gab 1838 Verletzte und 5100 Inhaftierte, von denen viele in Arbeitslager verbracht wurden.

Das ist also am 17. Juni 1953 in unserem Land passiert.
Es wäre schön,  wenn wir eine Minute unserer Zeit opfern könnten und den Mut derer würdigen,  die sich der Willkür und der Diktatur widersetzt haben.