juckplotz

Posts Tagged ‘Europa’

Sarajevo

In Allgemein on 23. November 2016 at 22:15

Nie hätte ich gedacht, dass ich mal in Sarajevo sein würde. Nichts hat mich dahin gezogen. Und jetzt bin ich da. Für ein paar Tage. Zum Arbeiten. Und nebenher lese ich so ein wenig im Internet über die Stadt und ihre Geschichte.
Sarajevo, das Attentat auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau, das den ersten Weltkrieg ausgelöst hat
Sarajevo als Olympiastadt 1984, deren Stätten langsam verfallen, weil man nichts restaurieren kann, da immer noch Minen vom Bosnienkrieg herumliegen.
Sarajevo als belagerte Stadt 1992 bis 1995. Jeden Morgen fahre ich am Friedhof von 4000 Toten dieses Krieges vorbei.
Und einen Abend hatte ich, an dem ich kurz durch die Innenstadt gegangen bin.
Hier ein paar Bilder

Gazi Husrev-begova džamija
Gazi Husrev-begova džamijaDie Gazi-Husrev-Beg-Moschee von 1530/31 in Sarajevo ist die größte und eine der ältesten Moscheen Bosnien und Herzegowinas. Den Rest des Beitrags lesen »

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Auf der richtigen Seite

In Allgemein, Uncategorized on 21. November 2016 at 11:43

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Eine „Stop-stelle“ mal von der anderen Seite gesehen. Von dort, wo die stehen, die die Schranke aufmachen können. Aus der Perspektive derer, die sagen können, wer Zutritt bekommt, wer herein darf.
Trotzdem sieht das Bild auch nicht friedlicher, trostvoller aus, als wenn man es von der anderen Seite her aufgenommen hätte.
Es zeigt, dass auf beiden Seiten der Blick durch eine Barriere verbaut ist. Vielleicht ist dieses Bild sogar ein Synonym unserer Perspektive. Wir schauen angstvoll, wachend auf das, was da kommt, während derjenige, der auf die Stoppstelle zugeht, die Zukunft im Blick hat, den weiten Horizont, auf den er sich zubewegt. Nur durch diese Barriere blockiert, die sich aber öffnen lässt. Öffnen von dem, der hinter der Barriere steht und dahin schaut, wo derjenige her kommt, der um Einlass bittet.
Lässt der Pförtner den Reisenden ein, wird er ihm vielleicht kurz nachschauen. Er wird kurz in die Richtung schauen, die der Reisende geht, der sich nicht umdrehen wird, der nicht sein Ziel aus den Augen verliert.
Unser Wachmann wird jedoch wieder sich dahin drehen müssen, wo etwas herkommen könnte.

 

 

Das Reich der Mitte(l) – oder: Pecunia non olet

In Allgemein on 5. Februar 2012 at 10:05

Geld regiert die Welt, oder eben „Geld stinkt nicht“, wie die Übersetzung des lateinischen „Pecunia non olet“ lautet.

Es scheint, als ob die Themen Menschenrechte und Raubkopien sich hinter der Macht des Geldes einzureihen haben. Wie ist es denn sonst zu erklären, dass zum wiederholten Male eine Delegation deutscher Politiker und Industrieller nach China reist, um für Investitionen in Europa zu werben?

Chinas Führung hat beim fünftägigen Besuch der Delegation mit Bundeskanzlerin Angela Merkel klar gemacht, wer „das Sagen“ hat. Das Treffen mit den Regimekritikern wurde abgesagt, aber China kann sich vorstellen, den europäischen Rettungsschirm zu stützen.

Liebe Verantwortlichen in Deutschland und Europa: Bitte habt ein Mindestmass an Moral bei eurem Handeln auch in wirtschaftlichen Belangen. In einer Zeit, in welcher zunehmend das Schlagwort „Soziale Verantwortung“ (wieder) Bedeutung gewinnt oder gewinnen soll, ist eine finanzielle Beteiligung Chinas sowohl am europäischen Rettungsschirm als auch in europäischen Firmen bestimmt nicht das, was man „richtungsweisend“ nennen kann… oder doch? Dann weiss ich wenigstens, in welche Richtung wir gehen.

Seit Jahren wird über die Aufnahme der Türkei in die EU diskutiert. Sie wird abgelehnt, weil die Türkei erst noch „Hausaufgaben“ im Bereich der Menschenrechte machen muss. Sie wird abgelehnt, weil die Kultur der Türkei nicht mit der der übrigen EU Länder vergleichbar ist.

Wir können von China nicht Geld nehmen und trotzdem die dortigen politischen Gegebenheiten kritisieren. Dies hat der letzte Besuch von Angela Merkel gezeigt.

Und es scheint so, als ob wir lieber das Geld nehmen und den Mund halten, als weiterhin den Mund aufmachen und die Missstände anprangern. – Europa wird mundtot gekauft und freut sich auch noch.