juckplotz

Posts Tagged ‘Demokratie’

Die Eltern hatten Angst vor mir, dachten, ich sei Kommunistin

In Allgemein on 9. Januar 2016 at 06:00

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Joan Baez Juli 2008 in Dresden Foto: Ralf Schulze, Koblenz CC BY2.0


Ich bin im Geburtstagsmodus. Dies gleich mal als Entschuldigung vorab. Aber heute hat jemand Geburtstag, der noch lebt, und die letztes Jahr ein tolles Interview gegeben hat. Ein lesenswertes Interview, in welchem ich viele Parallelen zu unserer jetzigen gesellschaftlichen Situation sehe

All the best and many happy returns of this day, dear Joan Baez

 

http://www.welt.de/kultur/pop/article140800816/Hashtags-erleichtern-nur-unser-Gewissen.html

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Mit zunehmender Nähe wächst die Betroffenheit

In Allgemein on 16. November 2015 at 14:02

Um gleich vorab etwas klar zu stellen:
Die Anschläge in Paris am Freitagabend verurteile ich aufs Schärfste und ich bin auch schockiert und sehr betroffen.
Nicht ohne Grund hat es bis heute gedauert, bis ich mich in meinem Blog zu Wort melde.

Aber:
Ich bin nicht Paris, und ich werde auch mein Facebook Profilbild nicht mit der französischen Flagge ausstatten.
Ich werde den Eifelturm nicht in ein Friedenszeichen umwandeln.
Und trotzdem bin ich traurig. Ich trauere. Über den Verlust von Menschen, den Verlust von Menschlichkeit.
Ich trauere, dass im Namen einer Religion Leid über Menschen kommt, dass unter dem Deckmantel des Glaubens sogenannte „Ungläubige“ hingerichtet werden.

Paris hat den Terror des „Islamischen Staates“ uns Europäern nahe gebracht, das Entsetzen, den Tod, die Machtlosigkeit.
Genau der Terror, vor dem die Menschen aus Syrien und anderen Staaten fliehen, ist jetzt in der Stadt der Liebe angekommen.
Es hätte jede andere Stadt sein können. Den Rest des Beitrags lesen »

9. November vor 77 Jahren

In Allgemein on 8. November 2015 at 16:36

Morgen ist wieder Montag. Auch in Dresden. Und morgen ist auch der 9. November. In ganz Deutschland.  Und in Dresden. Jeden Montag finden in Dresden Demos statt. Von einer Gruppierung,  die sich PEGIDA nennt. PEGIDA ist in aller Munde, in allen Medien. PEGIDA regiert schon längst die Tagespresse. PEGIDA darf bald sagen und tun, was sie will. Hat fast nichts zu befürchten,  egal wen oder was sie verleumden, wen sie pauschal verurteilen.  Wir laufen Gefahr, uns an PEGIDA und diejenigen, die sich darin verstecken, zu gewöhnen.
Warum ich das heute schreibe?
Weil in der Nacht vom 9. Auf den 10. November 1938, also vor 77 Jahren die Novemberpogrome stattfanden. Näheres dazu unter
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938
Und wir haben als Bundesrepublik Deutschland der Welt versprochen,  dass von unserem Boden so etwas nie wieder passieren soll. Den Rest des Beitrags lesen »

Lob auf unser Gesundheitssystem

In Allgemein on 20. August 2015 at 20:16

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Seit nunmehr vier Tagen bin ich hier in der Asklepios Klinik St. Georg im schönen Hamburg. Und das alles wegen „Einstein“, der meinte, er müsste mal kurz blockieren. Was bei mir zu Urlaubskolliken, besser zu Koliken im Urlaub geführt hat.
Aber ich wollte ja nicht über „Einstein“ berichten, wobei es eventuell seinen Bruder „Nocheinstein“ noch gibt, was den Herren (ja, in dem Fall treten nur Herren bei der „Visite“ auf) Doktoren Rätsel aufgibt. Hat sich der kleine „Nocheinstein“ beim CT versteckt? Dort wurde nämlich nur „Einstein“ gesichtet.
Egal, zurück zum Loblied auf die Deutsche Gesundheitsversorgung.
Du zahlst jeden Monat deinen Kranjenkassenbeitrag, wobei die Krankenkassen ja heute „Gesundheitskassen“ oder „Wohlfühlkassen“ oder so genannt werden möchten. Klingt einfach besser fürs Marketing. Ist für mich krank, aber egal. Also, bei mir heissen die Krankenversicherungen Krankenkassen oder eben Krankenversicherungen. Den Rest des Beitrags lesen »

17. Juni – war da was?

In Allgemein on 17. Juni 2015 at 20:38

Heute ist der 17. Juni. Irgendwas war doch an diesem Datum…. nur was?
Am 17. Juni 1953 protestierten 40000 Arbeiter in Berlin gegen die Maßnahmen der Sowjetunion.
Fabriken der Deutschen Demokratischen Republik wurden bestreikt.
Was war passiert?
Ein Jahr zuvor verfügte Josef Stalin, der Staatschef der Sowjetunion,  dass bei gleicher Entlohnung die Arbeitsleistung um 10% erhöht werden muss. Dazu wurden höhere Steuerabgaben eingeführt.  Die Reparationsleistungen der DDR betrugen 20% des Bruttosozialproduktes. Die DDR war im Begriff zu kollabieren.
Am 16. Juni protestierten mehr als eine Million Arbeiter in der DDR landesweit. Sie riskierten damit ihre Arbeit und auch ihr Leben.
Am 17. Juni standen dann 40000 Arbeiter in Berlin 28000 Sowjetsoldaten und DDR Polizisten gegenüber. Die blutigen Zwischenfälle leiteten das Ende der Stalinherrschaft ein.
513 Menschen wurden getötet
106 wurden hingerichtet oder zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde auch vollzogen.
Mindestens 18 Soldaten der Sowjetarmee wurden hingerichtet,  weil sie sich geweigert hatten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.
Es gab 1838 Verletzte und 5100 Inhaftierte, von denen viele in Arbeitslager verbracht wurden.

Das ist also am 17. Juni 1953 in unserem Land passiert.
Es wäre schön,  wenn wir eine Minute unserer Zeit opfern könnten und den Mut derer würdigen,  die sich der Willkür und der Diktatur widersetzt haben.

Reichspogromnacht – es fängt in den Köpfen an

In Allgemein on 10. November 2012 at 13:47

Die Reichspogromnacht, die Nacht, in der jüdische Geschäfte und Einrichtungen  zerstört und in Brand gesetzt wurden, wird uns jedes Jahr am 9. November in Erinnerung gerufen. Dies ist auch gut so, wenn ich auch immer öfter erlebe, dass die Menschen bei Dokumentarfilmen über dieses Thema lieber zu seichterer Unterhaltung wechseln.
Die Erinnerung tut Not, nicht, um uns noch nach vielen Generationen eine Mitschuld der damaligen Ereignisse zu geben, sondern um immer wieder zu sehen, wie Hass und Wut gesteuert werden kann. Und wie Menschen solchem Treiben zusehen, es dulden, weil sie systematisch dazu geführt wurden, das, was da geschieht als „Recht“ anzusehen.
Ich denke, es geht in Deutschland nicht mehr um die Aufarbeitung der Vergangenheit, nicht mehr darum, dass jede kritische Stimme gegen Israel oder das Judentum mit dem Hinweis auf das „Dritte Reich“ mundtot gemacht wird. Es geht darum, das „Niemals wieder“ am Leben zu erhalten, mit neuem Leben zu füllen. Es geht darum, immer wieder zu begreifen, was unsere Demokratie ausmacht, und aus welchen Gründen zum Beispiel Politik und Rechtssprechung getrennt wurden.
Der erhobene Zeigefinger gilt somit nicht nur dem Vergangenen, sondern vielmehr dem heutigen und der Zukunft… “ Nie wieder soll so etwas geschehen“