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Die Mauer

In Allgemein, Lyrik on 13. August 2016 at 21:13

Sie  machen es wirklich
Unter der Bewachung von Polizei und Militär
Angeordnet von ganz oben
Zum Schutz vor dem Kapitalismus
Die Mauer

Unabsichtlich wird sie gebaut
Über einhundert Kilometer lang

Niemand hatte die Absicht, eine Mauer zu bauen

Und jetzt setzen die Bauleute Stein auf Stein

Steine, die Familien trennen
Steine, die Ideologien trennen
Steine, die eine Stadt trennen
Steine, die ein Land trennen

Jahre gehen durch dieses Land
Menschen müssen sterben
Weil sie auf die andere Seite der Mauer wollen
Dorthin, wo sie meinen, dass sie frei sind

Die Mauer beginnt auch in unseren Köpfen zu wachsen

Im Osten ist der Kapitalismus böse
Und der Ami
Im Westen der Kommunismus
Und der Russe

Die Erziehung prägt
Auf jeder Seite anders

Die Mauer ist Vergangenheit

Lasst uns keine neue aufbauen

J.Wagner

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17. Juni – war da was?

In Allgemein on 17. Juni 2015 at 20:38

Heute ist der 17. Juni. Irgendwas war doch an diesem Datum…. nur was?
Am 17. Juni 1953 protestierten 40000 Arbeiter in Berlin gegen die Maßnahmen der Sowjetunion.
Fabriken der Deutschen Demokratischen Republik wurden bestreikt.
Was war passiert?
Ein Jahr zuvor verfügte Josef Stalin, der Staatschef der Sowjetunion,  dass bei gleicher Entlohnung die Arbeitsleistung um 10% erhöht werden muss. Dazu wurden höhere Steuerabgaben eingeführt.  Die Reparationsleistungen der DDR betrugen 20% des Bruttosozialproduktes. Die DDR war im Begriff zu kollabieren.
Am 16. Juni protestierten mehr als eine Million Arbeiter in der DDR landesweit. Sie riskierten damit ihre Arbeit und auch ihr Leben.
Am 17. Juni standen dann 40000 Arbeiter in Berlin 28000 Sowjetsoldaten und DDR Polizisten gegenüber. Die blutigen Zwischenfälle leiteten das Ende der Stalinherrschaft ein.
513 Menschen wurden getötet
106 wurden hingerichtet oder zum Tode verurteilt. Das Todesurteil wurde auch vollzogen.
Mindestens 18 Soldaten der Sowjetarmee wurden hingerichtet,  weil sie sich geweigert hatten, auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen.
Es gab 1838 Verletzte und 5100 Inhaftierte, von denen viele in Arbeitslager verbracht wurden.

Das ist also am 17. Juni 1953 in unserem Land passiert.
Es wäre schön,  wenn wir eine Minute unserer Zeit opfern könnten und den Mut derer würdigen,  die sich der Willkür und der Diktatur widersetzt haben.

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten…

In Allgemein on 15. August 2011 at 17:56

Vor fünfzig Jahren wurde eine Grenze durch Deutschland gezogen, die bis Anfang November 1989 nicht nur ein Land teilte, sondern auch dafür sorgte, dass auf beiden Seiten der Mauer unterschiedliche Ideologien, Meinungen und Werte wuchsen und gelehrt wurden. Nicht nur in der DDR, sondern auch in der Bundesrepublik Deutschland wurde vom jeweils anderen Teil vieles erzählt, was nicht stimmte, sondern nur dazu diente, die jeweils eigene Staatsform als die bessere darzustellen.
Die Aussage von Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 „… niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten…“, wurde am 13. August 1961 durch den Mauerbau eben der Regierung, der Walter Ulbricht vorsass, ad absurdum geführt. Familien wurden getrennt, sich Liebende konnten sich nicht mehr treffen, eine Stadt wurde brutal in zwei Teile aufgeteilt.

Ich habe Deutschland bis zu meinem 29. Lebensjahr als zweigeteiltes Land erfahren, hatte keine Freunde und Bekannten in der DDR. Zur Bundeswehrzeit wurden wir angewiesen, besonders auf die Lastwagen der „Deutrans“ zu achten, die mit Vorliebe um militärische Einrichtungen herum pausierten.

Ich bin also als echter „Wessi“ aufgewachsen – und trotzdem hatte ich Tränen der Freude in den Augen, als im November 1989 die Zeit der Teilung ein Ende hatte und die Mauer langsam aber sicher Geschichte wurde.
Sicher, ohne Reibung zwischen den Menschen aus Ost und West geht es nicht, wenn man achtundzwanzig Jahre weniger voneinander wusste oder wissen wollte als von den Bewohnern anderer Länder. Aber wenn heute teilweise behauptet wird, dass es West wie Ost besser gegangen ist, als die Mauer noch stand, sie sogar wieder zurück fordert, dann muss man diesen Menschen eine gewisse Blindheit in puncto Geschichte bescheinigen.

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