juckplotz

Posts Tagged ‘Authentizität’

Löwenzahn und Pusteblume

In Allgemein on 29. Februar 2016 at 20:33

Peter Lustig in Mainz, Pressekonferenz 25 Jahre Löwenzahn
Foto: Jano Rohlederde.wikipedia.org, CC BY-SA 2.0

 

Peter Lustig ist gestorben. Schon vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass „Herr Löwenzahn“ von uns gegangen ist. Ich schaue mich im Spiegel an, und ich merke, dass aus dem Kind, aus dem Jugendlichen ein Typ geworden ist, der auch schon einige Jährchen auf dem Buckel hat.
Und trotzdem, Peter Lustig gestorben?  Der Mann, der für mich immer noch in einem Bauwagen lebte  und seinen Nachbarn Paschulke immer mal wieder mit anderen Dingen überraschte. Was macht jetzt Paschulke ohne Peter?
In Wirklichkeit gibt es die Sendung „Löwenzahn“  mit Peter Lustig schon einige Zeit nicht mehr.  Sie wurde genau zu der Zeit eingestellt,  als meine Kinder sich von „Löwenzahn“ und der „Sendung mit der Maus“ verabschiedeten.
Trotzdem bleibt mir der freundliche Mann in der blauen Latzhose immer in Erinnerung.  Er ist für mich auch ein wenig Sinnbild der Kindersendungen in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts…. wie sich das anhört…..

Lieber Peter Lustig, ich werde dich bestimmt nicht vergessen.  Du hast mir gezeigt, was es alles Interessantes gibt, dass man mit wenig leben kann und dass eine fröhliche Natur mehr vom Leben hat.
Ich will auch gar nicht wissen, wie du außerhalb deines Bauwagens gelebt hast und wie du sonst warst. Ich will auch gar nicht wissen, ob du wirklich Peter Lustig geheißen hast. Und entschuldige bitte, dass ich dich duze, aber du warst öfter bei mir zu Hause als viele meiner Freunde.

Machs gut, wo immer du bist. Ich hoffe, es gibt auch dort einen Bauwagen und einen Herrn Paschulke.
Und blaue Latzhosen

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Authentisch leben oder Leben inszenieren?

In Allgemein on 18. Juli 2011 at 21:45

Erich Fromm, Psychoanalytiker und Sozialphilosoph, schrieb in seinem Buch „Authentisch leben“, … dass wir nur dann zu einem glücklichen und erfüllten Leben finden, wenn wir authentisch leben.

Was ist eigentlich authentisch?
Fromm bezeichnet authentisches Leben als ein Leben, das aus eigenen Entscheidungen besteht und nicht nur aus erfüllten Erwartungen von aussen. Authentizität ist auch das Synonym für Wirklichkeit, Wahrhaftigkeit oder Echtheit.

Und Wirklichkeit ist eigentlich das Gegenteil von „Inszenierung“. Und schon sind wir mitten im Dilemma. Wo sind wir noch authentisch und wo inszenieren wir uns?
Und die Inszenierung findet nicht nur bei Politikern, Sängern und Managern statt, also bei Leuten, die im sogenannten „Rampenlicht“ stehen. Auch wir inszenieren uns täglich, vor Fremden, Kollegen und sogar Freunden.

Unser Umgang miteinander, sei er noch so korrekt, wird mehr und mehr inszeniert. Die eigentliche Wertschätzung untereinander weicht der Selbstinszenierung, einer ausgetüftelten Choreografie, wie man weiter kommen möchte.

Aber: was heisst das – weiter kommen, Karriere machen? Ist dies Teil meiner Authentizität oder schon Teil der Erwartungen, die an mich gestellt werden?
Wird das Wort Karriere zum Wort „Erfüllung“ umgemünzt, dann geht die Gleichung der Gesellschaft auf: „Glück kann man doch kaufen“. Authentizität ist nicht kaufbar, manipulierbar, und doch macht sie glücklich. Man kann in den berühmten Spiegel schauen, auch wenn man nicht wie ein Klon aus der „Wirtschaftswoche“ aussieht.
Dieses Gefühl, authentisch zu sein, kommt aus dem Inneren und macht einen selbstbewusst. Selbstbewusst ist nicht das Gleiche wie Kaltschnäuzigkeit und Überheblichkeit.
Meine Werte und meine „Be-Wert-ung“ sind ausschlaggebend. Dies konsequent durchdacht heisst: Im Grunde entscheide ich darüber, welche Ziele ich erreichen möchte, welche für mich erstrebenswert sind und meinem Leben Sinn geben.
Ich weiss, dass diese Aussage sehr mutig ist und sich nicht 100% leben lässt. Aber schon das Bewusstsein, dass meine Entscheidungen dazu beitragen, mein Leben zu gestalten, ist spannend und kann zu einem Schritt in die richtige Richtung werden.