juckplotz

Internationaler Frauentag

In Allgemein on 8. März 2016 at 22:55

Men to the left

Heute ist, beziehungsweise war der Internationale Frauentag. Als Blogger muss man ja da was dazu schreiben. Bloss was? Eine Lobeshymne auf die Frauen? Ein Hoch auf das, was alles erreicht wurde? Eine Auflistung, was alles noch zu tun ist?
Schön, das könnte ich jetzt alles machen. Ist auch relativ einfach. Kopieren, einfügen, Worte umstellen und schon ist der Artikel fertig. Werde ich nicht, auch wenn ich vielleicht hier mit meinen Gedanken, die nicht so schön strukturiert und sortiert kommen, wie sie vielleicht sollten, manchmal anecken werde. Ich versuche es trotzdem.

Erst einmal finde ich es gut, dass es den internationalen Frauentag gibt. Heute morgen hatten alle ein Glückwunschmail in ihrer Mailbox. Vom Geschäftsführer. Lag daran, dass es zwar den Verteiler „Standort_Alle“ gibt, aber nicht den Verteiler „Standort_Alle_Frauen“. Das lassen wir lieber, denn das könnte ja schon wieder diskriminierend sein. Also haben wir uns alle, ob Männlein…, nee… Entschuldigung: Ob Frau oder Mann, über ein „Herzlichen Glückwunsch zum Frauentag“ gefreut.
Die zweite Freude kam gleich danach, als nämlich ein grosser Korb mit Süssigkeiten in unserer Produktionshalle auftauchte. „Nur für die Frauen“ wurde ermahnend gesagt. Und dann mussten wir warten, da ja in der Produktionshalle nicht unbedingt gegessen werden sollte. Nach der Pause waren alle Frauen versorgt, viele wollten keine Süssigkeiten, wegen Figur und so, und somit kamen wir Mannsbilder auch in den Genuss der Leckereien.

Aber ehrlich, ich finde es schon richtig, dass auch wir Männer zum Frauentag beglückwünscht werden. Ich denke, es geht auch uns besser, seit die Frauen gleichberechtigt (ok immer noch mit Abstrichen) sind.
Viele Firmen werden von Frauen geleitet, und das oftmals besser als früher von ihren männlichen Vorgängern. Also haben auch wir Männer was davon.
Was ich total interessant finde: Auch wenn Männer und Frauen das Gleiche machen, sie machen es irgendwie unterschiedlich. Immer noch. Und dabei meine ich es nicht wertend. Nicht besser und nicht schlechter. Einfach anders. Andere Herangehensweise, andere Durchführung. Oft das gleiche Ergebnis, aber ein wenig andere Wege. Spannend. Und entspannend. Wir müssen es einander nicht gleich tun. Wir haben alle unsere Eigenheiten, unsere Charakteren, ja auch in bestimmten Dingen unsere Bestimmung. Auch wenn wir wollten, wir Männer, Kinder kriegen ist irgendwie nicht drin. Und bei Frauen fällt mir gerade leider nur das Stehpinkeln ein (da seht ihr Frauen mal, wie wenig wir Männer noch eigenes „Standing“ haben), und das mag ich eh nicht.

Für Deutschland denke ich, dass wir doch schon auf einem guten Stand der Gleichberechtigung sind. Ok, es wird weiterhin solche Honks geben, die nicht in den Bus steigen, weil auf einmal eine Busfahrerin fährt. Sind meistens die gleichen, die behaupten, Frauen könnten nicht Fussball spielen. Was ich aber ganz wichtig finde, liebe Frauen: Wenn eine Frau sich in ihrem Leben wohl fühlt, egal was sie macht, wenn sie es aus eigener Überzeugung macht, lasst sie so leben, wie sie will. Wenn eine Frau ihre Aufgabe in der Familie sieht, dann ist sie genau so viel wert wie eine Frau, die eine Abteilung leitet. Wichtig ist ihr eigener Antrieb und ihre eigene Überzeugung.

Und da muss ich sagen: Es ist heute, glaube ich, leichter für eine Frau, ihren Weg zu gehen als für einen Mann. Wenn ein Mann sich entscheidet, den Haushalt zu schmeissen und dann vielleicht auch noch kein Interesse an Fussball hat…. Absoluter Super GAU

 

Advertisements
  1. Der letzte Absatz..“da muss ich sagen..“.. das ist es doch heutzutage.. ! Und darum denke ich, dass wir von einer Gleichstellung weiter entfernt sind als wir denken..
    Die Rollen oder Nichtrollen sind nach Aussen allgemein und anerkannt noch gar nicht neu definiert. Jeder und jede kann sich selber irgendwie definieren… machen was er/sie will.. und doch gibt es da unsere Gesellschaft.. die anderen.. die beobachten.. bewerten.. Die klassischen Rollen gibt es vielleicht gar nicht mehr.. ?! Oder doch ? Mancher und manche weiss gar nicht mehr wie er/sie denn nun sein soll und vergisst dabei einfach bei sich zu bleiben.. was für einen selber stimmt und gut ist. In Abstimmung mit der Person mit der man/frau zusammenlebt, oder sie igendwie zu tun hat, liiert ist usw.
    Ein sehr weites Feld und dünnes Eis tut sich da gerade vor mir auf…
    Gerade gestern musste ich bei der Arbeit einen Kollegen bitten, mir eine Lagerungsschiene für einen Patienten aus dem obersten Regal zu holen.. weil wir keine Leiter haben.. und ich 1.66m gross oder klein:-) bin.. was sagt der Kollege.. „ihr wollt dich alle emanzipiert sein, dann musst du halt hochspringen“. Das könnte… war aber kein… Witz.. natürlich hat er mir doch geholfen.. aber der Spruch…. auf Nachfrage später sagte er nur, das ihn das ganze Gedöns darum einfach nur nerve…-uuups-
    Er ist nicht der Einzige mit solchen Sprüchen..die sind erstmal unnötig.. klar.. aber was steckt dahinter ? Das was dahinter steckt.. darüber müssen wir ins Gespräch kommen.
    Nachdenkliche Grüsse
    S.

    • Absolut einig. Diesem Problem können wir aber meiner Meinung nach nicht durch irgendwelche Gesetze beikommen, sondern wie bei vielen anderen Themen auch, nur durch eine dementsprechende Erziehung und Weitergabe von Werten. Achtung den Mitmenschen gegenüber, egal welcher Religion, Hautfarbe und Geschlecht. Das stimmt, darüber müssen wir nachdenken. Wobei ich glaube, dass diejenigen, die Denken wollen nicht das Problem sind, sondern die “Denkresistenten“. Und denen geht das “Gedöns“ auf die Nerven, weil sie auf einmal nachdenken sollten.
      Viele Grüße
      Jörg

  2. Ich war gestern mit meiner Frau in dem Film „Suffragetten“. Den sollte man unbedingt sehen – um festzustellen, wie schwer es für die Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung war. Auch das gleichnamige Buch über die Geschichte der Frauenbewegung, aus welchem wir gestern auch noch bei einer Lesung von Jutta Speidel einiges gehört haben war sehr interessant. Ich glaube, dass es bis zur echten Gleichberechtigung auch bei uns noch ein langer Weg ist (Bezahlung für gleiche Arbeit etc.) Von den meisten Ländern auf dieser Welt ganz zu schweigen!

    • Danke für den Filmtipp. Es ist klar, dass der Weg auch in Deutschland noch lange nicht zu Ende gegangen ist. Neben den Standardthemen wie gleiche Bezahlung, die zumindest einklagbar ist, sehe ich Dinge wie (häusliche) Gewalt gegen Frauen ganz oben auf der Liste unserer Gesellschaft (wohlgemerkt nicht nur unserer Gesetzgebung). Trotzdem denke ich, ist auch mal der Blick über den Tellerrand vonnöten, um zu sehen, wie weit wir in Deutschland bei diesem Thema schon sind. Wie gesagt, nicht um uns auszuruhen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: