juckplotz

2016-Das Jahr der (Wort)Hülsenfrüchte?

In Allgemein on 12. Januar 2016 at 17:33

Nun haben wir es auch erfahren: Die UN haben das Jahr 2016 als das „Jahr der Hülsenfrüchte“ ausgelobt. Warum? Die Gründe dafür kann man hier nachlesen

http://www.un.org/Depts/german/gv-68/band1/ar68231.pdf
Nun will ich die Notwendigkeit, Hülsenfrüchte mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, nicht in Frage stellen, da ich denke, dass die UN sich da schon Gedanken gemacht hat.

In meinem Kopf schwirren dagegen andere Assoziationen herum, die mit dem Wort „Hülse“ sich beschäftigen. Mit dem Wort „Hülse“…? , also dann mit „Worthülse“? Gibt es auch „Worthülsenfrüchte“? Bringen Worthülsen auch Früchte?
Brauchen wir Hülsen, um Worte darin zu verpacken? Oder sind die Worte die Hülsen, die einem suggerieren, dass hinter den Worten etwas steckt?
Meist wird doch unter „Worthülse“ ein Wort verstanden, das eigentlich nichts aussagt. Ganz im Gegensatz zu den Hülsenfrüchten, die die UN als sehr wichtig in der Nahrungskette einstuft. Also kein „Junk Food“, keine Nahrung, die nur für kurze Zeit Sattheit vorgaukelt.

Und unsere Worte? Hülsen oder Früchte?
Unsere Sprache ist sehr variantenreich, unlängst wurde in einem Artikel geschrieben, dass die deutsche Sprache 5.3 Millionen Wörter kennt. Der Rechtschreib-Duden listet 135 000 Stichwörter. Auf 70 Tausend Wörter wird der Standardwortschatz geschätzt. Viele Worte also. Und hoffentlich nicht alles Hülsen, sondern viele davon Früchte.

Was machen Worte aus? Kann ein Wort alleine wirken? Wirkt es im Satz anders als alleine? Schreibe ich so, wie ich rede, mal abgesehen vom Dialekt, der ja in der gesprochenen Sprache eher zum Vorschein kommt als beim Schreiben?

Wie verpacke ich meine Worte, wenn ich rede, wenn ich schreibe (ah, jetzt haben wir also die Hülse…)?

Wie viele der geneigten Leserschaft sicher wissen, bin ich beileibe kein Gegner von neuen Wortgebilden, auch nicht von Anglizismen, wenn sie denn sinnvoller sind als eine lange deutschsprachige Erklärung. Aber bei vielen Worten sollten wir uns vielleicht wieder die Mühe machen, sogenannte Synonyme zu finden, nicht immer nur ein Wort benutzen.

Statt „viel Erfolg“ oder „viel Glück“  wäre auch mal ein „ich wünsche dir gutes Gelingen“ angebracht.
Wenn Hülsenfrüchte der leiblichen Gesundheit förderlich sind, dann vielleicht auch Worte für die Psyche.

Isst man bei Hülsenfrüchten die Hülse oder die Früchte? Ich denke, die Früchte.
Also kommt im Wort das Wertvolle hinten. Die Hülse schützt die Frucht.
Dann möchte ich ab jetzt weniger Worthülsen als Hülsenworte produzieren…

 

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  1. Wenn man jetzt noch weiß, dass die bekannteste Hülsenfrucht, die Erdnuss ist, dann ist das Bild perfekt 😉

  2. ähm 😀 😀 😀 😀 !!!

  3. Ein echter Klasseartikel zum Thema Worte, Wortwahl, Neologismusstückchen und Buchstabendörfern…
    schillernd geraten wie das Rad eines Pfaus!

    Liebe Morgengrüße vom Lu

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