juckplotz

Des muas raus…

In Allgemein on 19. August 2015 at 17:01

…sonschd platz i
(Für Nichtschwaben: „Das muss raus, sonst platze ich“ – Eine präventive Entschuldigung für eventuelle nachfolgende verbale Entgleisungen, die aufgrund angestauter,  zumeist als negativ  zu bezeichnender Emotionen,  nicht immer zu vermeiden sind)

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Wir befinden uns am Sonntagmittag,  den 16. August 2015 um 12:20 Uhr  auf der Rastanlage Harz Ost, Richtung Hannover. Eine kurze Rast ist angesagt, die Laune blendend. Es geht ja schließlich in den Sommerurlaub.
Der Parkplatz ist recht belebt, Wochenende, Ferien, alles ganz normal.
Neben unserem Auto sind noch zwei Parkplätze frei und links daneben ist der Gehweg und auch eine große Abfalltonne.

Dann lassen wir das Geschehen mal starten.

Nachdem wir schon ein paar Minuten gestanden sind, parkt ein grauer Mercedes Vito neben uns ein. Eindeutig ein Mietwagen.
Schiebetür auf, Flaschen klirren auf den Boden, eine zerbricht, weitere Flaschen rollen raus, eine weitere zerbricht.  Dann steigt die „Besatzung“ aus und legt weitere Flaschen zu der Sammlung. Dazu noch die Six Pack Kartonverpackung.
„Da bin ich jetzt mal gespannt“, denkt meiner einer, schon heftig mit mir selbst innerlich diskutierend, nicht schon wieder den „Schubladenhund“ von der Leine zu lassen.
Nachdem alle Leute aus dem Vito mehr oder weniger sich befreit haben, geht’s zum „Befreien“ der von einem Behälter (Flasche) in den anderen Behälter (Mensch) umgefüllten Flüssigkeit.  Nicht hinter einen Baum oder ein Gebüsch,  nee „brezelbroid“ (also unübersehbar) mit dem Rücken zum (schweigsamen und sich sehr beschäftigt gebenden) Publikum.
Mal wieder zeigen, zu was „Mann“ fähig ist.

Als dann einer der (mir fällt jetzt keine neutrale Bezeichnung mehr ein) auf den Abfall zu geht, keimt die Hoffnung in mir unverbesserlichem Optimisten auf, dass jetzt wenigstens einer mit „Anstand“ (nee, das Wort ist nicht mehr cool), „Verantwortung“ (auch nicht besser), „Erziehung“ (noch schlimmer)…. Mir fällt nicht ein, was der Typ im Kopf oder sonst wo haben sollte, um die Sauerei seiner „Kumpels“ aufzuräumen.
Ok, er tut es nicht. Der Schubladenhund zerrt an seiner Kette. Die Klischees gewinnen Oberhand: Jung, Fussballfans, Alkohol, kein Benehmen.
STOPPSTELLE: Diese paar Typen haben kein Benehmen, halte den Schubladenhund zurück.

Es steigen alle ein, wir anderen schauen zu, manche schütteln den Kopf, andere tun so, als ob sie gar nicht da wären.

Letzter Versuch meinerseits mit zitternder Stimme, die ich immer bekomme, wenn ich Konflikte sehe (weiß ich,  kommt irgendwie bei so was nicht überzeugend): „Hey, wollt Ihr das wirklich so liegen lassen?“ – „Ja“ – „Ist das Euer Ernst“ – „Ja, bist du bei der Polizei?“
Sagte es und schliesst die Tür.  Abfahrt.

Solche Typen öden mich an. Wenn ich die sehe,  denke ich mit Sorge an unsere Gesellschaft. Keiner von denen war übrigens Ausländer.  Nur der Vollständigkeit halber angemerkt.

So, jetzt isches raus. Jetzt goht’s mr besser.
Auch wenn sich dadurch nichts ändert

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  1. Jörg, wie Du mir aus dem Herzen sprichst. Nun wollte ich doch gerade nachfragen, ob es Deutsche gewesen sind – nein, Du hattest diese Frage bereits beantwortet.

    Denn siehe da, behauptet der Deutsche doch nicht allen Ernstes, er wäre ordentlich.
    Die „bösen Ausländer“, die weder Ordnung noch Benehmen kennen, diese nämlich hinterlassen Dreck und Schmutz! SarkasMus aus.

    Ach, da wäre noch etwas anzumerken:
    Kürzlich, während unseres Ostseeurlaubes, als ich als alternde Dame (lach nicht 😉😉😉😉) wieder alle öffentlichen Toiletten austesten durfte, stellte ich wieder fest, wie unbeschreiblich schweinig sich FRAUEN auf Toiletten benehmen.
    Demzufolge begann ich eine Diät – um mich nicht so häufig übergeben zu müssen!
    (Genutzt hat es leider nichts 😬😀.)
    Hm, und davon waren sicher 80 Prozent Deutsche und NICHT in Zeltstädten untergebracht – aus gutem Hause womöglich und im adretten Einfamilienhaus höchst penibel ….

    Liebe Grüße an den, verständlich verärgerten Einstein-Urlauber 😆😈!

    • Ich muss leider immer aufpassen, dass ich die Verallgemeinerung, die ich so an den Pranger stelle, nicht dann woanders anwende. Ob wir als Nation besonders sauber, schweinigelig, haarspalterisch oder besserwisserisch sind, keine Ahnung. Fakt ist, dass es genügend Menschen gibt, die das Wort „Freiheit“ nur mit dem Wort „meine“ verbunden sehen. Ob Rastplätze, Toiletten, öffentliche Verkehrsmittel, es gehört ja alles mir, bin schließlich Steuerzahler.
      Ich hoffe immer noch, dass dies ein verschwindend kleiner Anteil der Menscgen ist. Und dass wir anderen den Mut haben, „anders“ zu sein.
      Liebe Grüße zurück
      Übrigens, laut Einstein ist alles relativ. Und ich bin jetzt nicht mehr ärgerlich. Bis zum nächsten Vollpfosten eben.

  2. Hat dies auf wiedaslebenklingt rebloggt und kommentierte:
    Schön geschrieben von Jörg. Zum Inhalt: Das ist leider bereits Alltag!

  3. Ps: Jetzt habe ich das auf meinem Blog „Wiedaslebenklingt“ rebloggt, ohne Doch zu fragen. Durfte ich das oder soll ich es löschen?
    Du hast das wirklich gut geschrieben! Mein Kompliment dafür (das meine ich ernst!) ☺!

  4. In solchen Situationen wünscht man sich eine donnernde, einschüchternde Stimme… oder Feenstaub, der die Vollpfosten in Luft (reine, versteht sich!) auflöst…

    Immerhin ehrt sich deine Einstellung und dein Versuch, dagegen zu sprechen!

    • Danke, dass du meinen Versuch ehrenvoll findest.
      Zum Feenstaub hätte ich eine andere Idee. Ich glaube, die CO2 Bilanz, solche Typen zu Frischluft verarbeiten zu müssen, wäre unverantwortlich zu aufwändig. Wo entsorgen wir die Schadstoffe, und irgendwie hätte ich trotzdem das Gefühl, etwas Ungesundes einzuatmen.
      Wenn der Staub eine verzögerte Wirkung hätte, könnte zum Beispiel ihre Kleidung sich in quietschige Strampelanzüge verwandeln, die Svhuhe in so Baby-Lauflernsvhuhe und ihre Sprache in undeutliches Babygebrabbel (das ist die leichteste Übung)
      Und das passiert immer, wenn sie zu sonem Gig fahren und sich wieder so benehme. Sie steigen aus dem Auto und sind nicht mehr die coolen Cracks, sindern überdimensionierte Babies.
      ich bin böse, ich weiß

  5. Hihihi… die Teletubbies grüßen… 😀

  6. Finde sowas traurig und schade…

  7. ändern wird es nicht viel, aber man kann schon was tun, z.b. das Umweltamt anrufen oder wie bei uns NABU
    Naturschutzbund, die werdenvon mir informiert wenn ich solche Sauereien in der natur finde, ich bin jeden Tag draussen.

  8. Hier gibt es Leute, die ganze Wohnzimmereinrichtungen im Wald entsorgen. Da geht mir immer die Galle über. Im Winter übrigens mehr als im Sommer, dann ist es diesen Doofis bestimmt zu lange hell. Man könnte ja erwischt werden. 😑

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