juckplotz

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ESC Nachwehen

In Allgemein on 24. Mai 2015 at 19:10

Der ESC 2015 ist gelaufen.  Und „Deutschland“ hat null Punkte bekommen.  Und Schuld daran ist nur Ann Sophie. Klar, sie hat sich einfach in den Zug gesetzt um in Wien mit ihrem Beitrag Deutschland zu vertreten. Oder war es anders? Gab es Vorausscheidungen, bei denen sie die Zweitplatzierte war, und aus dem Grund, weil sich der Erstplatzierte nicht in der Lage sah, am ESC teilzunehmen,  nachgerückt ist? Ja, ich glaube, so lief es. Und schon bei dieser Entscheidung musste man negative „Meinungen“ von denjenigen lesen, die scheinbar das Ganze nur deshalb verfolgen, um alles, was da passiert, durch den Kakao zu ziehen.
Als dann vor dem ESC Ann Sophie bei den Prognosen schon auf den letzten Plätzen lag, haben sich viele noch weiter aus dem Fenster gelehnt und ihre „F(l)achkompetenz“ der Welt verkündet.
Als dann Ann Sophie als siebzehnte Interpretin startete, konnte man unter dem Hashtag #ESC2015 überwiegend negative Kommentare lesen.
Ich denke, dieses Verhalten macht uns Deutsche aus. Wir sind immer mit dabei, wenn jemand in Sport oder Kultur (ja, ich zähle auch den ESC zu Kultur) „Punkte“ macht, sind aber auch gleich vorne dabei, wenn es nicht so klappt, uns zu distanzieren.
Andere Länder sind stolz darauf, wenn ihr Vertreter in die Endausscheidung kommt und sie drücken ihrem Kandidaten die Daumen, auch wenn sie vielleicht nicht 100% einig sind.
Vielleicht wäre.

Ann Sophie hat wie alle anderen nach der nationalen Vorausscheidung den Auftrag angenommen, Deutschland beim ESC zu vertreten.  Sie hat ihre Arbeit gut gemacht, den Stress gemeistert, und der Beitrag Deutschlands hat halt nun mal null Punkte gebracht. Das heißt nicht, dass Ann Sophie eine schlechte Künstlerin ist.

Vielleicht könnten alle, die den ESC für überflüssig halten und sich nicht für ihn interessieren, einfach ruhig sein anstatt nur ihre negativen Statements abzugeben.

Sicher, dieser Beitrag ist sehr subjektiv geschrieben,  aber ich musste es loswerden.

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Tierliebe und Fremdenfeindlichkeit

In Allgemein on 9. Mai 2015 at 12:37

Dass der Tonfall in den sozialen Netzwerken dem der „Stammtische“ schon lange in nichts mehr nachsteht, in vielen Fällen sogar diesen übertrifft,  und zwar an Ausfälligkeiten, Beschimpfungen etc., ist allgemein bekannt. Ich habe mich nicht daran gewöhnt,  aber ich habe gelernt, gewisse Beiträge zu ignorieren und auszufiltern.
Heute muss ich jedoch etwas loswerden, weil es mich bedrückt,  mich traurig macht.
Ein Posting, welches ich gestern zwar kopfschüttelnd weggedrückt habe, welches mir aber doch im Gedächtnis geblieben ist, handelte davon, dass in einem bis jetzt doch so netten Dorf die leer stehende öffentliche Einrichtung jetzt zur „Asylantenunterkunft“ werden soll. Trotz des Bürgerprotests. Der Gemeinderat wurde in den Postings als „Pack“, „Idioten“ und Ähnlichem bezeichnet, die Entscheidung als „Riesensauerei“.
Soweit so schlecht.
Leider bin ich nicht der Typ, auf solchem Niveau zu diskutieren,  meine Meinung kund zu tun. Vielleicht falsch, aber das soll hier jetzt nicht diskutiert werden.

Heute morgen habe ich dann von derselben Person, die gestern das Anti-Asylheim Posting geteilt hat, ein „Tierschutz“ Posting gelesen – wiederum geteilt. Darin wird das Aussetzen von Haustieren angeprangert und aufgerufen, diesen armen Kreaturen sich doch zu erbarmen.

Wer mich kennt,  weiss, dass ich ein Tierfreund bin und auch absolut dafür bin, Tierquälerei und auch das Aussetzen von Tieren konsequent zu bestrafen.
Das Posting könnte ich teilen, das gestrige sicher nicht. Und es kam von ein und demselben Menschen.

Verhelft den Tieren zu einem Zuhause, aber lasst Menschen, die eine (vorübergehende) Heimat suchen, nicht in unser Dorf?

Sind wir Deutschen wirklich so?
Hoffentlich nicht.