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Heute vor 70 Jahren: Hinrichtung der Mitglieder der „Weissen Rose“

In Allgemein on 22. Februar 2013 at 21:37

Eines Morgens im Jahr 1939 hat die Justitia vor dem Gerichtsgebäude in Ulm die Augen verbunden – mit einer Hakenkreuzbinde. Der Urheber dieser Tat blieb lange Zeit unbekannt, aber er kam aus dem Hause Scholl. Es war jedoch nicht Sophie oder Hans, sondern Werner Scholl, der damals seinen Protest gegen die Abiturssperre seines Freundes zum Ausdruck bringen wollte. Werners Freund wollte nicht in die Hitlerjugend und wurde deshalb vom Abitur ausgeschlossen.
Die „Geschwister Scholl“ waren nicht nur Hans und Sophie, die die „Weisse Rose“, die Widerstandsgruppe gegen das Naziregime gründeten, sondern sechs Geschwister: Inge, Hans, Elisabeth, Sophie, Werner und Thilde .
Die Eltern, der Vater Robert ist Pazifist und Mutter Magdalena religiös geprägt, leben ihnen vor, dass man für Überzeugungen einstehen muss.
Robert Scholl hat im Ersten Weltkrieg sein Leben riskiert, als er den Kriegsdienst an der Waffe verweigerte.
Auch Hans und Sophie übernehmen nach ihrer Verhaftung nach dem 18. Februar 1943 die ganze Verantwortung für alle Aktionen der Weissen Rose. Trotzdem können sie nicht verhindern, dass Christoph Probst, ein weiteres Mitglied der Weissen Rose, kurz nach den Beiden verhaftet wird und dann auch zum Tode verurteilt.

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Otfried Preußler gestorben

In Allgemein on 20. Februar 2013 at 21:57

Heute ist einer meiner Lieblingsautoren aus der Kinder- und Jugendzeit gestorben. Der Vater der „kleinen Hexe“, von „Hörbe mit dem Grossen Hut“ und natürlich von „Räuber Hotzenplotz“ hat uns seine unnachahmlichen Bücher als Vermächtnis hier gelassen. „Der kleine Wassermann“ und „Das kleine Gespenst“ werden jetzt wahrscheinlich genau so wie „der starke Wanja“ von vielen, nicht unbedingt jungen Leserinnen und Lesern wieder hervor geholt, um nochmals gelesen zu werden.
Otfried Preußler hat in den letzten Jahren an Berichten aus seiner russischen Gefangenschaft gearbeitet, die auf seinen Wunsch hin nach seinem Tod veröffentlicht werden sollten. Diese Berichte werden bestimmt einen Teil in seinem Leben beleuchten, der in keinem seiner Bücher je ansatzweise aufgetaucht ist. Otfried Preußler, der nach seiner Gefangenschaft sich in Bayern niedergelassen hat, dort seine vertriebene Familie und Verlobte wiedergefunden hat, hat sich seinen Wunsch erfüllt,und war Lehrer und Rektor an der jetzt nach ihm benannten Schule.
Auch mich hat er unterrichtet und unterhalten. Nicht direkt in seiner Schule, sondern durch seine Bücher, die fester Bestandteil meiner Kinderbibliothek waren.
Danke, lieber Otfried Preußler für dieses Lesevergnügen. Mögen Ihre Bücher auch die Kinder der zukünftigen Generationen unterhalten und erfreuen.
Mehr über Otfried Preußler in Wikipedia

Lohnausgleich

In Allgemein on 20. Februar 2013 at 21:14

Dreißig Stunden Arbeit sind genug, dann hätten wir in der Bundesrepublik Deutschland Vollbeschäftigung. Soweit der erste Teil einer Grundschulrechnung, die gerade wieder in den Medien verbreitet wird. Nach dem Motto „Es gibt genug Arbeit für jeden, wenn alle weniger arbeiten würden“. Soweit passt es ja, wenn alle das Gleiche machen würden. Schon heute fehlen in einem Bereich Arbeitskräfte, während in einem anderen zu viel Bewerbungen auf eine Stelle sind. Somit kommt eben noch die zweite, nicht zu vernachlässigende Komponente dazu, die man „Eignung“ nennen kann. Wenn Eignung und Quantität soweit im Ausgleich sind, dass jede Stelle besetzt werden könnte, wenn jeder Einzelne weniger arbeiten würde, könnte die Theorie soweit stimmen. Obwohl schon dies wahrscheinlich nie erreicht werden wird, kommt jetzt das Wortgebilde „bei vollem Lohnausgleich“ noch in das Paket.
Ich frage mich immer, was „voller Lohnausgleich“ aussagen soll. Lächerlich zum Beispiel Überstunden, dann möchte ich normalerweise die Mehrarbeit bezahlt haben, also einen Ausgleich haben. Wenn jetzt gefordert wird „30 Stunden Arbeit bei vollem Lohnausgleich“, dann heisse dies ja, dass ich die Stunden, die ich nicht arbeite, auch nicht bezahlt bekomme.
Leider ist es so nicht gemeint, sondern der „volle Lohnausgleich“ soll den Anspruch verdeutlichen, trotz der reduzierten Leistung am Ende den gleichen Monatslohn zu erhalten. Also im Grunde eine „Lohnsteigerung durch Reduzierung der Arbeitszeit“.

Liebe Arbeitnehmervertreter, dann sagt es auch so, wenn ihr es so meint!

Valentinstag – in Deutschland noch gar nicht so alt

In Allgemein on 14. Februar 2013 at 15:50

Heute ist wieder Valentinstag. Wen dies überrascht, der ist die letzten Wochen wohl auf einer einsamen Insel oder einer Berghütte ohne Strom gewesen.
Nicht nur die Floristen haben die Werbetrommel gerührt, sondern fast der ganze Einzel- und Internethandel sind schon seit langem auf den lukrativen Zug gesprungen.
Ursprünglich nahmen Angelsachsen einen Brauch bei der Auswanderung aus Grossbritannien mit nach Amerika. Bei diesem Brauch aus dem 15. Jahrhundert werden so genannte Valentinspaare gebildet, die sich dann am Valentinstag kleine Geschenke überreichen.
Nach Deutschland kam der Valentinstag erst nach dem zweiten Weltkrieg mit den Amerikanischen Besatzungstruppen. In Nürnberg fand 1950 der erste Valentinsball statt.
Jemandem, den man gern hat, eine kleine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ist eine schöne Geste. Insofern ist der Valentinstag jedes Jahr eine Erinnerung, dass man die restlichen Tage im Jahr viel zu wenig gezeigt hat, dass man jemanden gern hat, dass man ihn braucht, ihn vermisst.
Vielleicht ist auch der heutige Tag eine Gelegenheit, in all der Hektik des Alltags sich ab sofort die Zeit zu nehmen, und jeden Tag ein wenig Valentinstag zu haben. Und sei es nur im Herzen, mit einem Blick, einem Dankeschön.
In diesem Sinne: Happy Valentines Day