juckplotz

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40 Jahre Ärzte Ohne Grenzen

In Allgemein on 21. Dezember 2011 at 12:33

Seit nunmehr 40 Jahren bringen sich Ärzte auf der ganzen Welt in Krisengebieten und Hungerregionen mit ihrem Wissen und ihrer Kraft ein, um menschliches Leiden ohne Ansehen der Person, der religiösen oder politischen Einstellungen zu lindern. Oft genug wird ihre selbstlose Hilfe von Gruppierungen oder Regierungen in den betroffenen Gebieten wenn nicht unmöglich gemacht, so doch stark behindert.

Médecins Sans Frontières, so der Name der Organisation, hat sich zur Aufgabe gemacht, die von Menschen gezogenen Grenzen bei ihrer globalen Hilfe zu überschreiten.

Die Helfer stehen aber oft vor anderen Grenzen:
Krankheiten, für die es keine Medikamente gibt oder soziale Umstände, die eine dauerhafte Heilung unmöglich machen.
Die Ärzte, die Einsätze auf der ganzen Welt unternehmen, stehen unter einem grossen psychischen und physischen Druck, denn das Gesehene und Erlebte lässt sich nicht einfach „wegputzen“.

Ich möchte hier auf diesem Wege die Gelegenheit ergreifen und allen, die über ihre Grenzen gehen, um anderen zu helfen, zu danken und den „Ärzten ohne Grenzen“ viel Kraft und Erfolg bei ihrem Einsatz in den nächsten Jahren wünschen. Ich denke, die Aufgaben werden grösser uns die Freiwilligen mehr denn je gebraucht.

Als kleines Zeichen meiner Dankbarkeit und Solidarität habe ich meinen Facebook Status für 24 Stunden an Ärzte ohne Grenzen gespendet.

Weitere Informationen:
Webseite der Deutschen Sektion Ärzte ohne Grenzen

Wikipedia

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Deutschland, das Land der Erfinder

In Allgemein on 3. Dezember 2011 at 06:39

Vor nicht all zu vielen Jahren galt Deutschland als das Land der Tüftler und Erfinder. Davor waren wir Dichter und Denker. Und jetzt? Jetzt verknüpfen wir die Teile unseres Gehirns, die Dichten mit denen, die Denken. Und dann machen wir Marketing (früher Werbung oder Reklame genannt).
Was dabei heraus kommt?
Ein „Newsletter“, der eine „kabellose Lichterkette“ anpreist.
Es handelt sich dabei also um elektrische Weihnachtsbeleuchtung, bei der die „Leuchtmittel“ ohne Stromkabel auskommen . Die Lösung mit dem Kabel ist als „Lichterkette“ bekannt. Also ist eine Lichterkette ohne Stromkabel eine „kabellose Lichterkette“…
Ich warte also jetzt auf das Angebot der Schmuckbranche, eine verbindungslose Kette zu entwickeln…

D‘ Mugg

In Allgemein on 2. Dezember 2011 at 16:13

Heut wird es für alle Nicht-Schwaben ein wenig anstrengend, da ich mich heute über „d‘ Mugg“ auslassen möchte. Natürlich könnte ich auch schriftdeutsch von „der Fliege“ oder besser noch „der Stubenfliege“, ganauer sogar „der grossen Stubenfliege“ schreiben (lat: Musca domestica) – damit genau eine Unterscheidung zur „Kleinen Stubenfliege“ gemacht werden kann, aber diese Worte klingen mir viel zu galant, zu fein für das „Viech“ (hochdeutsch „Tier“), das mir seit Stunden hier im Hotelzimmer „auf den Senkel“ , also „auf die Nerven“ geht.

Begonnen hat es eigentlich schon gestern Abend, als ich um 22:00 Uhr von einer längeren Autofahrt (eigentlich eher „Autostand“) hier im Hotel ankam. Müde, und froh, endlich ins Bett zu kommen, öffne ich die Hotelzimmertür und knipse alle Lichter an. Dies war wohl der fatalste Fehler, den ich mir an diesem Tag geleistet hatte, denn meine „Mugg“ hat sich wohl im begehbaren Kleiderschrank befunden und wurde jäh geweckt. Sie brummelte mir also „volle Kanne“ entgegen, „dozte“ (prallte) an meine nun doch schon etwas höher werdende Stirn (ich hätte sie eigentlich schnellstmöglich mit einem rekordverdächtigen Stirnrunzeln zerquetschen sollen, aber ich war einfach zu müde – sonst mache ich das immer …), und verschwand im angrenzenden Schlafwohnfernseharbeitshotelzimmer.
Kurz darauf kam mein Koffer mit angehängtem Hotelpagen, und ich hätte zu gerne ihm aufgetragen, doch bitte „d’Mugg“ mitzunehmen. Nur ich hatte keine Ahnung, wie ich mit meinem Englisch und nicht vorhandenen Thai-Kenntnissen dem netten Herren, der seinerseits auch ein lustiges Englisch und nicht vorhandene Deutschkenntnisse hatte, erklären sollte, dass ich die „Fly“ nicht haben wollte. Ich hatte einfach Angst, dass er meinen Koffer mitnehmen würde und zum Flughafen expedieren.
So nahm er ein Trinkgeld statt „Dr Mugg“ (das „Dr“ hat nichts mit einem akademischen Titel zu tun,  sondern ist schwäbisch für „der“; wir lernen: „Dr Doktr“ ist kein doppelter akademischer Grad, sondern einfach „Der Arzt“, wobei dieser nicht notwendiger weise wirklich einen Doktortitel benötigt, maximal aber einen „Doktrkittl“ einen Arztkittel, aber ich schweife ab…)
Also, der Page war weg, „d’Mugg“ und ich noch da.
Alle Lichter aus, bis aufs „Nachdischlemple“, die Lampe, die auf dem Nachttisch steht; ich dann ins Bett und noch was lesen…
Von wegen. Ich unterstelle auch einer thailändischen Grossstadtmugg eine gewisse Unfähigkeit, lesen zu können. Und deshalb war das „auf-den-Seiten-meines-Buches-Rumgekrabbel“ einfach als Provokation anzusehen. Und bei geschätzten 100 Quadratmetern Alternativfläche musste auch nicht immer meine Nase als Landebahn herhalten, oder?
Als dann noch mein rechtes Nasenloch im Direktflug angegriffen wurde, hatte ich die gesamte Nase voll, obwohl „d‘ Mugg“ schon wieder ausgeflogen war und versuchte, mir ein Ohr abzukauen beziehungsweise auf und in demselbigen rumzukrabbeln.
Sämtliche Konfliktlösunsgversuche meinerseits blieben erfolglos, dabei wäre es – zumindest für „d‘ Mugg“ die letzte erlebte (oder eben nicht mehr erlebte) Konfliktlösung gewesen.
Also habe ich das gemacht, was sonst nur zwielichtige Zeitgenossen machen: Ich habe mich „verdunkelt“. Also nicht direkt unterbelichtet, nein, ich habe entnervt die literarische Bildung auf ein andermal veschoben und das Licht gelöscht (schwäbisch: „ausgmacht“). Nach etwa zehn Minuten und unzähliger Beulen am Kopf (bekommen Mugga eigentlich Beulen?) hat sich „meine Mugg“ auch irgendwo schlafen geklebt (richtig liegen tun die ja nur, wenn sie tot sind – und dann meist auf dem Rücken). Ich war nicht tot, lag aber auch auf dem Rücken, und hatte meine Ruhe.

Heute morgen war ich zu müde, oder „d’Mugg“ war zu müde, wir haben uns zum Glück weder gesehen, noch getroffen (hätte ich sie doch bloss…)

Ich ging zur Arbeit und kam heute Abend in mein temporäres zu Hause, hatte „des iech“ doch tatsächlich vergessen… aber „d’Mugg“ lauerte irgendwo und begrüsste mich mit einem Anflug von Herzlichkeit.

So verbringen wir bestimmt auch diesen Abend noch zusammen, und morgen werde ich „d’Mugg“ und das Hotel verlassen.