juckplotz

Archive for November 2011|Monthly archive page

Ich sehe was, doch du mich nicht

In Allgemein on 28. November 2011 at 16:52

Es ist wieder die „graue Jahreszeit“; Nebel und früh einsetzende Dämmerung sind die Begleiterscheinungen des Herbstes.
Und jetzt treten sie wieder in Erscheinung, die „Energiesparer der Strasse“, die „Ich-sehe-was-doch-du-mich-nicht“ Kollegen der Landstraße. Bevorzugt Lenker von dunklen oder silbergrauen Fahrzeugen verzichten gerne auf eine ausreichende Beleuchtung ihres Fahrzeuges. Sind es schon ältere Fahrzeuge, so ist die gesamte Beleuchtung auf Null, bei den neueren, die schon das genannte „Tagfahrlicht“ ihr eigen nennen, ist zumindest das Fahrzeug von vorne erkennbar, während bei einer Annäherung von hinten der Wagen weiterhin quasi „aus dem Nichts“ auftaucht.
Besonders auffallend ist es, dass anscheinend Autolenker, die durch die eingebaute Elektronik nicht mal mehr den Scheibenwischer bei einsetzendem Niederschlag mehr selbst bestätigen müssen, auch jegliches Gespür für Verkehrsituationen verloren haben, die eben noch nicht vom Bordcomputer erkannt und abgedeckt werden.
Oder ist die Grdankenlosigkeit, so lange das Licht ausgeschaltet zu lassen, bis man selbst nichts mehr sieht, ein weiteres Zeichen der „Erst-komm-ich-Zeit“?
Übrigens: Auch erstaunlich viele Fahrschulautos kommen mir unbeleuchtet entgegen…. Und nicht immer sitzt der Schüler am Steuer.

Advertisements

Business Class – Benehmen mit Gepäck aufgegeben?

In Allgemein on 12. November 2011 at 18:53

Dank der Großzügigkeit meines Arbeitgebers darf ich längere Geschaftsreisen mit dem Flugzeug (oder, wie es heute bei denjenigen heißt, die „in“ sind – „mit dem Flieger“) in der Business Klasse zurücklegen. Neben der Möglichkeit, mehr Gepäck aufzugeben (wovon ich als Mitglied der „Kategorie Mann“ eher selten Gebrauch mache ), kann mehr Handgepäck mitgenommen werden (der erste Businessreisende, den ich mit einem Kühlschrank als Handgepäck sehen werde, schlage ich für den „Dieter Bohlen Award“ wegen besonderer Unverschämtheit vor).
Ich bin in Sachen „PBAT “ (Professional Business Air Traveller ) immer noch ein Anfänger, was wahrscheinlich in meine Eltern zu verantworten haben, denn sie haben mir beigebracht, Menschen zu achten, insbesondere dann, wenn sie sich um unser Wohl bemühen, wie in Restaurants oder eben auch während eines Fluges.
Um der Leserschaft dieses Blogs die Peinlichkeiten zu ersparen, denen ich durch meine Erziehung ausgesetzt bin, hier ein paar Hinweise, wie Sie schon beim ersten Flug in der Business Klasse punkten können:

1. Nie ein freundliches Lächeln weiter geben. Stattdessen jegliches Ansprechen seitens des Serviceteams mit mürrischem Gesichtsausdruck quittieren.

2. Seien Sie beschäftigt. Ein Smartphone hat heute jeder, nutzen Sie es! Die Auswirkung ist riesig. Tippen und reden Sie in das Ding beim Einchecken, beim Eintritt in die Businesslounge, beim Boarding. Das gibt Ihnen das richtige Flair.
Ein Tipp: Lassen Sie die Finger von Experimenten während Zoll- und Sicherheitskontrollen. Diese Menschen haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt und bestehen vehement auf einem Verbot , in ihrem Bereich diese für das Ego so wichtigen Geräte zu verwenden.

3. Sie sind Business Class Kunde. Das heisst: Der Flug, den Sie gerade machen, stört Ihren Tagesablauf, behindert Sie an wichtigen Geschäften. Und da kann das Bordpersonal sich noch so freundlich um Sie kümmern. Dies muss deutlich gezeigt werden.

 4. Decken Sie sich mit Lesestoff ein. Zeitungen und Zeitschriften sind kostenlos. Egal, ob Sie während des Fluges lesen oder nicht, mindestens eine Wirtschaftszeitung und eine Tageszeitung. Könner sehen schon auf den ersten Blick, welche Zeitung nicht (mehr) vorhanden ist und verlangen gezielt nach dieser, um sich bei einer entschuldigenden Antwort der Flugbegleiterin ohne weitere Antwort verärgert in den Sitz zurück fallen zu lassen.
Die Zeitungen werden übrigens gekonnt im Fussraum deponiert, so dass es am Ende des Fluges in der Business Class aussieht, als hätten Clochards dort genächtigt.

5. Beim Servieren des Essens bitte Kopfhörer aufbehalten, was dazu führt, dass die freundlich gestellte Frage, was man denn gerne essen oder trinken möchte, nicht verstanden wird. Dies wiederum führt dazu, dass die Frage nochmals gestellt werden muss, man also einen „erweiterten Aufmerksamkeitsbonus“ sich ergattert.
Richtige Profis tun übrigens so, als ob sie während des Servierens schon schliefen, werden also in Ruhe gelassen. Kaum ist die Essensausgabe drei Reihen weiter, wird man wach und möchte nun doch sein Essen, was zu einer wiederum erhöhten Aufmerksamkeit führt.

6. Nach einem zehnstündigen Flug ist nichts wichtiger, als gleich nach der Landung das Telefon anzuwerfen und gleich nach der Ansage, man solle doch bitte die Sicherheitsgurte bis zum Erlöschen der Zeichen noch geschlossen lassen, diese mit hörbarem „Klack“ von sich zu werfen. Wenn das Flugzeug mit leichtem Ruck dann zum Stehen kommt, sollte man sich sofort erheben, sein umfangreiches Reisegepäck rücksichtslos aus den Stauräumnen hieven und dann sofort in hörbares Schnauben ausbrechen, wenn die Türen noch immer nicht geöffnet sind.

7. Last but not Least dem freundlichen „Danke, Auf Wiedersehen“ der Bordbesatzung keinen Blick und keine veränderte Mimik gönnen.

Ihnen fallen bestimmt noch andere Übungen ein, um zu zeigen, dass Sie ein global Traveller sind.

Ich für meinen Teil bleibe der Mensch, der ich sonst auch bin