juckplotz

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Welt-Er-Schöpfungstag

In Allgemein on 27. September 2011 at 17:25

Heute haben wir, wenn es nach dem „Global Footprint Network“ geht, einen ganz besonderen Tag:
Den „Global Overshoot Day“, oder eben den „Globalen Erschöpfungstag“. Kein Grund zu feiern, oder sich zu freuen.

„Global Footprint Network“, ein globaler Zusammenschluss nationaler Umweltschutzgruppen, ermittelt den Tag auf Grund der verbrauchten und bis zum Jahresende nachwachsenden Ressourcen bzw. des Kohlendioxids, welches bis Jahresende von der Natur absorbiert werden kann.

Über die Rechnung kann man im Einzelnen bestimmt trefflich diskutieren, und man kann alles „schönrechnen“ oder auch „schlechtrechnen“, deshalb möchte ich hier auch nicht festlegen, ob der „Global Overshoot Day“ heute, morgen oder in zwei Wochen erreicht wird. Nachdenkenswert ist es auf jeden Fall, denn es ist unbestritten, dass wir mehr Ressourcen verbrauchen als die Natur in der gleichen Zeit zur Verfügung stellen kann.  Und dies zu einer Zeit, in der Länder wie China, Indien und Brasilien gerade erst das „Boot“ besteigen.

Auch wenn Länder wie das niedrig besiedelte Kanada und auch Simbabwe zum Beispiel noch „im Plus“ liegen, leben wir ab heute „auf Pump“. Wir machen quasi Schulden bei der Natur, die wir nie zurückzahlen können. Um das ausgestossene Kohlendioxid abzubauen wären 9 Millionen globale Hektar Nutzungsfläche notwendig. Insgesamt haben wir aber nur 12 Millionen globale Hektar zur Verfügung. In diesen Nutzungsflächen sind zum Beispiel auch Fischgründe beinhaltet, die nicht zum CO2 Abbau gerechnet werden können.

Egal, wie fundiert die Rechnung des „Global Footprint Network“ ist;  sie sollte uns zumindest zum Nachdenken einladen. Und nicht nur auf der Ebene des „kleinen Mannes“, sondern auch in den Etagen der Wirtschaftsunternehmen, die mehr denn je die Erde sich „untertan“ machen.

Der „Global Overshoot Day“ zeigt, dass wir die Kuh, die wir melken, nicht ausreichend pflegen. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn sie „leergemolken“ ist.
Die Erde wird nicht untergehen, wir Menschen werden Probleme bekommen.

Weltkindertag – Kinder haben was zu sagen

In Allgemein on 20. September 2011 at 14:31

Heute ist der von der UNICEF ausgerufene „Weltkindertag“. Er steht unter dem Motto „Kinder haben was zu sagen“ und soll das Bewusstsein darauf lenken, dass wir Erwachsenen den Kindern zuhören und auch eine gewisse Mitbestimmung im Leben zutrauen.

Ich denke, es ist gut, Kindern bei ihren Gedanken, Freuden, Sorgen und Nöten zuzuhören, sie dort miteinzubeziehen, wo es Sinn macht und ihnen auch in diesen Dingen schon in einem gewissen Maße Verantwortung zu geben. Es geht nicht nur darum, Menschen „das Sagen“ zu lassen, sondern sie auch einzubinden in das, was sie entschieden haben. Dass dies oftmals zu wenig getan wurde, sieht man m.E. an vielen Teilen unserer Gesellschaft, bei der nur noch gefordert wird, aber niemand mehr handeln möchte oder gar Konsequenzen aus den Forderungen zieht.

Kinder auf der ganzen Welt würden wahrscheinlich zu unterschiedlichsten Dingen gerne etwas sagen. Zum Hunger in der Welt zum Beispiel. Es hat mich heute morgen sehr nachdenklich gemacht, als ich gehört habe, dass alle fünf Sekunden ein Kind an den Folgen des Hungers stirbt, obwohl es genügend Lebensmittel für zwölf Milliarden Menschen gibt.  Man könnte also ungefähr das Doppelte der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgen, wenn man es richtig machen würde.

Und wir fahren unsere Autos mit „Biozusatz“, gewonnen auf Feldern, auf denen Lebensmittel wachsen könnten.

Was würden diese Kinder dazu sagen, wenn sie es wüssten?

Was man mit 8000 Euro machen kann

In Allgemein on 10. September 2011 at 09:52

8000 Euro – ein schönes Stück Geld. Einfach so mal 8000 Euro zu haben, ohne „Vorwarnung“ sozusagen, da fielen mir einige Wünsche ein, die ich mir erfüllen würde. Keine grossen, aber so Dinge, die man sich vom hart erarbeiteten Geld nicht einfach kauft.

Jetzt stellen wir uns einfach mal vor, wir wollen uns am Geldautomaten unseren „Taschengeld-Fünfziger“ für die Woche holen. Und da liegt auf dem Automaten ein Umschlag. Hat wohl jemand vergessen… Keine Anschrift, kein Absender, aber …..

8000 Euro Bares drin !!!!

Was passiert jetzt mit uns? Bekommen wir das Lottogewinn-Gefühl? Sagen wir uns:“Wer so schusselig ist, so viel Geld einfach liegen zu lassen, hat es auch nicht verdient“? und marschieren dann, vielleicht am Anfang mit etwas schlechtem Gewissen (aber das vergeht ja), mit dem Umschlag von dannen?

Oder sagen wir uns: „Jeder verdient sein Geld hart genug – ich muss versuchen, dass das Geld dahin kommt, wohin es gehört: Zum rechtmässigen Besitzer, der rechtmässigen Besitzerin“ ?

Zum Glück hat sich ein Mann vom letztgenannten Gedanken leiten lassen, das Geld der Polizei übergeben, die es der Eigentümerin zurück geben konnte.

Danke für so viel Ehrlichkeit, die leider nicht den Einzug auf die erste Seite der Lokalzeitung oder gar in die Radionachrichten finden wird.

(Aber dafür in meinen „JuckPlotz“ Blog… Und von da kann es dann überall verlinkt und gelesen werden 😉 )

10 Jahre nach „Nine-Eleven“

In Allgemein on 10. September 2011 at 08:55
Aufkleber an der Seitentür eines Feuerwehrautos in New York 2011 zum Gedenken an die Gestorbenen bei 9-11

Auch bei den nachfolgenden Rettungsaktionen sind Menschen gestorben. Aufkleber an einem Feuerwehrauto NewYork 2011

Die Medien sind seit Wochen voll von Berichten und Artikeln über die Ereignisse, die die Welt am 9. September 2001 erschütterten. Geschäftstüchtige Unternehmen und Unternehmer haben längst das Potential erkannt, wie man aus diesem Schrecken auch Geld machen kann. Sei es durch Sonderausgaben von Magazinen, Erneuerung der „Verschwörungstheorien“ aller Art, oder eben durch einen abendfüllenden Film, der auf den wenigen Tatsachen und den vielen Vermutungen aufbaut, was damals wirklich passiert ist.

„Ein Tag, der die Welt veränderte“; diesen Satz hört man jedes Jahr um den neunten September von Neuem. Und er stimmt. Nachdem der erste Schock vorbei war, haben die USA nicht nur ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht, ihre Gesetze geändert, sondern auch andere Länder haben „Anti-Terror-Maßnahmen“ ergriffen.  Seit „9-11“ versuchen die USA, unter dem Deckmantel der Terrorismusabwehr allen Ländern vorzuschreiben, was unter „Datenschutz“ und „Freiheit“ zu verstehen ist. Die USA verpflichten alle US-amerikanischen Firmen, weltweit die für die USA geltenden Gesetze einzuhalten und auf ihre Kunden anzuwenden.

So schrecklich 9-11 war (und noch ist):  Niemals darf der „Angriff auf die Freiheit“, wie die Anschläge auch betitelt werden, dazu führen, die Freiheit des Einzelnen einzuschränken.

Meine Gedanken sind bei den Menschen, die Angehörige verloren haben, sei es unmittelbar durch die Anschläge oder durch die nachfolgenden Rettungsaktionen. Diese Menschen müssen weiterhin sicher sein, dass der Tod ihrer Angehörigen nicht  als Argument missbraucht wird, die schützenswerte Freiheit des Menschen überzogen einzudämmen.

Und ich wünsche mir, dass wir immer sagen können, dass solche „Angriffe auf die Freiheit“ uns nicht in unserem Streben nach mehr Menschlichkeit, mehr Demokratie und somit mehr Freiheit beeinflussen.

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos…

In Allgemein on 8. September 2011 at 20:40

Und ein Leben ohne Loriot alias Vicco von Bülow ist vielleicht nicht sinnlos, aber doch um Einiges an Humor ärmer.
Es ist schon einige Tage her, als ich in meinem Urlaubsland in den Zeitungen gelesen abe, dass Vicco von Bülow im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Da ich keine Möglichkeit hatte, einige Gedanken zeitnah in den Blog zu schreiben, jetzt diese also mit einiger Verspätung.

Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren und lebte bis zu seinem Tod am 22. August 2011 in Ammerland am Starnberger See.

„Loriot“ ist die französiche Bezeichnung für den Pirol, welcher das Wappen derer von Bülow ziert. In Brandenburg wird der Pirol auch „Bülow“ genannt – so viel mal am Rande zum Künstlernamen des Humoristen, der mich seit meiner Jugend begleitet und begeistert hat.

Unvergesslich seine „Knollennasenfiguren“, „Wum und Wendelin“, die Sketche mit Evelyn Hamann ( gestorben 2007) und natürlich seine Filme wie „Papa ante Portas“.

Der feine, niemals „unter die Gürtellinie“ gehende Humor, welcher nie beleidigend war, sondern mit einem verständnisvollen Auge die Eigenheiten von Menschen und auch Tieren (man denke nur an die „Mops“ Geschichten) , haben mir gezeigt, dass Humor nicht auf Kosten anderer gemacht werden muss.

Im Vergleich mit vielen der heute auftretenden „Comedians“ (da ist meist weniger das Wort „Komödie“ drin versteckt als das Wort „Media“), war Herr von Bülow ein wirklicher Künstler und Humorist.

Das FrühstückseiDie Deutsche Post hat noch vor seinem Tod Wohlfahrtsbriefmarken heraus gebracht, die einige seiner Motive und Themen wieder lebendig werden lassen. So zum Beispiel „der sprechende Hund“, „die Rennbahn“, „zwei Herren im Bad“ oder „das Frühstücksei“.

Alleine das Betrachten der Briefmarken ruft die ganze Szene wieder ins Gedächtnis zurück.

Ein Meister des niveauvollen Humors ist von uns gegangen. Wir werden seine Werke ehren.

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