juckplotz

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Sie haben sich erfolgreich abgemeldet

In Allgemein on 19. Juli 2011 at 17:52

Abgemeldet

Die Medien sind voll von Erfolgsstories, alle möchten dabei sein, alle möchten erfolgreich sein. Erfolg, Karriere, im Mittelpunkt stehen. Mache ich auch gerne. Und dann so was:

Ich habe mich „erfolgreich abgemeldet“. Hey was jetzt: Bin ich erfolgreich oder abgemeldet? Und noch blöder: Ich habe mich selber abgemeldet.

Das hätte es heute nicht gebraucht. Hoffentlich kann ich mich morgen wieder genau so erfolgreich anmelden. Ich will doch mitspielen.

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Authentisch leben oder Leben inszenieren?

In Allgemein on 18. Juli 2011 at 21:45

Erich Fromm, Psychoanalytiker und Sozialphilosoph, schrieb in seinem Buch „Authentisch leben“, … dass wir nur dann zu einem glücklichen und erfüllten Leben finden, wenn wir authentisch leben.

Was ist eigentlich authentisch?
Fromm bezeichnet authentisches Leben als ein Leben, das aus eigenen Entscheidungen besteht und nicht nur aus erfüllten Erwartungen von aussen. Authentizität ist auch das Synonym für Wirklichkeit, Wahrhaftigkeit oder Echtheit.

Und Wirklichkeit ist eigentlich das Gegenteil von „Inszenierung“. Und schon sind wir mitten im Dilemma. Wo sind wir noch authentisch und wo inszenieren wir uns?
Und die Inszenierung findet nicht nur bei Politikern, Sängern und Managern statt, also bei Leuten, die im sogenannten „Rampenlicht“ stehen. Auch wir inszenieren uns täglich, vor Fremden, Kollegen und sogar Freunden.

Unser Umgang miteinander, sei er noch so korrekt, wird mehr und mehr inszeniert. Die eigentliche Wertschätzung untereinander weicht der Selbstinszenierung, einer ausgetüftelten Choreografie, wie man weiter kommen möchte.

Aber: was heisst das – weiter kommen, Karriere machen? Ist dies Teil meiner Authentizität oder schon Teil der Erwartungen, die an mich gestellt werden?
Wird das Wort Karriere zum Wort „Erfüllung“ umgemünzt, dann geht die Gleichung der Gesellschaft auf: „Glück kann man doch kaufen“. Authentizität ist nicht kaufbar, manipulierbar, und doch macht sie glücklich. Man kann in den berühmten Spiegel schauen, auch wenn man nicht wie ein Klon aus der „Wirtschaftswoche“ aussieht.
Dieses Gefühl, authentisch zu sein, kommt aus dem Inneren und macht einen selbstbewusst. Selbstbewusst ist nicht das Gleiche wie Kaltschnäuzigkeit und Überheblichkeit.
Meine Werte und meine „Be-Wert-ung“ sind ausschlaggebend. Dies konsequent durchdacht heisst: Im Grunde entscheide ich darüber, welche Ziele ich erreichen möchte, welche für mich erstrebenswert sind und meinem Leben Sinn geben.
Ich weiss, dass diese Aussage sehr mutig ist und sich nicht 100% leben lässt. Aber schon das Bewusstsein, dass meine Entscheidungen dazu beitragen, mein Leben zu gestalten, ist spannend und kann zu einem Schritt in die richtige Richtung werden.