juckplotz

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Montagearbeiter gesucht

In Allgemein on 20. April 2011 at 22:09

Schon / Erst Mittwoch und irgendwie „fertig wie ein Schnitzel“. Wollte eigentlich bei dem schönen Wetter pünktlich aus der Firma und bin auch pünktlich eine Stunde später als geplant heraus gekommen. Abendessen eingekauft, heim gekommen und den Briefkasten geöffnet. Drin war der wöchentliche „Anzeiger“, der Mittwochs vor allem anzeigt, dass es schon wieder (erst) Mittwoch ist.

Ziemlich müde und ein wenig lustlos habe ich die Seiten durchgeblättert, als mein Blick auf eine Anzeige fiel:

„Montagearbeiter gesucht“

Arbeiten nur an Montagen? Klingt gut, also weiter lesen „Sie übernehmen auf Montagen die Leitung der Arbeit“ – also etwas Verantwortungsvolles, super. „Übertarifliche Bezahlung“ – gibt es einen Tarif für Montagsarbeit?

Aber halt mal: Suchen die jetzt einen „Montagsarbeiter“ oder einen „Montagearbeiter“ ? Arbeitet man dann Montags oder an Montagen? Und seit wann heisst es „auf Montagen“ und nicht „an Montagen“ ?

Und dann: „Neben Montagen sind Sie auch für Planung und Abwicklung zuständig“

Also doch nicht nur an Montagen arbeiten…

Na war vielleicht doch eine Verwechslung. Deutsch ist schon eine schwierige Sprache. Wenigstens ist diese Woche der Freitag mal wirklich frei.

R4 – Ein halbes Jahrhundert alt

In Allgemein on 19. April 2011 at 21:51
Renault R4 auf der Insel Krk (Kroatien)

Renault R4

Er war ein Kultauto wie der „Käfer“ oder die „Ente“, hatte aber nie einen Tiernamen, sondern blieb bei seiner einfachen Typenbezeichnung: Der Renault R4 feiert dieser Tage seinen fünfzigsten Geburtstag. Grund genug, diesem Fahrzeug hier ein paar Zeilen zu widmen.
So, wie der Käfer zu Deutschland, gehörte der R4 zu Frankreich.
Der Chef von Renault hat seinerzeit gesagt: „Lasst uns ein Auto bauen wie eine Blue Jeans – ein Auto, das zu jedem passt.“
Und dann lief er 1961 das erste Mal vom Montageband rollte. Handwerker bauten die Rückbank aus und die Landwirte fanden ihn praktisch, weil er eine hohe Bodenfreiheit hatte. Und weil sich jeder mit dem Gefährt identifizieren konnte, wurde der R4 bis zu seinem Produktionsende 1992 mehr als acht Millionen mal verkauft.
Neben seinen vielen Vorzügen hatte er auch einen unschlagbaren Preis und wenig „Durst“. Sogar die französische Gendarmerie hatte den R4 im Einsatz.

Studenten in den sechziger und siebziger Jahren fuhren R4, auch in Deutschland.  Nur eine Gruppe hatte keine Ambitionen, einen R4 zu kaufen: die Frauen. Dies sollte sich 1963 ändern, als Renault mit der Frauenzeitschrift „Elle“ ein R4 Modell kreierte, bei welchem die Seiten aufwändig dekoriert waren.

Das Modell nannte sich „La Parisienne“.

Renault R4 - Bei Studenten beliebt

Renault R4 - Bei Studenten beliebt

Eine Frauenband gleichen Namens hatte zur gleichen Zeit einen Hit, in welchem es hiess: „Heute ist es viel zu schön, um zu arbeiten“
Und so wurde der R4 das „Urlaubsauto“, in welchem man, anders als in der „Ente“ vier Personeen und Urlaubsgepäck unterbringen konnte.

Die Franzosen nannten den R4 auch „Quatre L“, wobei das „L“ für Limousine steht.

Böse Zungen behaupten, dass das „R“ in R4 für „Rost“ stehe, denn dies war eines der grössten Probleme des Fahrzeuges.

Das schnörkellose, ehrliche Auto wird seit fast 20 Jahren nicht mehr hergestellt und doch gibt es noch unzählige dieser schnörkellosen, ehrlichen Autos. Und dies nicht nur bei Fans und Sammlern, sondern weiterhin im täglichen Einsatz, wie ich mich selbst zum Beispiel auf der kroatischen Insel Krk überzeugen konnte.

Teamarbeit

In Allgemein on 7. April 2011 at 17:24

Teamarbeit wird heute gross geschrieben, Teamfähigkeit zu einer unabdingbaren Eigenschaft im schulischen und beruflichen Leben ausgerufen. In der Freizeit wird über „Teamgeist“ diskutiert und es wird überall versucht, Menschen dazu zu bringen, in allen möglichen (und teilweise auch unmöglichen) Konstellationen zu agieren, zu funktionieren und damit für „das Team“ nutz- und gewinnbringend zu sein.

Gegen ein solches Ansinnen ist im Grunde nichts einzuwenden. Und es ist heute wichtig, Aufgaben und Ziele gemeinsam zu definieren, durchzuarbeiten und zu Ende zu bringen. Einzelkämpfer haben nur noch in Ausnahmefällen Erfolg.

Problematisch wird es, wenn in der Schule das Thema „Teamarbeit“ auf dem Lehrplan steht und die Lehrbeauftragten dieses Thema als Kapitel sehen, das mit einer Prüfung möglichst schnell abgeschlossen werden muss.

Schülerinnen und Schüler werden durch unser Schulsystem zuerst mal zu Einzelkämpfern.  Die Noten sind auf die Person bezogen, das Endzeugnis ist wichtig für die persönliche Zukunft. Dies hat auch seinen Sinn und soll hier nicht diskutiert werden. Wenn jetzt jedoch das Thema „Teamarbeit“ genau so behandelt wird wie das Periodensystem der Elemente oder die römische Geschichte; einzig mit dem Ziel, am Ende „das Team“ notentechnisch zu bewerten, dann werden die Kinder und Jugendlichen überfordert. Jedes Team, auch später im Leben, hat Menschen, die ihre Stärken und Schwächen haben. Und diese Eigenschaften können Kinder nicht selbst herausarbeiten und daraus ein richtiges Team formen.

Und was passiert in der Schule? Statt die Chance zu nutzen und das Spannende, Interessante an einem Team herauszuarbeiten, die Motivation bei allen zu wecken, bei sich selbst und den Anderen die Stärken zu entdecken und die Schwächen des Einzelnen durch die Gruppe auszugleichen, wird gesagt: „so, jetzt machen wir Gruppen zu jeweils drei Personen; ich habe folgende Themen, die erarbeitet Ihr dann bis in zwei Wochen.“ Ergebnis: Eine Person schuftet wie blöd, die zweite traut sich nicht, wiel die erste so gut ist und die dritte Person wartet mal ab, was raus kommt.

Nach zwei Wochen wird etwas vorgetragen und jeder der dreien bekommt einen Part und wird benotet – einzeln.

Liebe Lehrer:  Wenn Sie so agieren, haben Sie den Auftrag nicht verstanden und das Ziel verfehlt. Danke, dass unsere Kinder von „Team“ nichts mehr wissen wollen.