juckplotz

„Best Agers“

In Allgemein on 9. Februar 2011 at 17:05

Seit einigen Monaten gehöre ich dazu: Zu der Gruppe, die in den nächsten Jahren immer grösser wird. Gemeint ist die Altersgruppe ab 50 Jahren. Und da die Gruppe Kaufkraft hat (ich bin da wahrscheinlich eine Ausnahme), wird sie auf einmal interessant. Nix mehr mit „älter sein“, nein jetzt kommen so klingende Namen wie „Silver Ager“ (bin ich schon ab 50), danach kommt „Gold Ager“, aber alle sind „Best Ager“.

Hey, haben die noch alle? Jetzt werden Volkshochschulkurse für „Senioren ab 50“ angeboten… Dabei habe ich noch über fünfzehn Jahre zu arbeiten.

Mit 49 war ich noch im besten Alter, mit 50 werde ich zum getarnten Senior „Best Ager“.

Logisch, ich bin nicht mehr Zwanzig oder Dreissig, fühle mich aber längst noch nicht so, dass ich ein Grosstastentelefon benötige oder „Internet für Daheimgebliebene“.

OK, zugegeben, letztes Jahr habe ich mir ein Objektiv mit „Antiwackeleinrichtung“ gekauft, aber nicht, weil ich zittere oder 50 geworden bin, das will ich hier mal klar stellen.

Ausserdem „Best Ager“, das klingt ja so, als wenn vorher alles schlechter war und nachher auch nichts Interessantes mehr kommt.

Also, liebe „Best Ager“ Marketingstrategen:  Ich kann auf Euch und Ihr auf mich noch einige Jahre verzichten.

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  1. Tja, da macht das Marketing keine Ausnahme: Der Mensch will alles ordnen und schematisieren. Er braucht Grenzen in denen er sich (geistig) bewegt. Und so übel ist das ja auch wieder nicht. Man muss sich nicht „alt“ fühlen, um Senior zu sein. Man kann ja die Angebote nutzen, die manchmal besser sind als die konkurrierenden Angebote für Generation x, y und andere… 😉

    Da spart man manchen müden Euro… letztlich wenn man sich zu erkennen gibt vie Talerkarte und Kundenclubs etc.

    Und der Name Best Ager, woher der stammt? Tja, man wollte mit dem „Senior“ eben die Zielgruppe nicht mit dem Alter vor den Kopf stoßen… Senior klingt schon alt.. Best klingt immer besser…

    Oder wäre „Silberschläfe“ eine bessere Betitelung? Und was ist mit denen, die keine Haare mehr haben 😀

    Nehmen, genießen und schmunzeln sag ich nur…

  2. Nee, ehrlich. Da sitzt man im Büro, ist so um die zwanzig Jahre älter als die anderen um einen herum, kann trotzdem noch am aktiven Geschehen teilnehmen, weiss sogar, wie „Facebook“ funktioniert und wie man einen Blog betreibt. Und man kommt aus der Generation, die noch überleben musste (ohne Fahrradhelm und Desinfektionsspray).
    Vielleicht bin ich doch ein „Best Ager“ in dem Sinn, dass ich geniesse, was ich alles weiss, offen bin, noch mehr (kennen) zu lernen, die Vergangenheit manchmal gerne Revue passieren lasse, die Gegenwart auch nicht so schlecht finde und gespannt bin, was die Zukunft bringt…
    Da bin ich in einem besseren Alter als viele meiner Bekannten, die irgendwie kein Gestern und Morgen kennen (möchten), und für die das Heute nur aus „ich halte es nicht aus“ besteht.

    • … na also, geht doch, jetzt weißt du es, warum es „Best Ager“ heißt und nicht „Generation Null Bock“ oder „No future“ 😉

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